Folge 25 – Das liebe Geld

Immer raus mit der Kohle! Gaming ist teuer. In der heutigen Folge sprechen wir über echte Kosten und gefühlte Preise, über unser persönliches Einkaufsverhalten, über Budgets und darüber, wie man hier und da den einen oder anderen Euro sparen kann.

Cast: Martin, Holger, Sara, Carsten Länge: 36:40

Inhalt:
00:45 das 500-Euro-Wunschkonzert
07:13 Nerdleben konkret: Jüngste Erwerbung? Teuerster Einkauf? Schlimmster Fehlkauf?
13:30 über Notwendigkeiten, Luxus und notwendigen Luxus
17:13 Wieviel Geld darf der Mensch für Nerdkram sinnvollerweise ausgeben?
19:25 Rollenspiel: teures Hobby oder günstiges Hobby?
23:46 Kalte Fakten, nackte Zahlen: Rollenspiele in Deutschland
26:41 Kampfpreis, Kampfansage und Kalkulationswunder: Shadowrun 5
27:22 DSA 5 in diversen Produktvarianten
29:41 PDFs vs. Printprodukte
32:56 Rollenspielspekulanten & käufliche Spielleiter: Ka – tsching!

Links:
Das Schwarze Auge: Namenlose Nacht
DSA 5: Preise und Versionen
Splittermond: Das Regelwerk (gratis!)
Christian Löwenthal von Prometheus Games: Zur Kalkulation von Rollenspielprodukten

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22 Gedanken zu „Folge 25 – Das liebe Geld

  1. Zu pdf vs. Buch: Ich sehe das ähnlich wie Martin: Im Buch lesen ist einfach angenehmer. Wenn ich wirklich ein komplettes Regelwerk von vorne bis hinten durchlesen will, dann nehme ich mir das Buch. Wenn ich dann aber beispielsweise aus den 400 Seiten Zauberfertigkeiten genau einen Spruch suche, dann würde ich lieber ein pdf zur Hand nehmen, und die eingebaute Suchfunktion benutzen.
    Von daher würde ich da vielleicht zwei Kategorien bilden: Einerseits Texte, die ich zusammenhängend lesen will / muss (z.B. das Grundregelwerk) und andererseits (kurze) Texte oder Zusammenfassungen / Lexika, aus denen ich immer nur einen kurzen Abschnitt brauche. Erstere hätte ich gerne als Buch, letztere gehen auch als pdf. (Wobei ich hier wahrscheinlich auch die relevanten Teile aus dem pdf – sagen wir mal die drei Lieblingszauber oder sowas – ausdrucken und mitnehmen würde.)

    Ganz grundsätzlich bin ich aber auch nicht der Typ, der Hardcover-Luxus-Glitzer-Bücher kaufen würde, um sie ins Regal zu stellen. Für mich ist so ein Regelbuch auch immer ein bisschen ein Werkzeug, mit dem ich arbeiten will. Das kann dann auch so aussehen, als würde es benutzt werden (Kaffeeflecken, abgeknickte Seiten, Klebezettel…), und da habe ich bei billigen oder selbst ausgedruckten Büchern natürlich ein viel ruhigeres Gewissen. 😉

    Noch eines am Rande: Für die Kommunikation mit den Mitspielern sind gedruckte Medien meiner Meinung nach viel angenehmer. Wenn man da (auch als Spieler) mal schnell was nachlesen will, dann nimmt man sich halt einfach das Buch, das eh gerade auf dem Tisch liegt. Die ganze pdf-Geschichte halte ich da für undankbarer, weil (zumindest bei mir) die Hemmschwelle viel größer ist, wenn ich einen mitspieler um sein privates Handy, seinen ebook reader, sein Notepad, oder seinen Laptop bitten muss, um irgendwas nachzuschauen. Diese Geräte liegen normalerweise ja auch nicht frei auf dem Tisch rum (wie eben ein normales Buch), sondern sind mehr oder minder fest im Besitz ihres Eigentümers.
    Diese Einstellung ist aber vielleicht auch ein Resultat aus meiner Tabletoperfahrung. Unter Warmachine / Hordes Spielern ist es recht modern geworden, seine Armeen und figurenspezifischen Spezialregeln nur noch auf dem Touchpad dabei zu haben. Und das endet oftmals damit, dass man den Überblick über die Einheiten des Gegners verliert (weil man eben keine direkte Einsicht in die Armeezusammenstellung oder deren Fähigkeiten hat). Oder man muss ständig nachfragen, was dazu führt, dass mindestens ein Spieler die hälfte der Zeit wild auf dem Touchpad herumwedelt und das eigentliche Spiel in den Hintergrund tritt.

      • Ja, die Handhabbarkeit und die Privatsphäre sind zwei weitere Aspekte, die für mich ebenfalls klar für Printprodukte sprechen. Wobei man natürlich auch in der Vorbereitung als Spielleiter, die benötigten Sachen ausdrucken kann. Ein sehr positiver Nebeneffekt dabei ist, dass man so sein Printprodukt schonen kann und keine Knicke beim Kopieren entstehen. Glücklicherweise gibt es inzwischen bei vielen gedruckten Rollenspielabenteuern digitale Handouts zum Ausdrucken.

        • Die teuer erkauften Printprodukte schonen, indem man sie dann nie benutzt und sich alles nochmal vom pdf ausdruckt… Sehr schön! 😉
          Nein, ganz ehrlich: Das sehe ich ja irgendwo ein, weil die entsprechenden Printprodukte eben teuer sind. Trotzdem hielte ich es eigentlich für schöner, wenn man das anders handhabt. Besonders bei Abenteuern (die man in der Regel ja eh nur ein Mal spielt) müssen die Printprodukte doch nicht für die Ewigkeit gemacht sein, oder? Würde ich Abenteuerbände verlegen, ich würde die nicht auf teures Hochglanzpapier drucken und in Hardcoverbände sperren, sondern die eher für den einmaligen Gebrauch vorbereiten und dazu aufrufen, sie dabei zu „zerstören“. Wie unendlich viel cooler wäre es denn, wenn man kein selbstgedrucktes Handout zugesteckt bekommt, sondern wenn der Spielleiter sagt „Ihr findet eine ausgerissene Buchseite unter dem Tisch.“, er daraufhin aus seinem aufgeschlagenen Abenteuerbuch die entsprechende Seite herausreißt, und unter den Tisch wirft? Als Spieler würde ich so einen Moment wahrscheinlich ziemlich feiern und als Spielleiter wäre mir der Blick meiner Mitspieler sicherlich auch ein paar Euro Wert. 😉
          Außerdem würde dieses „Handout“ nicht wie sonst oft üblich zwischen zwei Spielrunden verloren gehen („Hey SL, kannst du den Brief des Königs nochmal ausdrucken? Mein Hund hat den letzten gefressen…“), sondern von den Spielern gut umsorgt und in Ehren gehalten werden.

          • Lol – ohje, das sagst Du einem chronischen Sammler wie mir? 😉 Ich kopiere mir ja zuweilen schon Abenteuer um diese in der Vorbereitung als SL mit Bleistift und Textmarker markieren zu können…

            Aber ich mag es ebenso sehr meine Spieler zu überraschen und zu verblüffen – dafür bin ich zuweilen gerne bereit, Vorbereitungszeit und auch Geld zu investieren. Gerade was die Handoutgestaltung anbelangt, kann man da super viel machen (Briefe selbst schreiben, Briefe auf altem Briefpapier schreiben, das Papier von Texten extra so zu bearbeiten, dass es abgenutzt und alt wirkt, Zeitungsartikel auf Zeitungspapier ausdrucken, etc.).

            Nur das Schlimme ist – so ganz lässt mich Deine Idee mit der herausgerissenen Seite jetzt nicht mehr los (für den Fall würde ich mir das Abenteuer eben zweimal kaufen ;). Ich überlege nur in welcher Situation im Abenteuer man das wirklich auch passend und wirkungsvoll einsetzten könnte – z.B. in einer Situation wo ein NSC etwas den SCs aus einem Buch vorliest, die SCs da nachfragen und der NSC = der SL die Seite aus dem Buch heraus reißt und den SCs = Spielern gibt… 🙂

  2. Nachdem der erste Kommentar schon recht lang geworden ist, fange ich mal einen zweiten an: Würde ich einen Spielleiter bezahlen?
    Jein.

    Wenn ich unter Freunden in einer festen Zusammensetzung spiele, dann nicht. Einerseits finde ich es albern, seine Freunde dafür zu bezahlen, dass sie Zeit mit einem verbringen, und andererseits unterstelle ich hier, dass auch der Spielleiter Spaß an seiner Tätigkeit hat. Klar hat der Spielleiter die meiste Arbeit, das will ich gar nicht abstreiten. Aber hier kann man ja eventuell auch mal durchwechseln, oder dem Spielleiter irgendwie anders Arbeit abnehmen (indem z.B. einer der Spieler die Treffen organisiert, das Essen stellt, oder irgendwas in der Art).

    Für Einzelevents finde ich die Idee mit dem bezahlten Spielleiter aber gar nicht so schlecht. Das kann einerseits sein, dass man sich mal ein fremdes System zeigen lässt, ohne dass man selber die Regeln kaufen oder komplett lesen / vorbereiten muss, oder wenn ich z.B. mal dem aktuellen Spielleiter was Gutes tun will („Weil du Geburtstag hast, darfst du heute auch mal selber mitspielen.“), oder vielleicht auch, wenn ich mir für die Gruppe mal neue Inspiration holen will („Hey, dieser Martin vom Eskapodcast scheint doch ein lustiger Typ zu sein. Lass den mal mieten und schauen, wie der das alles so macht.“).

    Wo man meiner Meinung nach auch unter Freunden mal Geld hin und her schieben kann, ist beim Kauf von Regelwerken und Abenteuern. Sofern es nicht nur darum geht, dass ein Spieler / Spielleiter aus Sammlerwahn immer die aktuellsten Bücher bei sich im Schrank stehen haben will, profitieren ja auch alle Spieler einer Gruppe von einem solchen Kauf. Und dann gibts halt jeder einen Fünfer in den Topf und davon wird dann das nächste Abenteuer finanziert.
    Ähnliches gilt auch für neue Regelwerke. Gerade wenn man sich überlegt, mal ein ganz neues System auszuprobieren, bei dem man vielleicht noch gar nicht weiß, ob es einem dauerhaft Spaß macht.

    Auch hier muss ich kurz auf Tabletops zu sprechen kommen: Da gibts für viele Systeme Starterboxen, in denen dann ein paar Figuren (für zwei Fraktionen) und ein (teilweise reduziertes) Regelwerk enthalten sind. Gerade wenn man sich die Kosten dann noch teilt, dann bekommt man für wenig Geld einen Einblick in etwas Neues und kann danach entscheiden, ob man das weiter verfolgen will.
    Vielleicht bin ich da uninformiert, aber im Rollenspielbereich sind mir solche Starterboxen bisher nicht bzw. nur selten begegnet. Einfach eine abgespeckte Version der Grundregeln, drei Charaktere, ein kurzes Abenteuer – alles in ein kleines Heftchen gedruckt – fertig. Das muss dann nicht übermäßig teuer sein, man ist anfangs von den Regeln nicht völlig erschlagen und kann vielleicht einfach gleich losspielen, und wenn man nach zwei Spielabenden voller Schwerter, Feuerbälle und Skelettkrieger auch wissen will, wie Pfeil und Bogen, der Unsichtbarkaitszauber, und Orks funktionieren, dann kauft man sich halt das volle Regelwerk. Und wenn nicht, dann hat man auch keinen großen finanziellen Verlust erlitten.

    (Gibt es sowas? Bin ich rollenspieltechnisch einfach zu ungebildet?)

    • Vielen Dank für Deine beiden ausführlichen Kommentare und die passenden Verweise auf Vergleichbares beim TableTop Cedi! In meiner Stammrunde machen es wir übrigens auch so wie Du gesagt hast, wir helfen uns da bei der Verteilung anderer Aufgaben aus. Wir kochen regelmäßig – nur eben macht das in der Regel jemand anderes als der SL.

      Tatsächlich gibt es bei vielen Rollenspielen auch Starterpakete oder -boxen – z.B. bei Pathfinder, Aborea oder Splittermond. Da wir ja auch über Gratisprodukte und PDFs sprachen – von sehr vielen Rollenspielen gibt es kostenlose Einsteigerregeln, oft auch schon mit einem Abenteuer, wie z.B. von Cthulhu: http://www.pegasus.de/fileadmin/Downloads/Spiele/Buecher/Cthulhu/Cthulhu_Schnellstartregeln.pdf

    • Danke für das liebe Lob! 🙂 Sowas freut uns immer sehr.

      Wir starten demnächst einen umfangreichen Science-Fiction-Block, da stecken massig theoretische bzw. rollenspielphilosophische Folgen drin, wage ich mal zu behaupten.

      Auch wenn unsere Liste enorm lang ist, wir nehmen selbstverständlich auch gerne Themenwünsche entgegen. 🙂

  3. Interessante Feststellung, die ihr macht: RPG-Bücher machen eigentlich mehr Aufwand als Romane, aber die Zielgruppe der Rollenspieler ist nicht bereit, Preise zu zahlen, bei denen die beteiligten Leute fair bezahlen würden. Ist das nicht eigentlich problematisch?

    • Ja, denke ich auch.
      Andererseits zeigt es auch das irre Engagement, das die Macher in das Hobby tragen, denke ich. Das könnte man als ein besseres Zeichen interpretieren, als wenn es dabei alleine um den schnellen Euro ginge.

      Ich denke, die Rollenspielwelt bewegt sich mit den günstigeren Produkten aktuell schon in die richtige Richtung. Für mein Gefühl war die zunehmende Gentryfizierung des Hobbys (wenn mir diese alberne Formulierung mal erlaubt ist) zeitweise auch z.B. darin begründet, dass man gezielt Werte erschaffen wollte, die sich zum Beispiel gegen die leicht verfügbaren Raubkopien absetzen können – wie etwa die ganzen besonders luxuriösen Buchausgaben, bei denen eben nicht nur der Text zählt.

      Ich sehe allerdings nicht, dass die Raubkopien da jemandem ernsthaft das Wasser abgraben würden bzw. abgegraben hätten, im Gegenteil trägt mein gesamtes Rollenspiel-Umfeld ausnahmslos irre viel Geld ins Hobby hinein. Das spricht ja dann irgendwo auch wieder für die Rollenspieler. Vielleicht wollen sie für ihr vieles Geld einfach nur „mehr Zeug“ haben. 🙂

  4. Pingback: Aus dem Limbus: Almanach, Purpurturm Ep. 4, Boron-Vademecum-Review & Geld-Podcast | Nandurion

  5. Hmm, der Vergleich zwischen dem 10 Euro-Roman und dem 50 Euro-GRW find ich irgendwie zu kurz gegriffen. Erstens kosten die meisten Romane heutzutage mehr, gerade von kleinen Buch-Verlägen, welche am ehesten mit RPG-Verlägen vergleichbar sind, da bin ich auch bei 200 Seiten und 15 Euro. Schlag ich hingegen Pathfinder, Star Wars oder Splittermond auf, ist das Vollfarbe, illustriert und noch irgendwie layoutet. Das ist halt das Buch mit seinem Einspsltensatz in sw nur marginal. Und das nun jeder Autor, dr ein Buch schreibt, davon Leben würde, halte ich für in Gerücht …

    • Da hast du recht, das war ein unglücklicher Vergleich. Der Grundansatz des Gedankens war die Verwunderung über RSP-Bücher in der Preisregion von 50 Euro. Ich halte das nach wie vor für ziemlich viel Geld und befürchte, die hohen Preise tun der Szene insgesamt nicht gut.

      Natürlich sammelt man die Sachen auch gerne als makellose Kleinodien fürs Regal, aber noch besser wäre es doch, sie wären von der vielen Benutzung ganz abgeschmirgelt.

      • Hmm, ich empfehle den Dorpcast mit der Folge, wo er die Preise mal aufdröselt. (Such ich Dir auch gern raus). Womit lassen sich Rollenspielbücher am ehesten vergleichen? Mit Artbooks z.B. oder Coffetablebooks, alles noch viel teurer. Bei vermutlich zehnfacher Auflage. Nee, ich schätze zwar auch jeden Euro in meiner Tasche, aber ein Star Wars-RPG ist imho definitiv auch sein Geld wert – um eines mal herauszupicken. Natürlich freu ich mich auch über Kleinpreisprodukte, SR5 ist doch aber auch nur deswegen so günstig, weil es einen Innovationsgrad eines Sacks Kartoffeln hat und man für 50 Euro weniger als 50 Stück davon verkauft hätte … Das die Rechnung aufgegangen ist, ist super, ich hab aber Verständnis, wenn das bei anderen, kleineren Verlägen, insbesondere ohne sicherer Einnahmequellen im Nicht-RPG-Bereich, mal nicht so funktioniert.

  6. Über die Produktionkosten von Rollenspielen hat Fred Hicks, Mitinhaber und Geschäftsführer von Evil Hat Productions (Dresden Files, Fate Core) einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht.

    http://www.deadlyfredly.com/2014/10/dd-mysterious/

    In Deutschland gehen vom Coverpreis eines Rollenspiels ca. 6,5 % als Mehrwertsteuer an den Staat, der Händler behält ungefähr 36 % (etwas mehr, wenn er Skonti und Rabatte ausnutzen kann). Der Großhandel nimmt ca. 10% als Marge, allerdings vetreiben viele deutsche Verlage ihre Produkte selbst an den Fachhandel, so dass ihnen ca. 55% der Verkauspreises als Erlös bleiben.
    Große Ketten und Versender verhandeln natürlich härter und bekommen von den Verlagen günstigere Preise.

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