Folge 114 – ein Alpha-Gamer bricht sein Schweigen

Man kann nicht nur die Spielfigur minmaxen, auch die eigene Spielerpersönlichkeit kann sich zu höchsten Höhen fortentwickeln. Was muss man tun, um ein spektakulär guter Spieler und eine echte Bereicherung für die eigene Spielgruppe zu sein? Wie kann man den Spielleiter optimal unterstützen? Wie wird man zum Stützpfeiler für den perfekten Spieleabend?

Cast: Martin, Richard, Dominik, Holger Länge: 00:54:22

Inhalt:
07:45 schonungslose Analysen: Schwachpunkte und Schwächlinge am Spieltisch
16:05 den Stab brechen: von der Autorität, die Qualität eines Spielers zu beurteilen
27:03 Praxistipps: vom Omega- zum Alpha-Gamer in zwölf Sitzungen
34:31 Spotlight-Steuerung, Flow-Kontrolle und sonstige Hand- und Spanndienste
42:13 goldene Brücken bauen, Kompromisse finden, das Gruppenhandling erleichtern
52:42 die drei großen „S“: Sachkompetenz, Sozialkompetenz, sensationelle Crits würfeln

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Arcane Codex Grundregelwerk (Nackter Stahl – Verlag)
Mäzenatin: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte in den Kommentaren bis zum 03.03.2019, 24 Uhr, die folgende Frage: „Hältst du dich für einen guten Rollenspieler? Welche Eigenschaft zeichnet einen Alpha-Gamer deiner Meinung nach am meisten aus?“

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20 Gedanken zu „Folge 114 – ein Alpha-Gamer bricht sein Schweigen

  1. -Hältst du dich für einen guten Rollenspieler?
    Nein, weil ich zu später Stunde als Rollenspieler oft am Tisch einschlafe. Wenn ich hingegen leite, habe ich dieses Problem nicht.
    Als Spieler versuche ich natürlich Spotlights zu nutzen aber auch im direkten Anschluss diese an meine Mitspieler weiter zu geben.
    Ich finde hierfür die InGame-Frage: „Hey Charakter XY, wie siehtst du die Situation?“, sehr nützlich. Alles weiere kommt dann von alleine.

    -Welche Eigenschaft zeichnet einen Alpha-Gamer deiner Meinung nach am meisten aus?
    Der Alpha-Gamer sollte umschtig, empatisch, vorausschauend und relativ regelfest sein.
    Ein bisschen wirkt der Alpha-Gamer wie die rechte Hand des SL. Die Gefahr ist hierbei, dass dieser sich manchmal auch zurück halten sollte, sodass die anderen Spieler nicht neidisch werden, dass der Alpha-Gamer eventuell als Liebling des Meisters abgestempelt wird, eine Revolte von den Spielern gengen den Alpha-Gamer angezettelt wird, die Spieler versuchen den Meister zu stürzen und am Ende das Haus in Flammen steht. Deswegen sollte man dem Alpha-Gamer als Meister hin und wieder auch mal ein Stein in den Weg legen. Damit klar gestellt wird das nur der Meister mit eisener Hand über seine Spieler herrschen kann.

    Es ist natürlich schön, wenn ein Alpha-Gamer mit am Tisch sitzt und das Spiel auch voran bringt und unterstützt. Erfahrungsgemäß versuchen sich die meisten Spieler auch sich diesem anzupassen und handeln umsichtiger.

    Grüße,
    DanF!

  2. „Hältst du dich für einen guten Rollenspieler?
    Ich denke schon! Aber Selbstbewussein oder Selbstverliebtheit liegen so dich beieinander, dass man bei ehrlicher Antwort nur auf die Nase fallen kann.
    Shame on you, Eskapodcast, Gamer-Shame!

    Welche Eigenschaft zeichnet einen Alpha-Gamer deiner Meinung nach am meisten aus?“
    Teamgeist! Der Spielende sollte mindestens das Team der Spieler und ggf. auch den Spielleiter unterstützen. Die Schüchternen aus der Reserve locken, die Egoisten einfangen, mit gutem Spiel vorangehen, selber nach vorne ziehen, wenn es stockt und und sich bremsen, wenn er zu sehr drängelt.

    BÄM, dass ist ja kaum zu schaffen. Wenn man dann noch selber Spass dran haben möchte,…..

    Niemand hat gesagt, dass es einfach ist.

  3. Zunächst ein rein semantischer Kommentar: Wenn Fear the Boot den Begriff „alpha gamer“ verwendet, meinen sie damit etwas ganz anderes als ihr hier. FtB bezeichnet damit Spieler, die so dominant sind, dass sie sich ständig in den Mittelpunkt stellen. Deshalb beschreibt sich Chad öfter als „reformed alpha gamer“ weil er seine Extrovertierheit nutzt, um andere Spieler mit in den Mittelpunkt zu ziehen.

    Jetzt zum Inhalt:

    Ich bin zumindest für den Spielleiter ein guter Spieler, weil ich als langjähriger SL gerne Schützenhilfe anbiete.

    Mir sind besonders gute Spieler aber gar nicht so wichtig. Das mag jetzt seltsam klingen, denn natürlich sind tolle Mitspieler gut. Aber die positiven Signalspitzen liegen einerseits nicht nur an den Spielern, sondern viel auch an der Gruppendynamik. Andererseits sind für mich die negativen Ausschläge viel problematischer.
    Deshalb sind mir supergute Spieler nicht so wichtig wie die Abwesenheit extremer Problemspieler.
    Verlässliches und pünktliches Erscheinen sind mir wichtiger als tolles Charakterspiel.
    Grundlegende Hygiene ist wichtiger als eine spannende Hintergrundgeschichte.
    Das Telefon zur Seite zu legen, fördert das Spiel oft mehr als Regelfestigkeit.
    Usw.

    Wer entscheidet, wann ein Spieler gut ist? – Vielleicht die Gruppe, vielleicht der Spieler.
    In jedem Falle sollte man sich nicht einreden, es gäbe da keine klaren Trends.
    Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber die meisten Betrachter sind sich trotzdem einig, wie das Hüft-Taillen-Verhältnis einer attraktiven Frau aussieht. Weil es eben nicht willkürlich ist, sondern auf weit verbreitete Ursachen zurückgeht.

  4. Ich mag den Begriff Alpha-Gamer nicht. Das klingt nach Rampensau. Besser wäre Premium-Gamer, 5*-Gamer oder Hypermegasupergamer. 🙂

    Hältst du dich für einen guten Rollenspieler?
    Ich bekomme immer wieder Lob gerade für mein Charakterspiel und .
    Aber ich weiß mit welchen Gruppenstilen ich harmoniere und mit welchen nicht. 😉

    Welche Eigenschaft zeichnet einen Alpha-Gamer deiner Meinung nach am meisten aus?
    Habt ihr schön herausgearbeitet. Ich habe nichts mehr hinzuzufügen. Habt ihr gut gemacht!

    • Wir haben den Begriff natürlich deshalb verwendet, weil er mir genau wie dir sehr im Kopf herumgegangen ist und eine Reihe von echt schrägen Konotationen hat. 🙂

      Gute Charakterspieler sind viel wert!
      (Darf man hier nicht eigentlich sogar „Charakterdarsteller“ sagen?)

  5. Moin aus Bremen und danke für das Behandeln des Themas. Einiges würde ich abnicken, das Wichtigste ist glaub ich, dass die Spielgruppe das Maß der Dinge für einen guten Mitspieler darstellt.
    Aber dennoch gibt es natürlich Dinge, die manche Spieler mitbringen, dass sie irgendwie jede Runde bereichern. Mir ist aufgefallen, dass Regelfestigkeit für mich dabei vollkommen sekundär ist – viel wichtiger finde ich das Einfühen ins Setting. Ein richtig guter Spieler schafft es, eine Runde zu bereichern obwohl sie oder er das Setting gerade zum ersten mal bespielt, allein durch Interaktion und Rollenspiel.

    Ein Tipp für euch, falls ihr bei Gelegenheit tatsächlich das Thema Railroading etc. aufgreifen möchtet: Der Orkenspalter hat vor ein paar Wochen genau zu dem Thema Tom Finn, Tigger und Hadmar Wieser interviewt und wirft dabei ein paar Blickwinkel in die Runde, die eure Diskussion vielleicht nochmal ein wenig bereichern. https://www.youtube.com/watch?v=A_Hewo6KBW0

  6. Ja, ich halte mich tatsächlich für einen guten Rollenspieler. Bedingt wird dies durch jahrelange Erfahrung und die Verarbeitung von entsprechendem Feedback. Da ich häufig auch als Spielleiter agiere, kenn ich ich auch die entsprechenden „Problemchen“, die Spielleiter häufig mit Spielern haben.
    Als Spieler versuche ich daher immer unterstützend einzugreifen, wenn eine Situation sich mal festgefahren hat. Klappt bisher auch tatsächlich wunderbar.

    Spezielle Charakteristika eines Alpha Gamers würde ich aber tatsächlich nicht definieren wollen. Was hier gefragt ist, ist von Spielrunde zu Spielrunde individuell.

  7. TL;DR: wie sorgt man als DM für Sessions welche immer einen spürbaren Fortschritt haben mit Erfolgserlebnissen?

    Ich weiß nicht mehr in welchem Podcast Martin erwähnte, dass er es sich wünscht dass der Plot „läuft“, also wenig Leerlauf.
    Genau das ist aktuell in meiner Runde gerade Thema einiger Spieler. Unser DM hat eine recht strikte Vorgehensweise im Kopf und legt uns dafür recht viele Steine in den Weg um auf seiner Rail-Road, so fühlt es sich an, zu bleiben.

    Was ich verstehen kann ist es, dass ein DM nur so viel Zeit hat sich eine Story zu überlegen und diese in Episoden abzuhandeln. Wie nun soll ein DM einen Story-Arc knackig präsentieren vom „Helden ziehen aus“ -> „Helden zerstören den Todesstern“ in 3 Session und es dennoch episch anfühlen lassen?

    Jede Session voll Action geht ja nicht, da wird entweder viel geBS’d, oder man steamrolled durch das vom DM geplante Material.

  8. Hältst du dich für einen guten Rollenspieler?

    Ja, da ich immer sehr erpicht darauf bin mein Meta-Wissen von dem Wissen meiner Charaktere im Spiel zu trennen und jede meiner Figuren besitzt eigene Akzente.
    Auch weiß ich wann ich das Spotlight lange genug hatte und werfe den Ball in die Runde.

    Welche Eigenschaft zeichnet einen Alpha-Gamer deiner Meinung nach am meisten aus?

    SPIEL DIE STORY DIE DER SPIELLEITER DIR GEGEBEN HAT!!!111
    Querläufer bremsen den SL nur aus, außer er bringt den „SideHook“ selbst ein.

  9. A) Durch viel Spielleitung und Beschäftigung mit unserem Hobby über ich viel Reflektion über die Arbeit als Spieler. Also: Ja! 😉

    B) Der Alpha-Gamer muss Fan seiner Mitspieler (inkl. SL) sein.

  10. Hi zusammen,

    als guten Spieler würde ich mich trotz Jahren des Rollenspiels nicht bezeichnen. Das liegt neben dem Talent für Blödsinn vor allem am völligen Unverständnis für Leute, die jede Regellücke nutzen und den Hintergrund für Powergaming biegen. Ein Alpha Gamer würde dem nit Gleichmut begegnen und sehen wie er den Wunsch der hinter dem Verhalten steckt, berücksichtigen kann.

    Ein Alpha Gamer hat aus meiner Sicht ein „outward mindset“ (Quelle:Arbinger Institut). So jemand schaut nicht wie andere ihn beeinflussen und welchen Mehrwert sie für ihn haben, sondern wie die eigene Wirkung auf andere ist.

    Was kann ich tun damit Spieler A Spotlight bekommt? Wie kann ich Spieler B helfen sein Verspätungsproblem zu lösen? Was ist mein Anteil daran das Spieler C immer dszwischen redet?

    In dem Moment wo ich andere Spieler nicht einfach als hilfreich oder hinderlich für Spielspaß sehe, sondern helfe, dass die anderen ihre Ziele erreichen, profitiere ich selbst.

    Dabei geht es nicht dss Verhalten, sondern die Einstellung zu ändern. Ich setzte Spieler A nicht einmalig in Szene, sondern helfe ihm das Selbstbewusstsein dafür zu finden und zu erkennen, wo Momente sind in denen er glänzen kann/ will.

    Spieler B drohe ich nicht mit rausschmiss, sondern helfe zu verinnerlichen, was der Effekt auf die anderen Spieler ist.

    Wenn der Alpha Gamer sich bemüht, dass die anderen Spaß haben, schafft er dss Spiel und die Gruppe durch die er am meisten Spaß hat. Und das ist nichts in Sachen Karma oder Gerechtigkeit des Universums, sondern nur der Umstsnd, dass jeder lieber sein Verhalten öndert, wenn er für sich versteht, warum er das tun sollte.

    Der Alpha Gamer ist also nicht der, der die meisten tollen Eigenschaften hst, sondern alles tut, damit die anderen am Tisch ihr bestes zeigen.

    Grüße,
    Robert

  11. Hallo, lieber Cast!

    Alpha-Gamer finde ich etwas dick aufgetragen, aber ich bin ganz zufrieden mit meinem Spiel. Meine Figuren fühlen sich immer „echt“ an und Mitspieler fragen mich um Hilfe beim Generieren. Meine Hintergrundgeschichten sind lang und detailreich, aber ich streue pro Sitzung nur einen Satz ein, also dauert es – falls keiner nachfragt – durchaus drei oder vier Abenteuer, bis die Mitspieler Genaueres mitbekommen. Da meine Schwester regelmäßig beim HARIBO-Werksverkauf vorbeischaut, bin ich auch in der Rubrik Snackversorgung gut aufgestellt.

    Macht weiter so und beste Grüße!

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