Folge 75 – Werner Fuchs II: Wie ich Das Schwarze Auge erfand (Interview)

Auch 30 Jahre nach seiner Konzeptionierung besitzt Das Schwarzen Auges mit Abstand die größte Spielerschaft und setzt die meisten Rollenspielprodukte um. Werner Fuchs erzählt uns von den Tagen, als er gemeinsam mit Ulrich Kiesow das erfolgreichste deutsche Rollenspiel aus der Taufe hob, welche Überlegungen dabei Pate standen und warum alles so ist, wie es ist.

Cast: Martin, Werner Länge: 01:06:50

Inhalt:
00:49 als erster Mann auf dem Mond: Rollenspieler werden, wenn es kein Rollenspiel gibt?
01:30 Und wie findet man da überhaupt eine Gruppe? 🙂
07:05 nein, ernsthafter: Welche Klein-P&Ps gab es schon vor DSA? Gab es eine Szene?
11:12 1982 – a midsummer night’s dream: TSR will expandieren, Geld regnet vom Himmel
17:15 massig D&D-Übersetzungen, massig Lizenzgebühren an TSR
19:57 Schmidt Spiele: „Wir machen unser eigenes D&D und blasen euch vom Markt“
20:15 sechs Wochen Arbeitszeit = 2 Bücher + 4 Abenteuer + „Werkzeuge des Meisters“
30:11 Das Schwarze Auge: hastig montierter Lückenbüßer oder Herzensprojekt?
37:20 Alpers, Kiesow, Fuchs: von den Persönlichkeiten hinter der Erfolgsgeschichte
43:44 Tatzelwurm statt Plutoniumdrache: Warum ist DSA so hotzenplotzig?
45:37 Schicksalsjahr 1996: Schmidt Spiele löst sich auf, Ulrich Kiesow stirbt
53:57 FanPro: Das Schwarze Auge in der Hände seiner Väter – Lizenz zum Gelddrucken?
60:09 der schönste und der nervigste Aspekt von 30 Jahren DSA
63:32 aus dem Füllhorn für die Fans: Anekdoten und Easter-Eggs

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenk: Numenera – die Box (Uhrwerk Verlag), signierte Kopie eines Fotos aus einem sagenumwobenen Dänemarkurlaub (Werner Fuchs)
Mäzenaten: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte bis zum 21.01.2016, 24 Uhr, in den Kommentaren die Frage, die Werner Fuchs am Ende der Folge stellt (es geht um die Götterwelt Aventuriens)! 🙂 Weitere Fragen zur Entstehung des Schwarzen Auges in den Kommentaren haben ebenfalls die einmalige Chance, beantwortet zu werden.

Links:
Sternengarde
Die Nebel von Avalon (Marion Zimmer-Bradley)
Das Abenteuer-Ausbau-Spiel (Das Schwarze Auge)
Durch das Tor der Welten (Das Schwarze Auge)
Osborne 1 („Laptop“)
Schwertmeister (Das Schwarze Auge)
Als ich Das Schwarze Auge erfand“ (BelaFarinRod)
Eskapodcast – Folge 74: Werner Fuchs (Interview Teil 1)

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70 Gedanken zu “Folge 75 – Werner Fuchs II: Wie ich Das Schwarze Auge erfand (Interview)

  1. Pingback: Folge 74 – Werner Fuchs: Wie ich das Rollenspiel nach Deutschland brachte (Interview) | Der Eskapodcast

    • Ich bin da leider überfragt. Hans Alpers (er ist Claus Lenthe, und ich habe mit seinen Abenteuern nichts zu tun, ja, habe sie bis heute nicht gelesen.) war kein Fantasy-Fan. Originalzitat zu den Jackson-Verfilmungen vom Herrn der Ringe: „Das wollte ich ja schon als Buch nicht gut finden.“
      Vielleicht ein SF-Torpedo in die Fantasy.
      Alpers wurde wegen dieser „Realitätsbrüche“ – sofern man das bei Fantasy sagen kann – heftig kritisiert.
      Retcon kenne ich nicht. Hat das was mit Retro zu tun? FanPros Con hieß Ratcon, weil er erstmals in Ratingen stattfand.

      Gruß,

      Werner

      • Retcon bedeutet, dass etwas aus der Kontinuität der jeweiligen Serie gestrichen (oder verändert wurde). So wurde, glaube ich von der DSA Redaktion festgelegt, dass die UFOs nie in Aventurien waren.

        • Ja, da hat die DSA-Redaktion völlig recht. Um ein homogenes Ganzes zu formen, muss man frühem Wildwuchs Einhalt gebieten. Das gilt für mich, vor allem aber für HJA. Zu unserer Verteidigung muss ich aber sagen, wir alle (auch UK) wussten damals nicht, wohin sich die Geschichte entwickeln würde.

          Gruß,

          Werner

          • Danke für die Antwort. Ich hätte vermutet, dass es zur damaligen Zeit schon mehrere ScienceFantasy-Sachen in der Art wie Numenera gegeben hätte oder technologische Artefakte untergegangener Zivilisationen auftauchen. Shannara wäre ja ein auch damals populäres Beispiel {? – ich kenn es nicht so gut\ oder in einer Serie von Maddox ist mir das begegnet. Kurzum, heute ja der Hit mit Numenera oder Numeria in Pathfinder.

  2. Phex nach Herrn Fuchs. Das ist doch eher charmant als eine Boshaftigkeit, wo doch gerade dieser Gott eher als einer der unkonventionellsten gilt.
    Habt ihr eigentlich jemals mit einem über 30 Jahre dauernden Erfolg für DSA gerechnet?

    Gruß
    Jan

    • Ja klar, ich fand den auch immer den coolsten, hahaha.
      Uli wusste natürlich, dass meine Fantasy-Lieblingsfigur Cugel, der Schlaue, von Jack Vance ist. Nach diesem ist Phex modelliert.
      Damals haben wir über langanhaltenden Erfolg gar nicht nachgedacht. Wenn du mittendrin bist, zählt nur die Gegenwart…

      Gruß,

      Werner

  3. Also, aus DSA bin ich zwar schon lange raus, aber auf Phex bin ich auch noch selber gekommen – war ja klar. 😀

    Und die Werkzeuge des Meisters mögen zwar Blödsinn gewesen sein, aber man sollte nicht unterschätzen wie so eine schwarze Maske und die schwarze (Grund-)Box die Fantasien eines 12jährigen anregen können. Es bietet einfach viel Projektionsfläche. Und deshalb: im Grunde genommen führt ein langer Weg von dort bis zu diesem Kommentar hier.

    Kleiner Widerspruch in punkto Illustrationen: Ich fand (und finde) die Zeichungen von Bryan Talbot unglaublich stark. Technisch mag es bessere Zeichner geben, aber die Zeichnungen waren expressiv und atmosphärisch dicht. Würde ich am liebsten für mein neues Rollenspiel unter Vertrag nehmen – viel besser als irgendwelche modernen bunten Illustrationen ohne emotionalen Ausdruck.

    Alex

    • Ja, Bryan Talbot ist auch einer meiner absoluten Rollenspiel-Lieblingsillustratoren! Der ist ja inzwischen ein international gefeierter Comickünstler – z.B. Grandville ist einfach nur großartig. Ein Freund von mir hatte ihn mal interviewt und für mich gefragt, ob er noch Originale von den damaligen DSA-Illustrationen hat – leider nicht. Die sind wohl damals alle an den Verlag gegangen.

    • Lieber Alex, ich war beim DSA-Launch 34 Jahre alt, hätte leicht der Vater der von Dir erwähnten Zwölfjährigen sein können.
      Deshalb die etwas andere Sicht.
      Habe ich Brian Talbot eigentlich runtergemacht? Weiss gar nicht mehr – er hat jedenfalls volle Punkqualität, und er hat das Kartenfragment geliefert, nach dem wir Aventurien zeichneten.

      Gruß,

      Werner

      • Nö, Werner, hast du nicht. Nur die generelle Qualität des Artworks. 😉 Naja, heute sind ja auch andere Zeiten mit 500 Seiten Shadowrun 5E in Vollfarbe für 20 Euro. (Da würde ich gerne mal eine Kostenleistungsrechnung sehen.)

        Du hast natürlich recht: Für den Spielleiter waren die Werkzeuge des Meisters weitgehend nutzlos. Hab’s mir trotzdem kaufen lassen. 😉

        Gruß,
        Alex

  4. Zur Diskussion möchte ich stellen, inwiefern der postmoderne Charakter einer solchen Produktion das Produkt wertvoll macht oder sogar entwertet.

    Die Autoren von Rollenspiel- und Fantasywerken reden gerne von Gebrauchs- bzw. teils sogar Schundliteratur und produzieren dann doch gleichzeitig unter Einbeziehung sämtlicher greifbarer kultureller Artefakte ein Werk, das selbst so tief in der Gesellschaft verankert ist, dass es schwer ist nicht schon wieder von Kunst zu sprechen. Das heißt, die Intention des schnell verkaufsfertigen Produkts wird auf Kundenseite überhaupt nicht mehr wahrgenommen und die Summe der Teile ist offensichtlich manchmal größer als das Ausgangsmaterial selbst.

    Damit kann man ja eigentlich nur auf zwei Arten umgehen: Sarkastisch-Betriebswirtschaftlich, oder durch den geistigen Aufstieg zur Gottheit selbst.

    Konkret an Werner deswegen die Frage, wie er diesen Spagat bei Menschen um sich herum wahrgenommen hat. Ist z.B. ein George RR Martin einfach nur ein flinker Schreiber, der weiß wie man seine Worte zu Geld macht oder sieht er sich als Schaffer von etwas größerem.

    • Ich muss gerade noch mal mein Beispiel konkretisieren, weil George RR Martin natürlich klar ein Romanautor ist. Es geht mir also um die Selbstwahrnehmung jener, die mit ihren Rollenspielwerken erfolgreich und bekannt geworden sind, die aber niemals mit der Intention begonnen haben, mehr als ein Gebrauchswerk zu schaffen. Gerne auch im nicht deutschprachigen Raum.

      • Also Andreas, wie Du weißt, ist George der flinkeste Schreiber der Welt. Du musst ihm das nur suggerieren!
        Natürlich will er Größeres schaffen. Geld ist ihm egal – einmal Hippie, immer Hippie.
        Werner: „George, how is it now?“
        George: „Werner, I’m famous now – it’s nice for the money, but the fame you can have…“

        Er war lange, lange Zeit relativ arm, aber das viele Geld nach „Game of Thrones“ hat ihn nicht verdorben.

        Und für mich als Rollenspielautor – ich bin doch damit nicht bekannt geworden, oder irre ich mich?

        Gruß,

        Werner

  5. Hallo Zusammen, ich würde gerne meinen Post aus Folge 74 zu 100% wiederholen (auch meine Frage/Bitte):
    Wie die Folgen mit Hadmar von Wieser, bin ich auch vom Interview mit Werner Fuchs völlig begeistert! Bitte mach weiter so.
    Ich war vor einigen Jahren bei Werner mal im alten Fanpro Lager in Erkrath zu Besuch. Daher hätte ich noch eine Frage/Bitte an ihn:
    ist es als alter DSA Sammler noch möglich vielleicht noch einmal dieses Lager besuchen zu dürfen oder gibt es das gar nicht mehr?
    Ganz herzliche Grüße aus Köln…
    Jan A.

  6. Werner Fuchs als der Gott der Diebe und Händler. Na, das passt ja irgendwie 😀

    Wie ist eigentlich der Aventurische Bote entstanden und wer hatte die Idee, die Gründungen von DSA-Clubs zu fördern?

  7. Der Fuchs als Wappentier von Phex, dem Gott des Handels, ist doch prima. 🙂

    In die alte Werkzeuge-Box hatten wir damals in unserer Stadtbücherrei hingeschaut und für unwürdig befunden.
    Die zweite Werkzeuge-Box hatten wir hingegen fleißig benutzt, um unsere selbsterdachten Verliese von Kästchenpapier auf 3D zu bringen.

    Ansonsten bedauer ich heute sehr, dass damals so wenig Zeit für die Erstentwicklung bestand.

    Das Interview hat mir ausgesprochen gut gefallen, danke!

    • Danke für die Blumen.
      Damals war eben Goldgräberstimmung – und das meine ich nicht in Bezug auf Kohle. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre das Spiel komplizierter geworden und die Fernsehwerbung wäre womöglich verpufft.
      Es ist was Kleines, was Kinder freut.

      Gruß,

      Werner

  8. Sehr spannendes Interview. Vor allem die Gründe, die DSA als Trotzreaktion hervorbrachten. Ich hatte ja keine Ahnung…

    Übrigens ist Phex natürlich nicht umsonst mit einem Fuchs als Symbol gesegnet.

    • Nachtrag:
      Mir fällt gerade ein Muster auf. Hadmar von Wieser spielte nie wirklich DSA [Quelle: Eskapodcast]. Werner Fuchs nur für ein paar Jahre. Die Konzernchefs sämtlicher Tabakkonzerne sind Nichtraucher.
      Ein Zufall? – Ich denke nicht.

  9. Na das kann ja nur der Phex sein. 😀 Und eine schöne Sache. Ich liebe ja derartige Anekdoten und Insidergeschichten, nimmt der ganzen Sache den unangebrachten Ernst den viele ins Hobby bringen und versieht es dafür mit einer Menge sympathischer „Familienstimmung“ und einem erneuten Fokus auf den Spass and der Sache, wenn „alte Hasen“ (bzw Füchse) über Hintergründe von Ideen reden merkt man doch das alle irgendwo gleich sind unter den Spielern und Machern

  10. Vielen Dank für das super interessante Interview Werner! War schon auch ein wenig erschreckend zu hören, wie hart und gemein das Lizenzgeschäft sein kann. Neben dem „Geheimnis der Zyklopeninseln“ ist „Verschollen in Al‘ Anfa“ eines meiner DSA-Lieblingsabenteuer. Auch mochte ich den augenzwinkernden SF-Einschlag in Aventurien. Mein auf der GenCon signiertes Exemplar von „Durch das Tor der Welten“ gehört sicher zu den Schätzen meiner Sammlung.
    Was ich darüber hinaus klasse finde ist, wie Publikumsnah Du wohl schon immer warst! Das hört man deutlich heraus und liest es auch hier bei all den Kommentaren von vielen Fans, die Du persönlich kennst und die immer mal wieder mit Dir auf der einen oder anderen Veranstaltung gesprochen haben.

    • Hi Carsten,
      ja, so ist das Leben halt im Haifischbecken. Deshalb fühle ich mich als Rollenspielrentner auch so wohl. Aber wir waren und sind ja auch Fans. Selbst George ist heute noch ein Fan, deshalb sind wir volksnah…

      Gruß,

      Werner

  11. „Unglaublich aufschlussreich“ trifft den Nagel auf den Kopf. Ein tolles Interview mit einem spannenden und sympathischen Interviewpartner. Ich finde es klasse, Martin, dass du die ganzen alten Hasen vors Mikro bekommst und hoffe, dass auch nach der angekündigten Pause noch weitere Interviews dazu kommen.

    Weil Werner Fuchs den Punkt angesprochen hat: Ich persönlich mag ja für P&P-Produkte Softcover und Boxen wesentlich lieber. Ich finde die Bücher handlicher und auch die Aufteilung in drei dünne Hefte für z.B. Regeln, Hintergrund und Abenteuer finde ich übersichtlicher und praktischer als einen festen 300-Seiten Wälzer, in dem alles versammelt ist. Dafür stimme ich bei der Begeisterung für Yüce absolut zu.

    Ach ja, für das Gewinnspiel wiederhole ich auch zum drölfzigsten mal die Lösung: Phex! 😉

    • Wir sind da ja auch zweigleisig gefahren. Die Bücher für den Buchhandel und als Aushängeschild die Boxen mit den vielen Einzelteilen wie Karten, Handouts, verschiedenen Regelbüchern und Broschüren für den DSA-Spieler.
      Ugurcan war toll, aber leider ein Stiefelfetischist. Ich vermisse ihn.

      Gruß,

      Werner

  12. Danke mal wieder für eine, nein, zwei großartige Interviewfolgen! Schön, nach all den Jahren mal etwas aus dem Nähkästchen vorgeplaudert zu bekommen! Ich freue mich da schon auf den dritten Teil, vielleicht dann auch mit den Teilen aus der Geschichte von FanPro, die nicht direkt mit DSA zusammenhängen.

  13. Ein wirklich großartiges Interview, das mich als DSA 1.0 Einsteiger (damals, 1986) natürlich in Erinnerungen schwelgen lässt.
    Speziell eine Passage hat mich aber aufhorchen lassen: Nach Übernahme von DSA durch den Konkurs von Schmidt-Spiele folgte man also dem Vorbild von D&D, die Publikationsform von Box auf Buch umzustellen. Ich bin der Meinung, dass das Hobby dadurch zum Nischendasein verdammt wurde, da es nicht mehr flächendeckend in den alltäglichen Spielwarenläden zu finden war. War das im Nachhinein vielleicht doch die falsche Entscheidung, oder war die geringere Verbreitung im Handel durch den Wegfall von Schmidts Distributionskraft eh absehbar?

    • Wir dürfen ja nicht vergessen, dass der Erfolg von DSA von einem Mainstream-Spieleverlag (Schmidt) ermöglicht wurde. Die haben das exotische Rollenspiel in die Kaufhäuser hineingerdrückt, indem sie Kombiangebote machten: Wer Plüschfiguren, Kniffel, Mensch ärgere dich nicht wollte, musste auch DSA nehmen: Wir hatten kaum Optionen, unser Markt war der der Abenteurer-Spieleläden, nicht Karstadt und Kaufhof. Und Bücher sind in der Herstellung billiger als Boxen.
      Gruß.

      Werner

  14. Lieber Martin, lieber Werner,

    ein wirklich tolles Interview! Ich habe mich wieder in meine Kindheit versetzt gefüht, als Du, Werner, von den Spiele-Messen erzählt hast. Ein unvergessener Moment für mich war die Begegnung mit Ulrich Kiesow, als ich (damals 11 Jahre alt) mit meinem Kumpel am DSA-Stand stöberte und wir ihn fragen: „Entschuldigung, sind Sie hier vom Stand?“ , und er antwortete: „Ich habe DSA erfunden!“ Mit welcher Erfurcht wir ihn damals angeschaut haben…
    Aus heutiger Sicht muss das doch ein Moment gewesen sein, den er innerlich bestimmt sehr genossen hat. 🙂

    Ich selber (mittlerweile fast 40 Jahre alt) arbeite gerade mit viel Engagement an eine Veröffentlichung für das Scriptorium Aventuris, wie ich finde, einer der cleversten Schachzüge von Ulisses, dieses Tool herauszubringen!

    Nun meine eigentliche Frage an Werner:
    Wie findest Du die aktuelle Entwicklung, speziell von DSA und wo wird Deiner Meinung nach der Weg hin gehen?
    Magst Du die 5. Edition (optisch wie inhaltlich) und bist Du auch so begeistert vom Scriptorium?
    Und noch eine Frage:
    Glaubst Du, dass es bald wieder eine Computerspiel-Adaption geben wird, ähnlich wie Drakensang oder die Nordlandtrilogie?

    LG,
    André

    • Lieber André,

      ich bin lange Zeit raus aus DSA. Ich bekomme die Publikationen, lese sie aber aus Zeitmangel nicht, sondern sehe sie mir nur an. Ich finde die 5. Edition optisch toll, aber inhaltlich habe ich mich nicht mit ihr auseinandergesetzt. Zum Scriptorium kann ich kaum etwas sagen, weil ich mich zu wenig auskenne.
      Computerspiele sind natürlich bei den Machern von DSA immer auf dem Radar, und ich denke, wir werden da in nächster Zukunft noch
      einiges erleben.

      Gruß,
      Werner

  15. Vielen Dank an Werner Phex, ups, ich meine natürlich Fuchs, für den interessanten zweiten Teil des Interviews.
    Ich würde mich freuen, in einem möglichen nächsten Teil, etwas über die Geschichte der Nordlandtrilogie zu hören. Wie und warum ist sie entstanden und wieso mussten wir anschließend 12 Jahre auf ein weiteres DSA-Computerspiel warten?

    Gruß
    Jens

  16. Herzlichen Dank für die Ausbau-Regeln, inklusive Gelegenheitsangriff und Hexfeld-Karte! Ebenso vielen Dank für die Ranak-Korisande-Risso-Schlangenbund -Kampagne! Die war echt fetzig und textökonomisch wertvoll.

    Meine Frage an Herrn Fuchs:
    Welche Inspiration gab es für die geheimnisvollen Erbauer der Basis („Der Tempel der Alten“) unter der Insel des Bunds der Schwarzen Schlange? Waren das auch „Sci-Fi Precursor“? Was ist aus dem Co-Autoren Robert Simon geworden, oder war das auch ein Pseudonym?

    • Hi Lucas,

      Weiß ich wirklich nicht mehr. Die Ausarbeitung beim „Bund der Schwarzen Schlange“ oblag Robert Simon und Dietrich Limper.
      Robert ( kein Pseudonym, später Fantasy Productions Verkaufsleiter) unterhält heute einen Spieleladen in Köln und einen Import-Großhandel für Spiele. Dietrich ist im Computerspiele-Bereich aktiv.

      Gruß,

      Werner

      • Ja, ich arbeite nach wie vor als Game Designer und Autor, allerdings mehrheitlich für Projekte in der Industrie (Automobilhersteller, Versicherungen etc.)
        Nicht zu vergessen gehört mir anteilig die Horchposten GmbH, durch die ich mit DSA in Verbindung geblieben bin.

        Viele Grüße,

        -Dietrich

  17. Ich würde sagen der Phex ist der Gott der von Werner Fuchs inspiriert wurde.
    Danke für den tollen Podcast und auch vielen Dank an Herrn Fuchs, dass er uns seine Geschichte teilt und so einen schönen Einblick in die Vergangenheit unseres Hobbies gibt.

  18. Natürlich Phex, aber abschreiben kann ja jeder… 😉

    Ansonsten war das ein unglaublich interessantes Gespräch, danke dafür, Werner! Und auch wenn es eigentlich schon in der letzten Folge war: Bei der Beschreibung des Spieleladen-Schaufensters in Aalen kamen doch glatt heimatliche Gefühle auf, auch wenn ich vor selbigem erst Jahrzehnte Später als kleiner Knirps immer wieder staunend stehengeblieben bin und mich die dort aufgebaute Lego-Pracht immer wesentlich mehr fasziniert hat als irgendwelche Ritter-Figuren. Der Weg hin zum Tabletopper war mir offensichtlich schon damals nicht in die Wiege gelegt. 😉

  19. Auch von mir vielen Dank für die erstklassige Unterhaltung. Ich wollte nochmal betonen, dass wir Eskapisten (ganz speziell die Eskapodcastmacher und -hörer) uns ja auch alle auf Augenhöhe sehen, gelle Martin? Also sind wir ja quasi auch Freunde vom Werner und George, (u.a.) der Carsten, der Gernot, der Lichtbringer und ich, gelle?
    Zumindest musste ich an dieser Stelle im Interview lauthals lachen, was mir im Wartebereich einer typisch deutschen Behörde gestern doch ein paar seltsame Blicke bescherte.
    Mich hat Phex immer an einen Trickster erinnert und ich dachte, dass der Fuchs als Symbol der Gerissenheit und Schläue (wie in den Fabeln) gewählt wurde, spannend zu hören, dass der wahre Grund viel simpler war.

  20. Phex ist doch der derjenige der sich ums Geld kümmert, oder 🙂 Da muss es sich also um Werner Fuchs handeln.

    Danke für das tolle Interview. Spannend.

  21. Also auf Phex bin ich auch gleich gekommen. Ist doch aber eher eine Hommage, schließlich war das mit der sympathischste Gott des Pantheons.

    Dass es ein DSA Junior gab, war mir allerdings neu. Da muss ich gleich mal recherchieren.

  22. Vielen lieben Dank für diese außerordentlich interessanten Interviews – selten so gut gelaunt zur Arbeit gefahren 🙂

    Vermutlich bereits DSA-Nerd-Allgemeinwissen: Die gesuchte Gottheit ist offenkundig Phex, der wohl mit Abstand beliebteste Rollenspielgott im Zwölfgöttlichen Pantheon, welches sogar manchen als Ersatzreligion gilt. Weiß von SpielerInnen, die bei grippalen Infekten ein Stoßgebet an Peraine schicken, in (unglücklichen) Liebesdingen Rahjas Beistand erbitten und für erfolgreiche eBay-Auktionen oder glückliche Würfelwürfe Phex anrufen. Auch das sinnigste Credo wurde dem Fuchsgott zugeordnet: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Phex!“ Als ehrenrührig würde ich da eher eine Verbindung mit dem humorlosen Praios empfinden…

    Das Urlaubsfoto ist der Hammer – vor allem, und das soll euren Ruf jetzt nicht schmälern, wegen der zwei Hunde im Bild. Die Originalvorlagen für Bornländer und Tuzaker sehen zu können ist… einfach irre. Dieses ‚historische‘ Dokument sogar als signierter Abzug wäre auch mein einziger Wunsch, falls ich denn ausgelost werde. Alles andere könnte also gerne neu vergeben werden. Möge Phex mir gewogen sein und meine Bitte erhören! 😉

    Und zuletzt noch eine Frage: Viele Jahre wurden die DSA-Publikationen mit einer Widmung an Ulrich Kiesow, als „geistigem Vater der Spielwelt Aventurien“ bedacht. Diesen Status hat er bis heute inne. Ist dir, lieber Werner Fuchs, diese Sichtweise recht? Schließlich wart ihr ja zu dritt, und auch andere (z. B. Ina Kramer) hatten sicher großen Anteil an der inhaltlichen Ausgestaltung ‚Proto-Aventuriens‘.

    Herzliche Grüße und tiefen Dank für ein leidenschaftliches Hobby, das mich seit dem 13. Lebensjahr (mit Pausen) begleitet! Seit 1985 mein liebster Eskapismus…

    Aus dem Datenlimbus,
    Björn

    PS: Neben der Veröffentlichung weiterer alter Fotos aus Gründertagen (!) fände ich übrigens ein Interview mit Ina Kramer sehr spannend.

    • Hi Björn,

      ich habe kein Problem damit, dass UK poshum zum „geistigen Vater“ von DSA ernannt wurde und so auch auf den Publikationen steht. Er hat von uns Dreien ja auch den Löwenanteil der Entwicklung von 1986-1996 geleistet. HJA und ich hatten am Anfang die entscheidenden Connections, tauchten aber in dieser Zeit nur noch sporadisch als Autoren auf (mein letztes Abenteuer erschien 1989).
      Allerdings sorgte ich in den neunziger Jahren für die Ausweitung über das Rollenspiel hinaus – Computerspiele und Romane gingen auf meine Initiative zurück, und auch UKs Roman „Das zerbrochene Rad“ habe ich nach seinem Tod an Heyne verkauft.

      In Bezug auf Ina Kramer gebe ich Dir Recht, sie wird als Autorin, Illustratorin und vor allem Kartographin viel zu wenig gewürdigt. Martin sollte sich das mal überlegen.

      Alte Fotos aus Gründertagen kommen wahrscheinlich in einen Blog, den wir in die Fanpro-Homepage einbinden.
      Stay tuned.

      Gruß,

      Werner

      • Hallo Werner,
        danke für deine Antwort. Die offizielle Begründung von Ulisses, die Widmung zu streichen – aus „Pietätsgründen“ dir gegenüber als letztem noch verbliebenen, äh, Gründervater – fand ich halt ziemlich seltsam bis ärgerlich und wollte deshalb nochmal nachfragen… Egal, vielleicht ist meine Haltung da eher eine sehr konservative (*befremdliches Schaudern*).

        „Drakensang“ finde ich übrigens ziemlich gelungen, „Satinavs Ketten“ und „Memoria“ allerdings auch. An der aktuellen „Orkennacht-Kampagne“ für Handys und Tablets bis du vermutlich nicht mehr beteiligt.

        Auf die Fotos freue ich mich schon.

        Stay young (mit dem Tunen war bei mir dann irgendwann auch mal gut 😉
        Björn

  23. Ach ja, dieser Cast erinnert mich mal wieder an etliche alte Rollenspielsysteme.

    Schwerter und Dämonen: die Abenteuer habe ich sehr gemocht, das System nicht.
    Mir fällt immer sofort das Abenteuer “Die Taverne zum blauen Frosch“ ein. Wirklich lustig das Teil.

    Und ansonsten: das schwarze Auge hat mich zwar zum Rollenspiel gebracht, aber unser Haussystem war immer Midgard.

    Aber zum Beispiel Traveller haben wir auch sehr gerne gespielt. Allerdings habe ich auch dort das Regelwerk mithilfe von Space Master und MERS modifiziert.
    An Sternengarde erinnere ich mich auch gerne, wenn wir auch nur das 1. Abenteuer gespielt haben.

    Und sogar an den Osborne erinnere ich mich. Einer meiner Kommilitonen hat es so ein Teil – und viel zu viel Geld.
    Ein richtig schwerer Koffer, 7 Zoll-Monitor, 2 Diskettenlaufwerke und keine Festplatte – wow ist das lange her.

  24. Um die vertrackte Rätselfrage nochmal aufzugreifen:
    Vielleicht Feqz? Alternativ dazu würde ich noch den (total anderen) zwergischen Gott Fekol und die göttliche Spinne Pérex ins Rennen um die richtige Antwort werfen. Sicher ist die die Herleitung vom Herrn Fuchs zum heiligen Tier der Phexkirche naheliegend, aber doch wohl etwas zu naheliegend. Oder? Jeder Tulamide wird euch bestätigen können, dass der Mungo Phex‘ wahres heiliges Tier ist. Sowieso, dass das Mysterium um die wahre Identität des Herrn der Schatten wirklich so einfach zu lösen ist, das wäre so, wie wenn Clark Kent Superman wäre – nur ohne Triopta.

  25. Natürlich handelt es sich dabei um Phex. Ich wiederhole es Wunsch mal. Ich fand diese Folge sehr erfrischend. Vor zwei Wochen war ich selbst im Dänemarkurlaub und habe an einem Rollenspielabebteuer gearbeitet. Zudem stammt meine Freundin auch aus Aalen. Scheint als wären da Parallelen 😉.
    Ansonsten fände ich es großartig, wenn Rollenspiele wieder häufiger im Spielefachhandel zu finden wären. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich da, langsam wieder etwas in die richtige Richtung tut.

  26. Ich schwimme mal mit dem Strom und sage auch Phex. 😉

    Fragen:
    – Hast du eine Lieblingsregion in Aventurien?
    – Welchen Wein sollte man zu einem guten Döner trinken?
    – Die Verwirklichung der Romanreihe der Phileasson-Saga geht ja auf deine Initiative zurück. Gibt es noch andere DSA-Abenteuer, die du gerne in Romanform sehen würdest?
    – Würdest du gerne wieder ein Abenteuer schreiben? Oder überhaupt einen Roman?
    – Stimmt es, dass man dich als Literaturagent bekommt, wenn man dir selbstgebackene Schokoladenkekse schickt?

    • Hi asqua, (irgendwie meine ich Dich zu kennen)

      Lieblingsregion? Nein, ich glaube nicht. Nostria und Andergast und die Zyklopeninseln sind u. a. ganz auf meinem Mist gewachsen, aber when push comes to shove ist es wohl Al’Anfa.

      Trinkt man zum Döner nicht besser Bier? Ich bin kein Sommelier und trinke Wein meist solo. Wenn schon, dann türkischen…

      Klar, „Das Geheimnis der Zyklopen“.

      Meine Töchter würden mich dazu gerne nötigen, aber momentan fehlt mir die Zeit..

      Wie bitte? Ich bin Diabetiker!

      Gruß,

      Werner

  27. Hallo liebe Escapisten,

    Herr Werner Fuchs als Vorbild des listigen Gottes Phex mit dem glücklichen Händchen. Was ich an Phex mag, sind die zwei Aspekte Heimlichkeiten und Handel… (Oft kommt beim Spielen der Handelsaspekt leider ein bissl zu kurz.)

    Wie merkt man, dass man zu viel DSA gespielt hat?
    Wenn man sich beim Auto-Eiskratzen denkt, das sind aber schöne Eiskristalle, richtig ifirngefällig… (ist mir vor kurzem wirklich so gegangen.)

    Das Interview war wirklich spannend zu hören… ein Einblick in die damalige Spiel- und Fantasykultur. Dass Magic the Gathering auch von FanPro vertrieben wurde, fand ich bemerkenswert, mein Mann hat das in den 90er viel gespielt.

    Ich finde DSA-Spielen sehr kreativ und kommunikativ, Danke an die Macher!

    Viele Grüße
    Barbara

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  29. Herzlichen Dank für die beiden Interviews mit Herrn Phex, ähhh, Fuchs. Gott des Handels und der List und die kleine Boshaftigkeit von UK in der Form, dass Phex auch immer ein weniger zu sehr auf den Dukaten schaut und immer ein wenig zum eigenen Vorteil tendiert.
    Gleich zu Beginn des ersten Interviews traute ich meinen Ohren nicht als ich Herrn Fuchs Dialekt hörte. Herzliche Grüße von der Ostalb aus Ihrer Heimatstadt. Dass DIE Persönlichkeit, die mein Leben nachhaltig beeinflusst auch in Aalen geboren ist war eine tolle Überraschung! Und das im Interview erwähnte Spielwarengeschäft kenne ich nur zu gut. Hier habe ich meine Eltern gedrängt mir DSA-Boxen und Hefte zu kaufen. Alle meine W20 sind auch von dort. Auch meine erste DSA Runde war in Aalen. Zur Schule bin ich in der Nachbarstadt Oberkochen gegangen wo wir an Projekttagen zusammen mit unserer Deutschlehrerin als Projekt DSA gespielt haben. Alle DSA Runden in dieser Stadt sind später von Mitspielern aus dieser ersten Runde entstanden. Warum Schwertmeister so wenig gespielt wird verstehe ich nicht ganz, da ich das Konzept bis heute gut finde. Und auch die Kritik an den Werkzeugen des Meisters möchte ich relativieren, als „Eyecatcher“ hat diese Box ihren Dienst getan um Aufmerksamkeit auf DSA zu lenken.
    Herzlichen Dank für das Interview, die guten Fragen und den einmaligen Einblick in die Geburtsstunde von DSA. Ich freue mich auf Teil 3!

    • Lieber Oliver,
      das alles freut mich ganz besonders. Weisst Du eigentlich, wo die ganzen vielseitigen „Würfel“ herkommen? Ich meine die Werkzeugmaschinen zur Herstellung derselben? Aus Wasseralfingen!
      Ja, die Welt ist klein, und Wanner war mein Lieblings-Spielzeugfachgeschäft. In Düsseldorf hab ich Jahrzehnte später kein besseres gefunden, obwohl die Stadt zehn- oder damals zwanzigmal so groß war.
      Die Ostalb hat schon einen gewissen Fantasy-Touch. Stefan Schweickert (DSA-Romanautor) ist aus Heidenheim. Als VfR-Fan will ich das aber nicht näher kommentieren…

      Grüße,

      Werner

  30. Zum Gewinnspiel: das wird wohl der gute Phex sein.

    Zum Podcast: Wunderbare Ausgabe, es ist wirklich schön mal genauere Einblicke zu bekommen wie das damals alles los getreten wurde. Auch finde ich es super das Herr Fuchs sich auch noch weiter in den Kommentaren äußert.

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