Folge 129 – Lückenlose Serie: 30 Jahre Rollenspiel-Convention (Interview)

Das Schweinfurter Fantasy Festival bleibt ein Frontrunner der deutschen Rollenspielszene und öffnet zum sagenhaften dreißigsten Mal seine Pforten. Welches Erfolgskonzept steht hinter der Convention? Welche Erkenntnisse offenbart ein weiter Blick über 30 Jahre im Hobby? Aus welchem Holz muss ein Mann geschnitzt sein, um in den frühen 80ern aufzustehen und über ein Vierteljahrhundert lang die Fackel der Fantastik in die Finsternis zu recken?

Cast: Martin, Michael, Carsten Länge: 01:03:57

Inhalt:
08:26 die wilden 80er: mit Pfarrern und Stadträten über Rondrakämme diskutieren
15:11 bloggen und socializen ohne Internet und Computer: mythische Zeit der Fanzines
26:23 Brote schmieren, Helmriemen festzurren: die Spielemesse Essen als Gralssuche
41:11 dreißig Jahre Conventions für Rollenspieler veranstalten – eine Generalabrechnung
45:41 1991: Was tun, wenn niemand weiß, wer der Stargast ist, der sich angekündigt hat?
54:57 das legendäre Drei-Convention-Eldorado: Schweinfurt ROCK CITY!
57:46 vierhundertundeinundzwanzig Gründe, das SFF auf keinen Fall zu verpassen

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Arcane Codex (Nackter Stahl)
Mäzenatin: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte in den Kommentaren bis zum 29.09.2019, 24 Uhr, die folgende Fragen: „Was war deine beste und was war deine schlechteste Convention und warum?“ oder stelle Michael eine Frage, vorzugsweise zur Schweinfurter Fantasy Convention. 🙂

Dezenter zusätzlicher Hinweis: Der Eskapodcast wird in Schweinfurt mehrheitlich anwesend sein, Workshops halten, Spielrunden leiten und evtl. Loot verschenken. 😀

Links:

Schweinfurter Fantasy Festival
Hermkes Roman Boutique und Interview
Dungeons & Dragons: die Satanic Panic
Rasterfolie
Fanzine Archive und Fanzine Sammlung im Tanelorn und kuratiert bei Greifenklaue
Fanzine Trodox
Interview mit Rollenspiellegende Hadmar von Wieser Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 
ORK Con
vielversprechender Newcomer SteaMage – Crowdfunding und Homepage

[ Download der Folge als mp3 ] [ Archiv ]

10 Gedanken zu „Folge 129 – Lückenlose Serie: 30 Jahre Rollenspiel-Convention (Interview)

  1. Schön, wieder sehr nostalgisch….
    Da ich ab November zu den Rollenspielern mit 30 Jahren „Berufs“erfahrung zähle, ist diese Folge schön anzuhören.
    Tatsächlich haben wir auch im Norden (Flensburg) auch Cons, LARPs, Vereine und Spieleläden und sonstige NERD-Aktionen selber auf die Beine gestellt. Man hatte ja auch hier nichts. Da weckt das Interview viele Erinnerungen.

    Frage an Michael: Ich bin ab 2008 aus allem Organisatorischen ausgestiegen, weil es nicht genügend „kickte“, um die Freizeit dafür zu opfern. Wie erhält man sich über die lange Zeit die Begeisterung das ehrenamtlich zu stemmen?

    • Hi, gute Frage! Mein Vorteil ist, dass ich sonst keine Aufgaben in einem Club oder Verein übernommen habe. So ist die jährliche Con trotzdem immer wieder eine neue, einmalige Herausforderung geblieben über drei Jahrzehnte.

  2. Beste Convention? Die Slayvention. Familiäre Atmosphäre auf Burg mit 30, 35 Leute, die alle geil darauf sind, Dungeonslayers und Ableger zu spielen. Triebfeder für die Community, Papierauflage der Slay, deutlicher Aufruf zum Weihnachtskalender.

    Schlechteste Convention? Hmm. Schwierig. Die, die ausgefallen sind …

    @Trodox: Ganz tolles Fanzine!!!

    @Slay, das Dungeonslayersfanzine: Das gibt es auch gedruckt: https://greifenklaue.wordpress.com/2019/09/01/slay4/ 8Vorbestellung durch, aber ich hab ein paar Exis mehr bestellt …)

  3. „Was war deine beste und was war deine schlechteste Convention und warum?“

    Die schlechteste zuerst:
    Ich habe ja eine Weile am Bodensee gelebt und von dort aus auch ab und zu mit Kommilitonen, Freunden und Kollegen Cons in der weiteren Umgebung besucht.
    Einmal sind wir zu fünft oder so zu einer Con gefahren, weil einer meiner Kommilitonen gehört hatte, dass es sie gäbe (ich weiß nicht, auf welchem verschlungenen Weg). Die Con war im bittersten Herbst/Winter im Schwarzwald an der wohl abgelegensten FH Deutschlands in Furtwangen. Es war kalt, dunkel, kein Mensch außer uns auf den Straßen geschweige denn am Veranstaltungsort. Die Con bestand aus vielleicht einem Dutzend Studenten von dort in einem einzigen größeren Raum. Keine Ahnung, ob diese Con überhaupt eine war oder für Rollenspieler von außerhalb der FH gedacht war… 🙂
    Wir als 5 Fremde wurden jedenfalls angeschaut wie die Mondkälber. Naja, wir haben uns hingesetzt und waren dann diese Typen, die es auf jeder Con gibt, die ihre eigene Spielrunde mitbringen und dort spielen. Es war nur ein Abend und wir haben eine Runde Engel gespielt und sind dann gegangen (oder haben dort übernachtet? ich weiß es nicht mehr). Man könnte wohl sagen, dass war die schlechteste Con, auf der ich war.
    Ansonsten ist es mir einmal passiert, dass ich auf einer kleinen Con voller guter Vorsätze und mit mehreren Szenarien in Vorbereitung zum Leiten gekommen bin (und es ist für mich als Vater gar nicht mehr so leicht, mir mal einen kompletten Tag komplett freizuräumen, um bei sowas teilzunehmen; das mache ich vielleicht 3-4 mal im Jahr). Es gab aber ein Überangebot an Spielleitern, so dass sich die Spieler auf die Gruppen ihrer Bekannten verteilt haben, also mehr oder weniger auch ihre Gruppe von zuhause „mitgebracht“ haben. Dadurch kam dann nicht nur keine Gruppe zusammen, für die ich hätte leiten können, sondern es waren alle Gruppen auch schon voll, ich konnte also auch nirgendwo mehr mitspielen. Das war insgesamt auch nicht so dolle. Ich hab den Tag dann mit Brettspielen mit der netten Orga rumgebracht (da aber immerhin ein ziemlich gutes kennengelernt, war auch was wert).

    Meine beste Con möchte ich noch vor mir haben! 🙂
    Ich war zwar auf vielen guten, bei denen ich schöne Abenteuer erlebt oder geleitet habe: Mehrfach die Dreieichcon, eine schöne damals als Student in Kirchheim/Teck (da habe ich Engel kennengelernt und habe in Erinnerung, dass ich spontan mit schwarzen Klamotten auch an einem improvisierten Vampire-LARP mitgemacht habe; ich glaube, ich wurde am am Ende sogar Prinz von Kirchheim/Teck oder so), der KRK von Ulisses war auch nicht von schlechten Eltern, tolle Ratcons gab es ebenfalls. Also viele gute.
    Aber ich will nochmal an so einem richtig schönen Erzählspiel- oder Einladungscon mitmachen, sowas wie die „Anrufung“, die Con „Hinter den Spiegeln“ oder die „3W6 Con“, die ich alle leider auch dieses Jahr nicht so recht geschafft habe. Nächstes Jahr bestimmt…

  4. Ich habe bisher nicht sehr viele Cons mitgemacht, doch zum Glück war keine davon wirklich schlecht.
    Aktuell begeistert bin ich vom noch recht jungen Sommerregen in Bielefeld. Überschaubar gemütlich mit ca. 50 tollen Leuten, super Essen in Vollpension, ordentliche Zimmer und Spielräume und, ganz wichtig, eine ungestörte ruhige Lage.
    Jedes Jahr wieder!!

  5. Ich mag eure historischen Folgen ja sehr. Das Thema ist einfach spannend. Ich plane ja nicht umsonst für den nächsten Nordcon einen Vortrag über die Geschichte des Rollenspiels. 🙂

    Meine beste Conerfahrung war definitiv der Nordcon eines Jahres. Die Theorieworkshops begeistern mich eh jedes Jahr (sowohl als Redner als auch als Zuhörer). Wenn dann noch eine tolle Spielrunde, wirklich nette Leute und abends Beischlaf dazu kommen, dann kann es doch kaum besser werden.

    Die schlechteste war ohne Frage in einem Jahr der Unicon in Kiel. Der ist mittlerweile wieder richtig gut geworden für einen Con seiner Größe, aber zwischenzeitig gab es da echt finstere Jahre. Einmal wurde sogar das Datum auf den Zettel falsch abgedruckt, sodass es mehr Orga und Händler als Teilnehmer gab. Ein trauriger Anblick.

  6. Mein bestes Con-Erlebnis war auf dem Cave-Con Aschaffenburg. Nach vielen Jahren Regelschwergewichten (Midgard) und einer zumindest etwas irritierenden, aber vielversprechenden Fate-Erfahrung habe ich mir Itras By zugelegt. Ein System, fast ohne Regeln, das auch noch versucht, die Handlung durch Überraschungsereignisse per Kartenziehen immer wieder neu auf surrealistische Art und Weise zu verfremden. Ich war neugierig, wusste aber nicht, ob ich so etwas leiten kann. Ich habe ein halbwegs normales Abenteuer für das System geschrieben, bin damit auf den Cave-Con gefahren und hatte eines der besten Spielerlebnisse meines Lebens. Das war mein Einstieg in die Storygames.
    Leider hatte ich in den 3 darauffolgenden Jahren in Aschaffenburg auch meine schlechtesten Con-Erlebnisse. Ich erschien voller Elan mit immer wieder anderen obskuren Systemen, die dann aber niemand ausprobieren wollte.
    Auf anderen Cons habe ich so eine Totalpleite nie erlebt. Ich gehe immer noch hin und wieder auf Cons und probiere da vieles aus – als Spieler oder Spielleiter – aber nach Aschaffenburg fahre ich trotz singulärem Supererlebnis inzwischen nicht mehr.

  7. Mit dem Schweinfurter Fantasy Festival verbinde ich super Wochenenden voller interessanter Spielrunden (unvergessen ist da das irre Gelächter am Nebentisch, als ein Magier eine Spruchrolle aus einem Schrank herauszog) und spannender Tabletop Turniere.

    Ich habe die Bilder um die 2000er mal durchgeschaut und meine damalige Rollenspielrunde mit den Impressionen der Zeit erfreut 🙂

  8. Mensch, das Magische Blatt. Cool, da Mal den Mann hinter den Kulissen nach Jahrzehnten im Eskapodcast zu hören. Bis wann und welcher Ausgabe ist das damals erschienen?

    Ich erinnere mich noch die Ausgaben mit Briefmarken bezahlt zu haben, grandios. Muss ich unbedingt mein verstaubtes Rolloarchiv durchforsten.

    Toller Einsatz fürs Hobby,weiterso!

    • Schön, dass sich noch Niemand erinnert. 🙂
      Insgesamt gab es 14 Ausgaben im Laufe von 4 oder 5 Jahren (bis 1992). Es war eine tolle Zeit damals und es hat sehr viel Spaß gemacht sich all das Rollenspiel-Material ausdenken und zu veröffentlichen.

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