Folge 152 – Pen & Paper Rollenspiel am Ende! (Anno Domini 2009)

Proseminar Temporalmagie, Anwesenheitspflicht! Das Rollenspiel, wie wir es lieben, war bereits am Ende gewesen? Wie kann das sein? Wir spüren den Volten der aufregenden Zeit der Jahre 2008 und 2009 nach. Apokalyptische Prognosen, finstere Einschätzungen, still rauscht nur der Charakterblätterwald: Was können wir aus der Retroperspektive lernen?

Cast: Martin, Richard, Carsten, Holger Länge: 58:33

Inhalt:
01:08 2008/2009: Die Zeit der Schmalzlocken, Lederjacken und Chevrolets!
12:18 Frank Heller und der Envoyer: Glanzlichter vergangener Zeiten
19:00 Schmidt Spiele: Raketenantrieb und Mühlstein des Rollenspiels
26:08 Rollenspielläden schließen, Cons werden kleiner, alles wird ganz blöd
35:16 World of Warcraft planiert restlos alles
43:32 Thesentime! Fremde Thesen von damals (2009) zur Zukunft (2020)!
53:14 den Beschlag von der Glaskugel abreiben: Was bringt die Zukunft?
55:32 5 Jahre Eskapodcast und Larifari-Holgers ECHTES Hoverboard!!

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Cthulhu: Namenloser Schrecken in Neuengland (Pegasus Verlag)
Mäzenatin: Tanja (Emporion of Games)
Erzähle uns in den Kommentaren bis zum 16.08.2020, 24 Uhr, entweder deine Erinnerungen an die Jahre 2008/2009 oder deine Prognose zur Zukunft des Rollenspiels!

Links:

Envoyer
Tanja, die beste Mäzenatin von allen
Zeitreise zu Greifenklaue 2009! Kein Witz!
Zeitreise ins Tanelorn 2009! Auch kein Witz!
Eskapodcast – Folge 115: das beste Rollenspiel aller Zeiten
1&1 Außenwirkung im Jahr 2009
Eskapodcast – Folge 142: die verbotenen Gehheimnisse der OSR

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29 Gedanken zu „Folge 152 – Pen & Paper Rollenspiel am Ende! (Anno Domini 2009)

  1. Meine Prognose zur Zukunft der Rollenspiels? Kann ich machen, ohne die Folge 152 gehört zu haben: Wir werden alle sterben und können dann nicht mehr rollenspielen.

    Oder die Bibel hat doch recht und wir landen in der Hölle, weil wir einen rechtschaffen bösen Charakter gespielt haben. Ich weiß aber nicht, ob Luzifer dann bereit ist zu, leiten.

    Oder Vecnas Kopf existiert doch …

  2. Im Jahr 2008 habe ich das letzte Mal ein LARP veranstaltet und auch das letzte Mal als Spieler besucht. Das Hobby habe ich für mich 2009 beendet, weil meine Peergruppe der Rollenspieler das klassische Zeitproblem hatte und mich es nicht mehr kickte. Ich habe noch zehn Jahre auf dem Mythodea als SL geholfen. Aber als Spieler oder Veranstalter nicht mehr.
    P´n´P habe ich damals noch weitergespielt und sogar eine neue Runde gestartet.
    Ich habe in dieser Zeit kaum Rollenspieler unter dreißig gesehen, und deshalb war ich auch der Meinung, dass Rollenspiel zugunsten der Computerspiele dahinscheiden werden. In meiner Wahrnehmung würden die RSPler „aussterben“.

    Ich bin natürlich ganz froh, sich die Szene wieder berappelt hat. Wenn es mir auch zuviele Veröffentlichungen verschiedenster Rollenspielesysteme sind.

  3. Oh 2009! Wohl dem, der ein Rollenspieltagebuch führt! Ich erlebte als Spieler und Spielleiter cthultoiden „Horoor im Orientexpress“ und brachte den Spielern einen „Sommernachtsalptraum“, lernte „Kobolde fressen Babies“ kennen, leitete DSA-Classic „Der Wald ohne Wiederkehr“, besuchte „Nachtblaue Untiefen“ in Myranor und hatte einen Metproben-Abend, weil einer der Spieler auf der RPC einen Methändler aufgetan hatte. 2009 war für meine Rollenspielverhältnisse ein echt gutes Jahr mit nur 11 Wochen ohne Spiel.

    • Michael! Rollenspieltagebücher sind so ne krasse Sache! Ich habe auch noch zwei (?) davon irgendwo, darin zu blättern gibt mir extreme Flashbacks!

      Vielen Dank, das werde ich wieder reaktivieren.

  4. Erstmal großartig, dass ihr meinen Kommentar aufgegriffen habt. Wenn ich das bloß reproduzieren könnte, um meine Wunschthemen umgesetzt zu hören…
    Auch großartig auf den Envoyer zurückzugreifen. Der begleitete mich die ersten Jahre meiner Rollenspielkarriere sehr, zuerst als Leser, später als Autor. Insofern bin ich leider nicht bereit, mich von meiner Sammlung zu trennen. (Wenn ein Spezialist für Dokumentendigitalisierung sie leihen möchte, um sie hochwertig einzuscannen, wäre das aber etwas Anderes.)

    Zum Thema:
    Zunächst einmal war die Szene 2009 wirklich ziemlich schwach. Die Verkäufe lagen brach, die Mitglieder wanderten ab oder zogen sich in Enklaven zurück (siehe Midgard). Und die Verlage hatten praktisch nichts, womit sie das hätten ändern können.
    Deshalb lag alle Hoffnung auf der Spielerschaft, sie möge doch das Feuer weitertragen. Damals nahm ich mir vor, möglichst viele Neulinge zu werben. (Und tat das auch über die Jahre mit einigem Erfolg.)
    Da war ich aber eher die Ausnahme. Was in eurer Folge gar nicht angesprochen wurde: Ich zumindest empfand damals auch die Stimmung in der Szene als mies und allgemein negativ. Und es ist schwer, neue Leute zu begeistern, wenn man lieber über die Schwächen der neuen Edition meckert oder sich auf das angeblich „niedrige Niveau“ von Einsteigern nicht „herabbegeben“ will. Da stand sich die Szene jahrelang selbst im Wege.

    Die wichtigste (wenn auch nicht einzige) Ursache nanntet ihr ebenfalls: WoW und andere Onlinespiele sogen Spieler und Spielzeit ab, mit viel geringerer Starthürde.
    Dass WotC hier eine Edition für schrieb, die keiner haben wollte, kann man ihnen nicht anlasten. Sie hatten praktisch keine Zeit für Marktforschung. Denn Hasbro hatte WotC schon 1999 gekauft und stellte zunehmend unrealistische Forderungen an die Wirtschaftlichkeit von D&D. Und wurden diese unerfüllbaren Wünsche nicht erfüllt, dann wurden massenhaft Leute entlassen. Deshalb kam sehr früh eine neue Edition, weil sich Grundbücher am besten verkaufen, war es eine Verzweiflungstat.

    Bei eurer Besprechung der professionellen Verlage hätte ich mir eine feinere Unterteilung gewünscht zwischen professionellen Verlagen, die damit etwas Geld verdienen, und solchen, die genug einnehmen, dass da auch jemand von leben kann. Die Zahl der Verlage, die auf dem Papier Profit machen, ist seit 2009 gestiegen. Aber die Zahl der Leute, die von Rollenspiel leben können, ist gesunken. Vor allem beim Marktführer WotC arbeitet heute nur noch ein Bruchteil der Leute an D&D, die es 2000 einmal waren.
    Ähnlich sehe ich es bei der Frage, ob kleine Rollenspiele eine Chance hätten. Eine Chance, Fans zu kriegen und weiterhin zu erscheinen? – Ja, klar. Eine Chance, dass jemand davon leben kann? – Witz, komm raus.

    Für meine Prognose extrapoliere ich erst einmal, was ich aktuell für Entwicklungen sehe, und schreibe dann, was ich mir wünschen würde.
    Also Jetztzeit und Extrapolation:
    Wir haben aktuell eine Phase, in der Rollenspiel als gut gilt (und nicht wie in den 80ern als böse). In der Richtung entwickelt sich gerade auch sehr viel, unser Ruf steigt also tapfer. Ich sehe dafür vier Ursachen, die sich als Trends aktuell zumindest noch halten und es wohl auch noch weiter tun werden: (1) Die Salonfähigkeit der Fantasy durch Herrn der Ringe und Harry Potter (letzteres sehr wichtig, weil professionelle Literaten sich schwierig über etwas beschweren können, was Millionen von Kindern zum Lesen brachte). (2) Das Einwandern von Rollenspielern in die Entscheiderstellen in der Unterhaltungsindustrie. (3) Das Konzept der digitalen Entgiftung und anderen Gegengewichten zum digitalen Spiel. (4) Die wachsende Verwendung von Rollenspielen für die Therapie, bspw. von Aperger-Autisten. (Es ist schwierig, etwas für böse zu erklären, wenn es nachweislich Medizin ist.)

    Die Actual Plays gaben der Szene einen riesigen Schub. Dadurch wurde das Hobby nicht nur spannend und bekannt, es wurde auch aufwandsfrei zugänglich. Man muss niemandem mehr erklären, was man tut, er kann sich einfach berieseln lassen. Und genau das will der Konsument. (Aus diesem Grunde halte ich Schnellstarter übrigens für Zeitverschwendung. Wie Spielanleitungen von Videospielen liest die heute kein Mensch und sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß.)
    Diese APs bewirken aber auch eine deutliche Änderung in den Regelwerken, denn nicht jedes System ist gleich gut AP-geeignet. Regeln sollten nicht nur einfach sein, sondern für Zuschauer auch leicht zu erfassen. Da stolperte D&D 5 zufälligerweise rein mit ihrem Vorteil-Nachteil-Würfeln, was einfach besser für APs geeignet ist als kleinteilige Boni, die kein Zuschauer mitrechnen möchte.
    Noch besseres Beispiel: Bis zu der AP-Welle war Dread ein absolutes Nischensystem. Aber dieser Jenga-Turm ist vermutlich das am besten auszustrahlende Regelelement der Rollenspielszene. Und schon warf Geek & Sundry mehrere Projekte auf das System.
    Der Schwung, den die APs in die Szene bringen (wie Carsten zurecht bemerkte), scheint mir sogar fast noch wichtiger. Am Ende sind es nämlich meistens noch die etablierten Spieler, die die Neuen dann ins Hobby bringen. (Heute oft, weil sie von AP-Zuschauern darum gebeten wurden.) Und wenn die für das Hobby und die Szene brennen, dann bewirkt das mehr als jede Einsteigerbox. Dass gerade das Internet diese positive Stimmung in die Szene brachte, spricht vermutlich für uns. Sonst kennt man das Netz ja eher als eine Maschine, die zu gleichen Teilen Aufregung, Empörung und Erste-Welts-Heulsusen hervorbringt.

    Auch die Crowdfundings greifen mehr und mehr um sich, und das wird auch nicht weniger werden, dafür sind sie wirtschaftlich zu schlagkräftig.

    Was die Videospiele angeht, die weiterhin der größte Konkurrent um die Spielzeit sind, hat sich die Szene ganz gut von einem Gegeneinander zu einem Nebeneinander entwickelt. Oder weniger friedliebend: Das Tischrollenspiel musste sich eine ökologische Nische suchen, die dem Videospiel ausweicht. Und der Effekt auf die Spielstile und Systeme ist ziemlich deutlich. Weniger reines Monsterkloppen, was Videospiele eh besser können, mehr Charakterinteraktion. Weniger simple Handlungen mit harten Grenzen, mehr die Freiheit, die nur eine menschliche SL leisten kann. Und weniger komplexe Regeln, weil trotz allem weniger Zeit vorhanden ist. Deshalb sind die Plot-Point-Campaigns von Savage Worlds so erfolgreich: Weil sie den verringerten Zeitrahmen von berufstätigen Leuten, die auch andere Spiele spielen, respektieren.

    Was ich mir wünschen würde:
    Weniger Platzhirsche. Die APs haben einige, wenige Systeme massiv wachsen lassen. Gerade in den USA gibt es viele Leute auch innerhalb der Szene, für die D&D das einzige Rollenspiel ist. Und ich meine nicht, sie seien Snobs, die nur ihr eigenes System ernst nehmen. Die wissen es ehrlich nicht besser.

    Außerdem wünsche ich mir bessere Rollenspieltheorie. Anderen Medien haben eine gut ausgearbeitete Analyse dahinter. Uns fehlt die weitestgehend. Es gibt mehr und mehr Werke dazu und auch die Podcasts (wie ihr) liefern gute Arbeit.
    Aber es fehlt der ganzen Sache massiv an Empirie. Viele der Fragestellungen sind empirisch zu behandeln, werden es aktuell aber nicht. Ich sah erst letztens ein Video dazu, wie die Mechanismen von D&D zu kompetitivem Spiel führen (gut empirisch belegt) und wie dies zum kompetitiveren Spielern außerhalb des Spiels führe (wie die Killerspieldebatte fragwürdig und überhaupt nicht empirisch belegt).

    PS: Wenn ich mit meinen Kommentaren so viel bewirken kann, mache ich hier mal schamlose Eigenwerbung für meinen Blog: https://unprominente.de/
    Da stelle ich Leute vor, die eigentlich berühmt sein sollten, aber es irgendwie nicht sind.

    • Würde ich weitestgehend so unterschreiben.

      Mit zwei Einschränkungen:
      1. Ich glaube, das Einsteigerboxen/Schnellstarter durchaus ihre Berechtigung haben – allerdings weniger als Lockmittel für Neuspieler denn als Motivation für Altspieler, das System auch wirklich mal zu leiten (50-100 Seiten sind halt schneller gelesen als 300), und ggf. damit die Popularität des Systems zu erhöhen
      2. Weniger Platzhirsche ist zweischneidig – immerhin sorgen die Platzhirsche ja auch dafür, dass Rollenspiel überhaupt wahrgenommen wird. Das Problem ist aber natürlich durchaus vorhanden.

      • Da würde ich schon recht deutlich zwischen Schnellstartern und Einsteigerboxen trennen.
        Die Boxen führen zum Spiel hin (wenn sie gut gemacht sind), die Schnellstarter erklären auf einer viel höheren Ebene.
        Analog zum Videospiel: Einsteigerboxen sind ein Tutorial (das Spiel geht direkt los und lehrt einen dabei), Schnellstarter eine Bedienungsanleitung (man muss erst lesen und sich dann erst einmal das nötige Material besorgen usw.). Erstere funktionieren, zweitere liest kein Mensch.
        Ist natürlich etwas extrem dargestellt, aber ich denke es wird klar, was ich meine.

  5. Wieder eine schöne Folge! Vielen Dank dafür!

    Aber wie sehe ich das Rollenspiel in der Zukunft? Dazu muss ich aus meiner Perspektive erst ein wenig zurückdenken. Meine Prognose für die Zukunft hat durchaus auch etwas mit dem Rückblick ins Jahr 2008 zu tun.

    Ich kann mich erinnern, dass so in dieser Zeit so langsam bei manchen Cons, nach spürbar rückläufiger Besucherzahl, ein Neues Thema aufkam: Kinderbetreuung, Zimmer für Familien! (jedenfalls war dies auf den Midgardcons so, die ich damals besucht hatte). Diese große Generation der Rollenspieler, die das Rollenspiel noch unter Schmidt Spiele kennen gelernt hatten, sind wohl älter geworden, haben Berufe ergriffen und Familien gegründet. Da fiel natürlich ein großer Teil, weg, denn so viele Babysitter kann man gar nicht auftreiben, dass man seine Rollenspielrunde mit seinen Freunden noch regelmäßig weiterspielen kann. Da kann natürlich WoW eine Lücke füllen, wenn die Elternteile ihre Freizeit nicht mehr so ungebunden haben, wie zuvor.

    Aber jetzt mein Blick auf die Zukunft des Rollenspiels. Es sind jetzt wieder ca. 10 Jahre vergangen und die Kinder sind größer geworden. Der Markt hat dies schon erkannt und hat zur Zeit in Deutschland zwei Rollenspiele für Kinder auf den Markt gebracht. Es wird nicht mehr lange dauern, bis diese einfach mit auf Cons gebracht werden. (ich sehe jetzt schon vereinzelt Jugendliche, die sich auf Cons zu den alten Säcken trauen und ihr Ding machen). Diese werden dann für Mitschüler Multiplikatoren sein und die Szene wird sich mindesten halten, wenn nicht sogar wachsen.

    Auf Cons werden hoffentlich bald extra Runden für junges Publikum angeboten, damit diese mit passenden Rollenspielabenteuern versorgt werden und die Eltern in der gleichen Zeit die Ü18-Hardcore-Splatter Abenteuer spielen können. Und irgendwann wird sich das mischen.

    Ich sehe das also ganz entspannt für das Rollenspiel. Vor 12 Jahren habe ich mir da noch echt sorgen gemacht, doch jetzt ziehe ich mit einigen Kurzen über die Mauer und schaue was da so alles zu entdecken gibt.

  6. Hallo zusammen,

    wir waren zu der Zeit 2008-2009 zwar auch am WoW zocken, aber Platz für (n)WoD war da trotzdem noch genug. 🙂 Im Vergleich zu (o)WoD das angenehmere System. Nur hätte White Wolf deutlicher klar machen sollen, dass es keine Fortführung der alten Welt ist. Ich denke, daran ist die (n)WoD gescheitert. DnD (grade das 4er) hatten wir zwar ausprobiert, sind aber recht bald zu 3(.5) zurückgekehrt. Ansonsten viele Systeme mal ausprobiert.

    Die Zukunft? Mehr Nutzung der digitalen Möglichkeiten. Sei es das Spielen über Discord/roll20 etc oder auch der Charakterbogen aufm Handy/Tablet. Handouts die per Chatprogramm rumgereicht werden statt ausgedruckt.
    Animierte Battlemaps mit entsprechend animierten Helden/Monstern als bezahlbares Feature für die Online-Tool halte ich für realistisch.

    Die Spiele selbst werden wohl wieder komplexer bzw. Baukastenfürmiger werden nach dem jetzt vieles reduziert wurde. Kostenloste bzw. paywhatyouwant Abenteuer/Kampagnenwelten von Hobbyschreibern. – Bei den Verlägen wird sich sicherlich ein wenig durchmischen, aber im Endeffekt wirds bei einer handvoll großer Verlage plus eine Unzahl kleiner Indistudios mit 2-4 Systemen bleiben.

    Was ich mir erhoffen würde, aber nicht erwarte, wäre eine Art deutsches Critical Role auf so nem Kanal wie ZDFneo oder auf Arte die sich trauen mal was neues auszuprobieren. Oder evtl. als ne Art Podcast/Hörspiel im Radio 1x die Woche.

    Und: DSA wird nicht mehr den großen Marktanteil haben wie bislang. Es wird sich mehr zersplittern plus 1-2 größere Systeme von so Sendern wie die RocketBeans die eine komplettt neue Kundschaft anspricht.

    Und natürlich Folge 400 des Eskapodcast 😉

    Viele Grüße
    Thomas der Zweite

  7. Im Jahre 2009 wusste ich (leider) noch nicht was Pen and Paper war. Aber gut. Mit meinen damaligen 11 Jahren sei mir das verziehen.
    Die Zukunft des Rollenspiels seh ich durchweg positiv. Klar sind wir irgendwie gerade in einem Hype, allerdings gibt es die Hoffnung, dass der nichht so schn3ll wieder abflaut.

    Hoffen wir mal auf das beste 😉
    Viele Grüße
    Karl

  8. Erstmal herzlichen Glückwunsch zum fünfjährigen Jubiläum! Kommt mir eher wie 15 Jahre vor, seid ihr doch nicht mehr wegzudenken. Toll, dass es Euch gibt!
    2008/2009 habe ich (wieder) angefangen auf Conventions zu gehen, was 2010 in meinem ersten Romanvertrag mündete. Eure (und Frank Hellers) Beschreibung der Zeit ist recht zutreffend. Wobei ich schon kurz darauf 2010/2011 bereits einen kleinen Aufschwung registriert hatte.
    25000 Auflage im Romanbereich gibt es allerdings schon lange nicht mehr. Das wirkt auf mich wie ein Relikt aus den 90ern und wird sicherlich nur noch von den besonders erfolgreichen Autor*innen erreicht. Heutzutage hat man ab einer Auflage von 10000 Exemplare bereits einen Bestseller geschrieben. Und dabei spreche ich vom generellen Belletristikmarkt und nicht von den Rollenspielen. Da sehen die Zahlen ganz anders aus. Vor kurzem wurde verkündet, dass D&D 5 demnächst satte 20000 Exemplare umfassen wird. Das ist ein Riesenerfolg, bei dem nur gaaanz wenige mithalten können. Gerade bei den kleineren Systemen bewegen sich die verkauften Exemplare auch gerne mal im hunderter Bereich.
    Stichwort Envoyer: Mein erster Artikel sollte in der letzten Ausgabe des Envoyers erscheinen, schaffte es dann allerdings erst in die Ausgabe der Spielexpress, zu dem Magazin, zu welchem Envoyerartikel umgeleitet wurden. Wenn ihr noch Ausgaben des Envoyers sucht, ich glaube, ich habe noch einen großen Stapel. Ich schaue gerne mal nach, ob ich sie finde und ob ich Sie Euch oder Lady Dunkelsinn vermache.

  9. Manche Erinnerungen teile ich: drei Monate ohne Internet, WoW war leider omnipräsent und der Abgesang des Pen and Paper Rollenspiels. Für mich war das die Initialzündung zu „jetzt erst Recht“. Nach 9 Jahren Pause hatte ich mir eine neue DSA-Runde gesucht und mit dem Organisieren von vielen Mini-Einsteiger-LARPs die Freude am analogen Spielen hochgehalten. So gut dieses PC-Spiel anfänglich auch war, fehlten letztlich beim WoW die soziale Interaktion und die Möglichkeit zum echten Rollenspiel. Ganz nebenbei war es mit der schier endlosen Beschäftigungstherapie (sammle 20 von…) ein absoluter Zeitfresser; ohne jedoch das Gefühl mit Freunden eine tolle Zeit erlebt zu haben.
    Prognosen:
    Pen and Paper erlebt eine Wiedergeburt. Dank Youtube und Kanälen wie OrkenspalterTV haben Neueinsteiger eine tolle Möglichkeit, sich erste Informationen zu holen. Mit online Plattformen kann jeder ortsunabhängig an Spielrunden teilnehmen. Leider ist besonders im ländlichen Bereich das Spielangebot sehr dünn.
    Eventuell wird durch die Pandemie die Bedeutung von Conventions abnehmen. Was sehr schade wäre.
    Die Pandemie hat das Spielen auf LARPs unmöglich gemacht. Ich organisiere seit 20 Jahren ehrenamtlich LARPs und meine Prognose sieht sehr düster aus. Viele Freunde haben Angst sich auf künftige Veranstaltungen anzumelden. Da als Organisator das eigene private Kapital drin steckt, kann und will man mit diesem Damokles Schwert über dem Kopf nicht seine Freizeit opfern. Es werden 2021 in erster Linie die großen kommerziellen Anbieter LARP veranstalten; u.a. weil ihre Existenz davon abhängt. Entsprechend wir das Fantasy Spiel sich dort hin konzentrieren. Bei Cons unter 80 Personen sehe ich die Chance bei den Subgenres wie Cthulhu, Post-Apokalypse u. ä., dass wieder auf die Beine kommen.
    Viele Grüße
    Tobias

    • „Eventuell wird durch die Pandemie die Bedeutung von Conventions abnehmen. Was sehr schade wäre.“
      Und wenn es die Leute, die zur Zeit nur zu Online-Cons gehen, nach Corona zu Offline-Cons bringt, damit sie ihre Mitspieler mal persönlich treffen können? 😉

      Ich mag das online spielen persönlich nicht weil mir dabei zu viel fehlt, aber ich sehe darin ein großes Potential neue Spieler zu gewinnen (geringere Einstiegshöhe) die dann auch offline Leute zum spielen suchen bzw. eigene Runden gründen. – Das wäre ein guter Zugewinn für die Szene.

      • „Und wenn es die Leute, die zur Zeit nur zu Online-Cons gehen, nach Corona zu Offline-Cons bringt, damit sie ihre Mitspieler mal persönlich treffen können?“
        Thomas, dass wäre absolut wünschenswert. Und ich drücke schwer die Daumen für eine lebendige postpandemische RPG-Kultur.
        Der soziale Faktor war für mich auch ein zentraler Punkt wieder mit dem „Pen and Paper“ anzufangen. Vorallem, da ich Alternativen wie dem TV-gemeinschaftlichen Fußballschauen nicht viel abgewinnen kann. 😉

  10. Hallo Martin – hast Du eine Möglichkeit für eine Link auf die orignalen Hellerschen Thesen? Der Link darauf bei Greifenklaue ist tot, und im Tanelorn werden die Thesen nur zsmgefasst.

  11. 2009 habe ich mich in einer durchwachsenen Runde durch etliche Midgard-Kaufabenteuer durchgespielt. Zunehmende Ödnis!
    Ich habe außerdem Ars Magica gespielt. Das war schon besser, aber leider auch relativ selten. Ars Magica spiele ich übrigens auch heute noch.
    Insgesamt war 2008/09 dennoch die Zeit des Niedergangs. Der Anfangsenthusiasmus war längst verpufft, die alten Spiele wurden langweilig, das Blättern in den Regeln nervte, die Erfahrungspunktevergabe und das Figürchenschubsen kamen mir zunehmend albern vor. Immer öfter dachte ich darüber nach, das Hobby aufzugeben. Noch vier oder fünf Jahre sollte es dauern, bis ich Fate und Erzählspiele kennenlernte. Da war plötzlich alles wieder sehr spannend und aufregend.

    • Aaron, ich kann dir das nachfühlen. Ein Tavernenbesuch sollte nicht zur Wirtschaftssimmulation verkommen.
      Als Meister muss man manchmal sich über das System hinwegsetzen. Oder man nimmt gleich das Erzählspiel. Die Frage ist immer, ob die Gruppe mitzieht.

  12. Also als Con-Veranstalter erinnere ich mich, dass unsere Con in der Zeit 2008/2009 immer brechend voll war. Alle Tische besetzt bis auf den letzten Platz.
    Wir hatten auch regelmäßige Rollenspieltreffen und die liefen auch. Ich denke mal Frank Hellers meinte eher die finanzielle Situation der Verlage und weniger die aktiven Spieler.

    Die Prognose für die Zukunft ist rosig. Da mach ich mir überhaupt keine Sorgen.

  13. Machen wir uns nichts vor: Der Markt ist verdammt klein! Das war vor 11 Jahren so und ist auch jetzt noch. Ich habe nicht das Gefühl, dass der Absatz von Rollenspielprodukten wieder stark angestiegen ist. Auflagen in drei- oder vierstelliger Größe sind im deutschsprachigen Raum kein Markt (wirtschaftlich gesehen). Zudem ist die Produktion von Rollenspielen und Abenteuern – wie ihr schon gesagt hattet – mit viel Aufwand verbunden. Um mal in der Sprache der „Höhle der Löwen“ zu sprechen: „Das ist leider kein Investment Case für mich. Ich bin raus!“ 😉

    Und doch ist kein Ende in Sicht! Ich sehe eine florierende Szene. Halt für große Märkte uninteressant, aber im Kleinen betrachtet sehr belebt, bunt, divers, beschwingt. „Leidenschaft“ hatte Frank Heller ja schon in seinem Fazit prognostiziert und das sehe ich heute auch so. Leidenschaft ist der Motor der Rollenspielszene. Und wird es auch in Zukunft bleiben. Zum einen werden weiterhin jüngere Generationen (vor allem über Onlinegaming, Podcasts, Actual Plays auf Youtube oder Twitch etc.) Pen & Paper für sich entdecken (wenn für die meisten nicht unbedingt als Hauptfreizeitbeschäftigung). Zum anderen werden mehr ältere Leute aus Nostalgie-Gründen wieder „zurückkommen“. Vor allem stellt Rollenspiel in unserem digitalen Zeitalter ein wunderbares Mittel zur Entschleunigung dar: Weg vom hektischen Alltag, den Instagram-Posts und TikTok-Links, hin zu ein paar Stunden Kopfkino abseits vom Smartphone. Total retro ;D

    Dass Rollenspiel aber irgendwann mal „hip“ und von der breiten Masse hoch geschätzt wird und einen riesigen Markt eröffnet, sehe ich nicht so. Vielleicht entwickeln sich vermehrt Mischformen, ausgehend vom Hype um Escape-Rooms, Krimidinner und Fantasy-Netflixserien. Aber sich ein paar Stunden offline an einen Tisch setzen und im Kopf durch phantastische Welten spazieren zu gehen, so viel Zeit werden die meisten Menschen vor allem nicht in Zukunft erübrigen. „Was? Fünf Stunden? Weißt du eigentlich, wie viele Folgen meiner Lieblingsserie ich mir in dieser Zeit anschauen könnte?“

    Zusammengefasst: Aufstieg ja, aber nur sehr langsam ansteigend. Kein Boom in Sicht, aber ein Ende schon mal gar nicht. Es wird eine noch größere Auswahl sowie viele neue Formen des Rollenspiels geben. So oder so: Es wird spannend und abwechslungsreich 🙂

  14. Naja, ich denke rückblickend kann man sagen das die Rolenspiele von Anfang an in der digitalen Welt vertreten waren. Ich hab hier noch Fallout 1, Fallout 2, Fallout Tactics, Schatten über Riva, das andere DSA Spiel glaube ich auch, Deus Ex und Deus Ex 2. Der Sprung kam halt mit der Vernetzung, das hat einen tierischen Hyoe ausgelöst und alle sind auf World of Warcraft abgefahren das ich persönlich für kompletten Kitsch halte, aber das ist Geschmackssache. Ich hab dann für meinen Teil lieber alleine weitergespielt.
    Man hat im Laufe der Jahre gesehen was sich in MMORPGs für Abgründe auftun, Mobbing, Doxxing, Stalking, Rassismus, Holocaustleugnung und die wohl legendäre „Rape Tavern“ aus WoW.
    Ich selber habe erst vor zwei Jahren glaube ich dann mal versucht als alter Elder Scrolls Spieler in Elder Scrolls Online einzusteigen. Ich habe den Weg zu The Elder Scrolls über Morrowind gefunden das ich zuerst sehr strange fand mich dann aber total überzeugte. Oblivion war technisch ein bisschen schwach, aber persönlich fand ich das eine schöne Fortsetzung. Und Skyrim wird von der ganzen Familie gespielt. Ausser der Frau, die macht Farmville. Legendär. Episch. Aber Elder Scrolls Online? Die Welt ist gut, die Umsetzung nice, aber die Leute die da rumlaufen gehen gar nicht. Ich habe ESO wo immer es ging allein gespielt weil es einfach keinen Spass macht mit den anderen Spieler. Der Stil den die pflegen, die Art wie die spielen und die Nachrichten, die Namen, das zerstört alles den narrativen Rahmen. Da kann ich auch irgendwas spielen. Ich wollte aber Tamriel erforschen. Eine riesige Enttäuschung. Wie gesagt, Bethesda hat das nice gemacht, aber die Spieler sind ein no-go. Hab ich auch von anderen gehört.
    Dann kam Fallout 76. Ich hab mich gefreut. Ich war begeistert. Technisch teilweise katastrophal weil man keine NPCs zum interagieren hat und alles immer wieder blank startet, aber das wirklich Manko sind dann wieder Arschlochspieler die komplett vorbei am narrativen Rahmen entweder schlecht spielen oder Bullies sind. Seitdem verstaubt das wieder.

    Ich denke das das gute alte Rollenspiel digital wie offline ein Revival erleben wird weil es eben viele Menschen gibt sich ausprobieren wollen, die Geschichten erzählen wollen, die Geschichten hören und erleben wollen. Die keinen Bock haben das man sich gegenseitig auf der menschlichen Ebene mies behandelt. Und da fehlt online Spielen, gerade MMORPGs ein „Arschlochfilter“.

    Bei einer Rollenspielsession ist man direkt mit Menschen konfrontiert. Man spürt direkt die Konsequenzen für sein Fehlverhalten, da kann man nicht die Sau rauslassen. Und das hebt die Standards.

    Die Zukunft würde ich in nicht kommerziellen Alternate Reality Games sehen. Also nicht wie bisher ARGs die einen Film oder ein Produkt bewerben sondern eine Immersion im Alltag generieren. Das würde eher in den Bereich des perfomativen LARP gehen, ich glaube das ist das skandinavische Modell, ich hab früher nur Reenactment gemacht, daher bin ich da kein Profi. Durchaus auch mit linearen Verläufen, weil es eben Quests und Kampagnen braucht aber eine Menge Opensource und Sandbox in der die Spiele eben sich durch die Spieler weiterentwickeln und evolvieren. Man sollte nie die Macht der Community unterschätzen.

    Ich suche mir derzeit nach Ewigkeiten eine Rollenspielrunde zum mitspielen trotz meiner Playstation und dem erweitertem Skyrim was da schon wieder läuft. Manche Sachen kann man nicht automatisieren.

  15. Ich muss euch gleich mal korrigieren. Feder und Schwert hat damals D&D 4E nicht wegen wirtschaftlichem Misserfolg eingestellt.
    WotC wollte damals einfach mehr Geld haben und F&S haben daraufhin gesagt, dass sie das nicht zahlen wollen und ein Gegenangebot abgegeben.
    Darüber hat WotC, wegen der Überschätzung des deutschen Marktes, herzlich gelacht und gesagt „Tja, dann habt ihr die Lizenz wohl nicht, wir finden schon einen anderen Verlag, der D&D 4 auf Deutsch macht und uns die Kohle bezahlt. Immerhin sind wir hier geilsten.“
    Dann haben WotC wohl bei allen deutschsprachigen Verlagen angeklopft, woraufhin diese herzlich gelacht, und dankend, abgelehnt haben.
    Also ist letztlich WotC daran Schuld, dass D&D 4 nicht weiter auf Deutsch erschienen ist.
    So und nun zu, meiner „richtigen“ Erinnerung an 2008, in dem Jahr 2008. In dem Jahr habe ich eine D&D 4 Runde gestartet, welche (nach einem Systemwechsel zu 13th Age) noch heute besteht. Leider ist ein*e Mitspieleri*n Risikopatient, darum haben wir uns seit Februar nicht mehr getroffen. Wirklich Schade und ich hoffe es geht bald wieder normal weiter.

  16. 2008/2009:
    Tatsächlich spiegelt die Geschichte auch ein wenig meinen damaligen Stand mit dem Rollenspiel wider: Ich hatte in den 00ern nochmal durchaus eine Menge in mehreren Gruppen am Bodensee gespielt (DSA, Cthulhu, D&D 3, Engel, Vampire, Trinity…), war auch Mitte des Jahrzehnts rum mal auf einigen kleinen Cons in Süddeutschland gewesen, habe an ein paar LARPS teilgenommen und an Abenteuerwettbewerben teilgenommen. Sogar Tabletop habe ich zeitweise mal gespielt (Warmachine: Cryx). Aber so um 2008/2009 haben sich einige Dinge ganz schön geändert:
    Ein Jobwechsel, durch den ich wöchentlich pendelte hat alte Gruppen langsam aufgelöst und auch neue entstehen lassen, aber so ein wenig ging mir in der Zeit da schon die Luft aus, auch wenn ich weiter Runden hatte. Schließlich bin ich dann ganz umgezogen, auch weil ich meine zukünftige Frau kennengelernt habe. Und dann erst, so 2010, als es echt auf der Kippe gestanden hat, habe ich wieder mehr zum Rollenspiel gefunden, die Situation hat sich gewendet: Ich habe erst Pathfinder und dann immer mal weitere Rollenspiele wieder gespielt, habe über einen Wettbewerb zum Schreiben offizieller Abenteuer gefunden und bin seitdem wieder viel mehr im Hobby drin, spiele (zumindest bis Anno Corona) wieder mehr, schreibe viel und freue mich auf all die neuen Entwicklungen, Actual Plays, Crowdfundings, Erzählspiele und andere Innovationen auf dem Markt, habe Kontakt zu vielen Machern (vor 2008 war das nahezu 0) etc.

    Fazit: Also entweder folge ich da ganz dem Momentum des Rollenspielmarktes, oder (wahrscheinlicher) meine geistigen RPG-Wellen wirken auf die Szene und ziehen sie mit 😀

  17. Eine grundsätzliche Frage. Können Spieler ein Abenteuer als Herausforderung überhaupt meistern? Weil, das tut ja der Meister schon.

  18. Meine persönliche rollenspielerische Erinnerung an 2008/09 weist keine Besonderheiten oder große Unterschiede zu den Jahren davor oder danach auf. Ich kann nicht verstehen, dass man sich über die damalige allgemeine Lage beklagen kann, denn schließlich gab es auch damals schon eine große Menge Rollenspiele aus mehr als 25 Jahren RS-Geschichte, die man spielen konnte. Mein eigenes Rollenspiel-Umfeld war in den Jahren jedenfalls gut intakt und sehr wahrscheinlich haben wir 2008 relativ oft Call of Cthulhu gespielt.
    Als langjähriger Con-Veranstalter seit 1990, kann ich eine kleine Flaute bei den Rollenspielern unter den Con-Besuchern durchaus bestätigen, allerdings nur für 2007. 2008 und 2009 ging es schon wieder deutlich nach oben, was sicher damit zu tun hat, dass wir uns bemüht haben wieder mehr Leute zur Veranstaltung zu locken.
    Überhaupt gilt eben gerade für die Rollenspiel-Szene: Nicht jammern, sondern machen.
    Von Zukunftsprognosen halte ich nicht besonders viel, bin aber auch schon ein paarmal danach gefragt worden. Die mögliche Entwicklung des Rollenspiels hätte ich Ende 2019 sicher komplett anderes eingeschätzt, als sie sich in Covid-19-Zeiten darstellt, was den geringen Sinn einer Prognose für mich wieder bestätigt.
    Für die Zukunft wünschen würde ich mir jedoch, dass sich mehr Rollenspieler wieder stark darauf konzentrieren, dass wir alle ein kreatives und kommunikatives Hobby haben. Ein Hobby, dass vor allem davon lebt, dass wir nicht nur konsumieren, was man uns vorsetzt, sondern unendliche Möglichkeiten bietet, selbst Charaktere, Orte, Welten und Geschichten zu erfinden, die wir mit Anderen teilen können.

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