Aktuelles

Es werden aktuell eine Reihe von Vorwürfen erhoben, die mich sehr treffen und mich erschüttern. Ich bin von der Schärfe und der Art, wie die Vorwürfe erhoben werden, auch auf einer ganz persönlichen Ebene sehr verletzt. Erschwerend kommt die Diskussionssituation auf Social Media hinzu, die dazu neigt, einen durch ihre Unkontrollierbarkeit zu überrollen. Ich möchte mich aus diesem Grund an dieser Stelle kurz dazu äußern.

Mir ist es im Vorfeld wichtig, dass ich die Angelegenheit vollumfänglich auf mich ziehe. Gäste oder andere Beteiligte am Podcast haben mit der Angelegenheit nichts zu tun.

  1. Unsere Folge zur Zukunft des Rollenspiels stand aufgrund ihrer Zusammensetzung in der Kritik, die als einseitig empfunden wurde. Der Hintergrund für die Zusammensetzung ist vor allem organisatorischer Natur: Die Folge war zeitlich im Verzug und ich habe Interviewpartner ausgesucht, die unkompliziert für mich erreichbar waren und die Zeit hatten. Eine poltische Komponente der Zusammensetzung kam mir nicht einmal in den Sinn. Das kann man kritisieren, es ist aber nicht als Affront gedacht gewesen.
  2. Im Raum steht der Vorwurf des Rassismus. Offenbar habe ich vor Jahren folgende Aussage getroffen: „Ich bin jetzt nicht mehr in Franken, ich darf jetzt das N-Wort nicht mehr sagen“. Hintergrund der Aussage ist die damals von mir wahrgenommene Rückständigkeit und mangelnde Sensibilität in unserer Region, die mich oft irritiert und gestört hat. Da ich selbst Teil dieser Region bin, ist die Aussage eine Selbstveräppelung, d.h. eine herablassende Aussage auf meine eigenen Kosten. Ich stelle mich dadurch selbst in ein schlechtes Licht. Sie ist in diesem Sinne also genau gegenteilig zum Vorwurf zu lesen, also als Support in der Sache. In der Nachbetrachtung tut es mir leid, dass die Aussage missverständlich formuliert und dazu geeignet ist, Menschen zu verletzen.
  3. Weiterhin wird mir vorgeworfen, mich negativ über gendergerechte Sprache geäußert zu haben. Der Vorwurf trifft zum Teil zu. Er geht aber meiner Meinung nach am Kern der Sache vorbei, da ich diesbezüglich keine ablehnende, sondern eine neutrale Position einnehme. Gendergerechte Sprache hat in meinen Augen Vor- und Nachteile und verdient eine differenzierte Betrachtung. Ich sehe (unter anderem) folgende Vorteile: a) Mehr Menschen werden repräsentiert. b) Die sprachliche Gerechtigkeit ist höher. Ich sehe aber auch einige Nachteile (unter anderem) etwa: a) Die Lesbarkeit der Texte wird erschwert. b) Sie führt oft zu einer starken Politisierung, die anschließend alles andere überstrahlt. Ich bin der Meinung, diese Position kann man redlich vertreten. Unter dem Strich halte ich vor allem den Kontext wichtig, in dem man seine Sprache wählt.

Ich möchte mit den Vorwürfen dennoch selbstkritisch umgehen. Ich habe in der Vergangenheit die Relevanz der Punkte offenbar noch nicht hoch genug eingeschätzt und war in manchen Äußerungen zu lax, zu unachtsam (sicherlich auch zu doof bzw. zu rappelig). Ich werde dementsprechend evaluieren, wo ich rücksichtsvoller sein kann. Ich werde außerdem das Gespräch mit Betroffenen suchen, Gesprächsangebote an entsprechende Personen gingen gestern schon raus.

Was heißt das für den Eskapodcast?

Der Eskapodcast hat das Hobby des Rollenspiels zum Thema. Er ist als dezidiert unpolitisches Projekt gestartet, da für uns die Freude und die Gemeinsamkeiten, die durch das Hobby entstehen, im Vordergrund stehen. Er möchte weiterhin unpolitisch bleiben. Vielleicht entsprechen wir damit nicht mehr dem Zeitgeist. Sollte sich eine Mehrzahl der Hörer politische Themen wünschen, dann müssen wir uns überlegen, ob wir das Projekt weiterführen können und wollen. Nicht zuletzt fehlt uns hier im Zweifelsfall einfach die Expertise.

Unser Ziel war und ist die Förderung des Hobbys und die Verbreitung von guten Vibrations. Ich denke, dass unsere Hörer das bestätigen können. Wenn wir nun Gegenteiliges bewirkt haben, dann möchte ich mich dafür umfassend entschuldigen. Ich bin von den Ereignissen stärker betroffen, als ich das erwartet habe und es nimmt mich sehr mit. Ich befürchte dadurch zudem eine erhebliche Entwertung unserer Bemühungen in den letzten Jahren, die letztlich auch zu Unrecht auf Kosten der sonstigen Beteiligten am Podcast geht, die dafür nichts können. Vielen Dank für den vielen, vielen Support, der uns in der letzten Zeit erreicht hat. <3 an alle.

Bei weiterem Gesprächsbedarf schickt mir am besten eine Mail an martin@“name-des-podcasts“.de