Folge 177 – Durch die Wüste

Brennende Hitze, glühender Sand! Die Wüste ist ein Klassiker unter den rollenspielerischen Bühnen und dennoch ist sie jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Wie schafft man es, leblose Sandmeere mit Leben zu füllen? Wir berichten von Tagen voller mörderischen Temperaturen und Nächten unter dem endlosen Sternenzelt. 

Männerchor: Martin, Carsten, Tanja, Holger Länge: 55:40

Inhalt:
01:30 Wüsten und Wüstlinge im Rollenspiel
09:05 ausgedachter Sand im ausgedachten Stiefel: fiktive Wüstenerfahrung
17:18 Faszination und Narration: vom wundersamen Wüsten-Wesenskern
24:50 Ist die Wüste „leer“? Ist die Wüste eine bloße Bühne?
34:49 Wüstenräuber, Sandstürme, yada yada yada … die Spielpraxis
46:06 Ambiente, Look and Feel: die Wüstigkeit der Wüste noch aufwüsten
53:50 Sind Wüsten invertierter narrativer Raum? Sind Wüsten Kitsch?

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Unter dem Messingbrunnen (System Matters)
Mäzenatin: Tanja (Emporion of Games)
Beschreibe uns in den Kommentaren bis zum 31.07.2021, 24 Uhr, welche Erfahrungen du mit dem Rollenspiel in der Wüste verbindest oder falls du besonders erwähnenswerte Umsetzungen des Wüstenthemas kennst.

Links:
Die Wüste Khôm (Dingeling!)
Wüstenwelt Athas (Dark Sun)
Die Wüste Eschar (Midgard)
Der Purpurplanet (Dungeon Crawl Classics)
Die Flammensenke (Splittermond)
Death Valley (auf der Erde – voll lame!)
Wilhelm Hauff – Märchenkarawane
Eskapodcast Folge 159: Der Soloabenteuer-Löwe Sebastian Thurau
Eskapodcast-Bingen: Waldwildnis / Mad Max / Sandboxing

Download der Folge als mp3 ] [ Archiv ]

11 Gedanken zu „Folge 177 – Durch die Wüste

  1. Mein denkwürdigstes Wüstenelement im Rollenspiel war in einer alternativhistorischen Runde, in der eine Handvoll britische und einheimische Abenteurer im Winter 1841/1842 die Gefangenen Stoddart und Conolly aus Buchara befreiten.

    Verfolgt von der Garde des Emirs standen die SCs vor der Wahl, das Gefecht anzunehmen oder in die Wüste zu fliehen und dort die Verfolger vielleicht abzuschütteln.
    Tatsächlich haben sich die Spieler für die Wüste entschieden und kurz nachdem die Verfolgung abgebrochen wurde, kamen erste Zweifel auf, ob das die bessere Wahl war, wenn die Einheimischen schon keinen Bock auf die Wüste haben und lieber mit leeren Händen zum Emir zurückkehren…

    Das Ganze war deshalb so besonders, weil ich als SL die Wüstigkeit der Wüste voll zur Geltung kommen lassen konnte:
    Es brauchte keine Ruinen oder sonstige Abenteuerschauplätze zur Auflockerung, weil es ja nur eine überschaubare Phase im Spielgeschehen war. Andererseits konnte und musste die Wüste in dieser Konstellation tatsächlich und nicht nur dem Anstrich nach gefährlich sein, damit die o.g. Wahl auch eine relevante war.

    Letztlich war es ganz schön knapp, aber alle haben den Trip durch die Wüste überlebt und die Spieler waren ehrlich erleichtert, am Horizont den ersten Streifen Grün zu sehen 🙂

    Als Kontrast dazu gab es mal eine DSA-Wüstenreise, bei der uns der SL über mehrere (3, meine ich) Sitzungen absichtlich massiv gelangweilt hat, um die Wüste auch am Tisch erlebbar zu machen.
    Pädagogisch total wertvoll *örks*

  2. Wir haben uns durch die Sandwüste Eschars, die Eiswüste einer parallelen Ziellinie Albas, das Nordamerika nach dem atomaren und die Deadlands um 1879 gequält. Die logistische Aufgabe genügend Vorräte dabeizuhaben, haben wir mit dem Fertigkeitswurf Überleben Wüste abgegolten. Die Vorbereitungen einer Expedition zu stemmen, sind doch zu schwierig und langweilig.
    Auf diese Hartwurstigkeit hatten wir keine Lust.
    Alle anderen Probleme (Stürme, Geister, Banditen und Ruinen) haben wir dann als Spieler gelöst.

    Die arabische und orientalische Folklore als Vorlage für die Fantasie zu erleben, fand ich besonders spannend .

  3. Die denkwürdigste Szene hatten wir in DSA auf dem Cichanebi-Salzsee, als ein Teil unserer Karawane einbrach. Offenbar stand im Abenteuer, dass die SL mit harter Hand vorgehen solle und jeden Versuch Ausrüstung zu retten mit dem sofortigen Tod des Helden zu ahnden habe. Letztlich konnte sich der bemühte Druide verbal dann doch herauslavieren und mittels des Zaubers Nebelleib dem Ableben noch ein Schnippchen schlagen.

  4. Wie lange lag das Ding in der Konserve auf Halde, dass ihr ausgerechnet am Sonntag der Woche, in der Deutschland nach und nach in Wassermasser ertränkt wird, eine Wüstenfolge herausbringt, in der dann auch noch von der Hitze der Sommertage die Rede ist?

    Apropos ertränken: Wie siehts bei euch aus? Alles heile soweit? Wenn ich mich richtig erinnere Hockt ihr ja zumindest in gewissen Teilen in Bayern.

  5. Ich fand Wüstenabenteuer früher immer mega spannend,
    aber ja… am Ende macht man immer das gleiche.
    System Matters hatte mal zum Thema Schnee und Eis gepodcastet, wo Heiltränke einfrieren.
    Hier würden die einfach verdampfen über den Deckel.
    Man kann einfach Probleme kreieren, die sonst nicht auftauchen und abseits des Normalen denken.
    Damit sind eure Tipps auch ganz cool mit dem Sandsturm, der 5 min vor den Helden durch die Wüste zieht und dann kommt nichts mehr

  6. Der Klassiker schlechthin ist (wie erwähnt) die Reise durch die Wüste Khom in der Phileason Saga. Der Meister hatte das sehr schön umgesetzt.

    Als Spielleiter hatte ich die CoC Spieler durch die „Hochebene von Leng“ (Eiswüste) geführt. Mein Fokus lag auf der Trostlosigkeit des Ortes. Hier hat mir ein Klangteppich aus Windgeräuschen und dezenten Tönen von http://www.tabletopaudio.com geholfen dieses Kopfkino zu erstellen. Nach der Wüste waren sie emotional bereit fürs Kampagne-Finale.

  7. Nach dem en paar mal DSA genannt wurde: Wir vom Nachbarkontinent Rakshazar haben auch unsere Wüste, die Wüste Lath.
    Die Lath ist eine Wüste, die dadurch entstand, weil eine Göttin gelichen Namens zu tanzen begann. Die Wüste breitet sich immer weiter Richtung Westen aus.
    Regio: https://dnalorsblog.wordpress.com/2015/12/16/werkstattbericht-die-wueste-lath/
    Mit den Augen der Lath hab ich dann das erste Abenteuer in der Wüste geschrieben, eine klassische Wüstendurchquerung. Der Twist an dem Abenteuer war, dass die Held*innen am Ende ihr Gewicht in Silber bekamen und spätestens auf der Rückreise essen mussten, was as Zeug hergab. Zu finden in Auf Blutigen Pfaden: https://www.orkenspalter.de/filebase/index.php?file/781-rakshazar-auf-blutigen-pfaden/
    Mit Tötet den Drachen! ist in der Memoria Myrana 57 ein Abenteuer von mir erschienen, das genau die Wasserknappheit, die Ruinen, die seltsamen Begegnungen usw. auf dem Weg zum Endgegner thematisiert.https://myrana.de/ausgaben/ausgabe-57/
    Mal eine steile These: Ich denke, viel, was wir heute an Wüstentropes haben, haben wir Karl May zu verdanken. Egal ob Nordamerika oder im Orient, in Mays Geschichten spielt eine Wüste, eine Steppe oder Halbwüste immer eine gewisse Rolle.

  8. Ich kann leider nicht viel beitragen, da meine Gruppe bisher kaum in der Wüste war aber wieder mal vielen Dank für die Folge 🙂 ich empfinde Wüstenabenteuer meistens als langweilig, da oftmals nicht wirklich viel passiert. Bei sowas bin ich dann immer an kreativen Ideen interessiert, was in einem Fantasy-RPG denn so passieren kann, abseits des üblichen „Ein Sandsturm kommt auf“
    Und es gibt Extrapunke für die Erwähnung von Dark Sun und dem Begriff Eiswüste.

    Viele Grüße
    Gravestar

  9. Großartige Folge, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Faszinierend fand ich unter anderem zum Einstieg eure Feststellung, dass fast jede Fantasy-Welt eine „große Wüste“ hat. Ich bin dann sofort mal im Kopf diverse Welten durch, die mich als Jugendlicher oder bis heute geprägt haben, und es ist tatsächlich auffällig.

    Tolkiens Wüste Harad war zum Beispiel für mich als ehemaliger MERS-Spielleiter natürlich auch ein Schauplatz. In der „Lone Wolf“ Welt und dem dazugehörigen RPG gibt es Vassagonien. Und so weiter… Gut, klar, es gibt Ausnahmen; bei „Vaesen“ gibt es keine skandinavische Wüste. 😉

    Ich war jedenfalls so angefixt von eurer Folge, dass ich mir direkt gedacht habe, ich muss meine Gruppe auch mal wieder in die Wüste führen und habe mir prompt das kleine Büchlein „Deserts“ aus der „Very Short Introduction“ Reihe gekauft. Das ist ziemlich cool, weil man direkt und übersichtlich eine ganze Reihe an Zusammenhängen und Phänomenen erklärt bekommt.

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