Folge 86 – Fantastische Tierwesen und wo man sie findet

Bestiarien, Critter-Kompendien, Monsterhandbücher: Wenn es eine schräge Literaturgattung gibt, dann diese. Wir nehmen Schmetterlingsnetz und Bestimmungsbuch in die Hand und machen uns auf die Jagd nach den spektakulärsten Kreaturen, die man landauf landab findet, und fragen sie, was sie von Bestiarien halten.

Cast: Martin, Holger, Carsten, Dominik Länge: 56:24

Inhalt:
04:43 Statblöcke, bunte Bilder, Monsterfluff: Was macht ein Bestiarium aus?
12:58 Feldhase vs. Phönix: enzyklopädisches Werk oder Inspirationshilfe?
18:38 Bestiarien als Nutzprodukte: Was muss ein gutes Bestiarium leisten?
21:06 Darf ein Spieler wissen, gegen was ein Fabelwesen allergisch ist?
30:26 Mäuseleder & Drachenschinken: Wieviel Wirtschaftssiumlation muss sein?
35:37 Vertrautentiere, Reittiere, Homunkuli: Sind zwölf Dutzend Seiten Reitregeln genug?
41:25 Das Gesetz der Wildnis: Welche Autorität hat ein Bestiarium?
46:16 Konferenz der Monster: konkrete Bestiarien im Crash-Test

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Volo’s Guide to Monsters (Dungeons & Dragons)
Mäzenaten: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte in den Kommentaren bis zum 04.02.2018, 24 Uhr, folgende Fragen: „Wie benutzt du Bestiarien in der Praxis? Hast du eine Lieblingskreatur?“

Links:
Kryptozoologie
Mimic
Rotkappe
Karmanath
Tatzelwurm
Zoo Botanica Aventurica (Das Schwarze Auge)
Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen (Call of Cthulhu)
Malleus Monstrorum (Call of Cthulhu)
The Mythos Dosssiers (Call of Cthulhu)
Codex Monstrorum (Myranor)
Lusus Naturae (Lamentations of the Flame Princess)
Muss der große Cthulhu Werte haben? (Von der Seifenkiste herab)
Eskapodcast – Folge 45: Gegenspieler, Widersacher, Erzfeinde

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25 Gedanken zu „Folge 86 – Fantastische Tierwesen und wo man sie findet

  1. Ich nutze Bestiarien je nach Situation:

    1) im laufenden Spiel vor allem als schnelle Nachschlagequelle, wenn ich z.B. als SL gerade improvisiere und Wertekästen brauche (und ja, dann will ich es auch einfach, schnell und vollständig zur Hand haben. Und dann schätze ich es z.B. auch, wenn „normale“ Kreaturen genauso drin sind, falls ich deren Werte gerade brauche)

    2) bei der Spielvorbereitung als Fluff-Inspiration über die Welt und mögliche Plot-Aufhänger, wenn ich gerade Hintergründe vorbereite oder Abenteuer entwerfe. Dann geht es mir vor allem um die „besonderen“ Kreaturen und deren Beschreibung.

    Meine aktuelle Lieblingskreatur ist der Zagirr aus dem Splittermond-Bestiarium. Das ist eine molchartige Kreatur, die über Magiegespür verfügt und Beherrschungsmagie auf ihre Beute-Opfer wirken kann.
    Mir gefällt daran die geniale Kombination zwischen glaubhaftem Hintergrund und Einsatzmöglichkeiten im Spiel: die Kreatur passt überzeugend in eine ökologische Nische der magischen Welt (was sich „realtischer“ anfühlt als ein Kühlschrank-Tentakelmonster, bei dem man sich fragt, wie es eigentlich lebt, wenn keine Abenteurer vorbei kommen…) und bietet jede Menge spielrelevante Abenteueraufhänger, die über ein simples Monster-Plätten hinaus gehen: von Jungtieren als Magiedetektoren bis zu mächtigen alten Exemplaren, die ganze Kanalisationen beherrschen.

  2. Ich liebe Monsterhandbücher.
    Sie eignen sich super als Inspirationsquelle. Ich erfreu mich an dem (meist) hübschen Artwork im Buch. Für die meisten vorgefertigten Pathfinderabenteuer sind die Bücher unabdingbar. Mein ältester liebt es sich zum einschlafen mit mir die Monster anzusehen.
    Unser Lieblinsmonster ist der Eulbär. Er ist einfach eine coole und auch passende Mischung aus Eule und Bär. Und er sieht echt cool aus. Auf platz zwei steht bei uns die Drinne, eine Mischung aud Drow und Spinne.

    Gruß,
    DanF!

  3. Bestiarien geben mir einen kleinen Einblick in die Spielwelt und liefern Werte für Nichtspielerwesen. Meistens finde ich sie hilfreich, aber nicht unbedingt zentral für das, was ich im Spiel erleben will.
    Das krasseste Bestiarium, das ich kenne, ist das „Book of unremitting Horror“ für Esoterrorists bzw. Fear Itself… ein Horrorbestiarium, bei dem ich doch einige Male schlucken musste.
    Mein Lieblingsmonster ist wahrscheinlich der Mensch.

  4. Ich mag Monster-, bzw. Kreaturenhandbücher sehr gerne.
    Sie vermitteln einem auf eine sehr spannende Weise etwas über die Welt in der man spielt. Kreaturen sind weitaus mehr als nur plumpes Kanonenfutter und können, wenn sie richtig gespielt werden, einer Heldengruppe zu interessanten, kniffligen und schweißtreibenden Situationen verhelfen. Welche Fähigkeiten Kreaturen haben lässt sich halt sehr gut aus den entsprechenden Handbüchern herauslesen und ein SL kann hier entweder in akribischer Vorbereitung auf ein Abenteuer, oder spontan, weil es die Situation hergibt, eine Kreatur gut in ein Abenteuer einbauen.

    Generell verhilft gerade der Fluff der zu den einzelnen Kreaturen verfasst wird, eine Spielwelt viel lebendiger wirken zu lassen und das halte ich für sehr sehr wichtig. Zudem liebe ich es Abbildungen der Kreaturen sehen zu können. sicherlich kann man sich ein schönes Bild einer Kreatur in der eigenen Fantasie machen, die künstlerische Darstellung in Handbüchern find eich persönlich dann aber oft doch besser als meine eigene Vorstellung.

    So sind Kreaturenhandbücher für mich nicht nur Spielhilfe, sondern auch spannende Lektüre und auch ein Stück Kunst. 🙂

  5. Mein Haupteinsatzzweck ist natürlich auch die schnelle Übersicht inkl. Werte und Fähigkeiten. Während eines Abenteuers ist es einfach wichtig da schnell was zur Hand zu haben. Wichtig sind mir aber auch Fluff-Infos. Lebensraum? Revierverhalten? Beuteschema? Natürliche Feinde? Eventuell Entstehung? Ist ja schön wenn man ein tolles Monster zur Hand hat. Aber warum taucht das in eine Waldstück auf und nicht in einer Höhle? Eine Verknüpfung zur Spielwelt ist mir also schon wichtig, das ist einfach stimmiger. Und ich habe auch was zu erzählen wenn die Spieler fragen, besonders wenn es der Jäger ist, der das eigentlich wissen sollte.

    So ein richtiges Lieblingsmonster habe ich nicht, dafür gibt es zuviele. Wenn es aber sein müsste, würde ich mich wohl für den Mimic in der klassischen Form einer Schatztruhe entscheiden. Einfach ein geiles Teil!

    • Wir hatten den Mimic mal in Form einer Drehtür (so wie bei Schwimmbädern). 🙂

      Mimics sind einfach sehr ikonisch und man kann nicht anders, als ein bisschen darüber nachzudenken,. Letzthin habe ich sie wieder bei Hearthstone entdeckt.

  6. Ich muss gestehen, dass mir die Folge etwas zu verkopft war bzw. in letzter Zeit denke ich mir bei euren Folgen häufig: „Man kann es auch kompliziert machen.“ („Folge 83 – Was machen eigentlich normale Leute in ihrer Freizeit?“ fand ich übrigens auch grausig und furchtbar 1-Dimensional)
    Ich sehe z.B. nicht, warum es ein Problem sein sollte, wenn Spieler in Monsterhandbücher schauen (v.a. weil es ja genug Leute gibt die sowohl Spielleiter als auch Spieler sind) und die Idee kam mir auch noch nie. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich die Regeln nur als Gerüst sehe. Erstmal sollte jeder in der Lage sein zwischen Spielerwissen und Helden wissen zu unterscheiden (und wenn nicht gibt es ja immer noch den Spielleiter der einen daran erinnern kann) und zweitens sind die Dinge im Regelwerk doch nicht in Stein gemeißelt nur weil die da drin stehen. Ist ja schön, wenn mir die Spieler vorrechnen, dass man vielleicht 4-mal im Schnitt Würfeln muss um das Reh zu besiegen aber vielleicht habe ich mich als Spielleiter dazu entschieden das Reh super fett zu machen und jetzt hat es halt 2 Lebenspunkte mehr?!
    Für mich ist ein Bestiarium letztlich nur ein Angebot aus dem ich mich bedienen kann und wenn mir etwas nicht gefällt, dann ändere ich es eben. Und aus dem Alter, dass Spieler meckern nach dem Motto „Kreatur XY hat doch eigentlich nur 10 Lebenspunkte und keinen Rundumschlag. Steht so auf S. 10“ sind wir in unserer Gruppe Gott sei Dank raus.

    Aber ansonsten noch kurz zu Bestiarien an sich. Auch wenn mir die Idee eines Bestiariums wie das Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen gefällt, wäre es für mich nichts. Ich brauche dann doch ein paar Werte im Buch, sonst muss ich mir die ja alle selbst ausdenken. Anpassen tue ich diese dann aber am Ende doch so, wie ich es gerne hätte oder übernehme sie einfach. Sie helfen aber die versch. Kreaturen schon einmal gegeneinander ins Verhältnis zu setzen.

  7. Großartige Folge! 🙂

    Ohja, Kreaturenhandbücher sind schon wirklich ein Höhepunkt des Rollenspielhobbys.
    Die ganze Definitionsfrage kam mir irgendwie trotzdem seltsam vor. Erstens sehe ich keinen Grund dazu, warum es eine feste Definition geben sollte (Wittgenstein würde hier eine Familienähnlichkeit bescheinigen). Und zweitens finde ich den Begriff „Bestiarium“ als generische Bezeichnung auch unerwartet. Ich bevorzuge „Kreaturenhandbuch“, weil ja noch längst nicht alles darin Monster sein müssen. (Wie von euch auch herausgearbeitet.)
    Das mag wie ein Detail klingen, scheint mir in der Praxis aber sehr wichtig. Wenn wir von Monstern reden, dann geht es in der Spielpraxis meist um Widersacher, die zu erschlagen in- oder explizit keine moralische Problematik ist. Monster sind einfach böse und haben keine Rechte. (Hier wird also ein ganzer Spielstil durch diese Setzung transportiert.)
    Aber das muss ja nicht für alle Kreaturen gelten. Den Unterschied sieht man sehr deutlich bei D&D 4. Dessen Monsterhandbuch fiel dadurch auf, dass es fast keine guten Kreaturen beschrieb, damit man sorgenfrei alles darin bekämpfen konnte. Dieser Fokus auf Kämpfe war so stark ausgeprägt, dass sogar die metallischen Drachen rausfielen, die bei Dungeons & Dragons schon irgendwie namensgebend sind…

    Was ich an Kreaturenbüchern schätze, ist, wenn sie interessante Einblicke in die Spielwelt erlauben. Deshalb mag ich das Malleus Monstrorum so gerne (wobei das neue Bestimmungsbuch auch großartig ist). Viele der Wesen wird man nie treffen und erst recht nie bekämpfen (auch weil Cthulhu-Götter eh zu mächtig sind), aber ihre Existenz sagt etwas Spannendes über die Welt aus.
    Deshalb sind meine Lieblingskreaturen auch die Hunde von Tindalos. Die sind nicht nur gruselig, ihre Existenz enthält gleich noch eine Information dazu, wie die Raumzeit an und für sich in der Welt funktioniert. Wie geil ist das denn?
    Zu den Fakten über die Spielwelt gehören natürlich auch die Bewohner. Deshalb finde ich für Fantasywelten seltsame, spielbare Spezies auch ziemlich großartig. Wenn der Minotaurus drin ist, dann möchte ich auch einen verkörpern können.
    Das „Bestiarium der Alten Welt“ für Warhammer 2 ist hier übrigens erwähnenswert, weil es die Sicht auf die Viecher aus mehreren Perspektiven (oft auch deren eigene) schildert.

    Wie steht ihr eigentlich zu witzigen oder gar lächerlichen Wesen? Wenn man die Monster-Schiene fährt, sind die wahrscheinlich Stimmungstöter. Aber es gibt ja nun mal auch in unserer Welt wirklich abstruses Tiere. Ich erinnere an den Kakapo (https://youtu.be/sCsHuoVABgI).

    Was ihr zu der Bedeutung von Illustrationen feststelltet, kann ich so unterschreiben. Ich würde aber noch hinzufügen, dass gerade die alten D&D-Monster häufig genau andersherum entstanden: Was leicht zu zeichnen war oder wozu man eine Zeichnung hatte, wurde ein Monster.
    So kommen dann Invisible Stalker oder Betrachter zustande. Auch dem Mimik würde ich das jetzt erstmal unterstellen. Witzigerweise wurden die dann oft die bekanntesten Wesen, vielleicht gerade weil sie so abstrus sind. Insofern offenbar ein Erfolgsrezept.

    PS:
    Ihr spielt mir auch jedes Mal die Gelegenheit für Eigenwerbung zu, was?
    Nachdem Harry Potter mehrfach erwähnt wurde, muss ich hier kurz meine Harry-Potter-Adaption für Fate erwähnen (http://faterpg.de/2016/11/lichtbringer-adaptiert-das-harry-potter-universum-1/).
    Auf der Seite faterpg.de werde ich übrigens in Zukunft auch eine Kreaturensammlung veröffentlichen. Die ist aber gerade noch in Arbeit.

    • Wie wir zu witzigen oder zu lächerlichen Monstern stehen, das ist eine sehr gute Frage.

      Für mich war das vor vielen Jahren immer ein klares Abgrenzungskriterium vor allem zu D&D, im Brustton des DSAlers zu diagnostizieren, dass „deren Kreaturen ja total lächerlich sind“. Mittlerweile juckt mich das allerdings nicht mehr.

      Mir ist aber zum Beispiel beim aktuellen Myraonr-Kompendium der Mops-Hirsch negativ aufgefallen. Ich weiß schon, dass 250 Seiten Kreaturen auch mal ein singuläres ironisches vertragen und warum soll man nicht mal schmunzeln, klar. Trotzdem hat das was von Immersionsbruch, finde ich.
      Also das ist jetzt keine große Sache, aber wenn du so explizit danach fragst, erinnere ich mich, dass mir das hier mal punktuell negativ aufgefallen ist.

      Wie stehst du denn deinerseits zu lächerlichen Monstern?

      • Na ja, ich habe eben keine spezifische Meinung zu „Monstern“, weil das nicht so recht meinem Spielstil entspricht. Das soll jetzt nicht pedantisch sein, sondern einen wichtigen Unterschied aufzeigen. Ein Monster ist als Gegner gedacht und lächerliche Wesen zu bekämpfen ist zumindest seltsam.

        Lächerliche Kreaturen dagegen mäße ich mit demselben Maß wie alle anderen Kreaturen: Sind sie interessant und passen sie in die Spielwelt?
        Bei „Kobolde fressen Babys!“ dürfen die Hühner durchaus bekloppt sein. In normaleren Welten darf das Wesen auf menschliche Beobachter lächerlich wirken, sollte aber in der Welt dennoch Sinn ergeben. (Für uns mögen Nacktmulle bescheuert aussehen, aber es gibt gute Gründe dafür, dass deren Körper so gebaut sind.)
        Ist das verständlich?

  8. Bestiarien benutzte ich hauptsächlich als Inspiration. Da meine Spieler auch diese Bücher haben und die sich die alle durchgelesen haben. Typische Situation am Tisch „Oh ein Basilisk ich hole meinen Spiegel raus und lass den sich mal schön selbst versteinern“ Da die aber nicht wissen inwiefern ich das Monster verändere macht es die Kämpfe schon mal etwas spannender. Ansonsten sehr praktisch für Zufallsbegegnungen und schnelles zusamenstellen von Kämpfen.

    Mein Lieblingsmonster ist der Intellect Devourer. An sich ein ziemlich schwaches Monster. Mit 21 Hp ist es ein lächerlicher Gegner für alle Heldengruppen über Level 3. Der physischen Schaden den es anrichtet kann man auch gut verkraften. Doch der psychische Schaden ist tödlich. Falls man den Rettungswurf verhaut bekommt man etwas Schaden doch man muss noch Würfeln wie viele Intelligenzpunkte man verliert. Falls man auf 0 Punkte runter kommt wird man gestunnt bis man mindestens ein Punkt wieder hat. Dann kann der Intellect Devourer ein mentales Duell beginnen und der Spieler muss das Duell gewinnen, ansonsten teleportiert sich das Monster in den Kopf des Spieler und kontrolliert den Körper. Jetzt ist das Problem, wenn das Monster den Körper verlässt stirbt zwar nicht der Charakter, hat aber keinen Verstand mehr und ist im Endeffekt ein Gemüse. Die einzige Möglichkeit den Verstand zu retten ist über den Zauber „Wish“. Okay laut den Regeln stirbt der Charakter sobald das Monster den Körper verlässt doch irgendwie finde ich die Gemüse Option erzeugt einen größeren Reiz.
    Es passiert zwar so gut wie nie das der Intellect Devourer wirklich die Kontrolle übernimmt doch die Spieler haben ernsthafte Angst vor diesem Monster. Einmal schlecht gewürfelt und es ist aus für den Helden. Obwohl es zu den schwächeren Monstern gehört haben selbst 20er Helden großen Respekt und das liebe ich an dem kleinen laufendem Gehirn.

  9. Ich nutze Monsterhandbücher extrem selten und empfand die immer als unnötig. Meiner Meinung nach hatte man genug Monster im Grundregelwerk und dann in gekauften Abenteuer. Ich brauche nicht so viele unterschiedliche Viecher.

    Die Gegner in meinen Abenteuern waren Menschen, weil wir meistens Low-Fantasy spielen. Dementsprechend waren die übernatürlichen Viecher im GRW eines jeden Systemes ausreichend. Ein Abenteuer mit einem Mimic oder einem Quallenkühlschrank würde da nicht reinpassen.
    Ich nutze heute den Flufftext in den wenigen Mosterbüchern, die ich besitze, als Inspiration für ganze Abenteuer.
    Am liebsten sind mir Monster, die irgendeiner Folklore entspringen, also schon allen Spieler und ggf, den Charakteren bekannt sind.

    Weil ich als SL und SC Kämpfe mit vielen Gegner mag, ist mein „Lieblingsmonster“ der Untote oder Zombie. Leicht zu erklären, nicht zu überkandidelt, gruselig genug, variabel nach Setting und in Masse und ggf. Ansteckung, immer noch eine Gefahr.

    Apropos Mimic: Es gibt eine alte Grusel-Fersehserie „Twilight Zone“, die einige Nachahmer hatte. In einer dieser Nachahmerserien gab es eine Folge mit zwei Monstern als Bett oder Kühlschrank getarnt, die einen menschlichen Knecht hatten, die ihnen Opfer zuführen. Bsp. ein attraktiver Mann der Frauen abschleppt und als sie im Bett liegt, wird sie zwischen die Matrazen gezogen und verdaut.
    Da finde ich es ziemlich passend.

  10. Bestiarien nutze ich auf folgende Weisen:

    1) Als Inspirationsquelle
    Ganz wichtig. Ich habe schon öfter als Spielleiter die Kreaturenbücher gewälzt und anhand der gefundenen Wesen die Szenarien entworfen. Ich erinnere mich z.B. an eine D&D 3 Runde, bei der mich der „Corpse Gatherer“ aus dem Monster Manual 2 inspiriert hatte, so dass alles auf einem Schlachtfeld begann, auf dem diese großen, golemartigen Wesen für einen unbekannten Herren & Meister Gefallene aufhoben und auf ihre Rückenstacheln pieksten…
    Gerade in der Hinsicht finde ich die „intradiegetischen“ 😉 Bestiarien toll: Die „Traumsaat“ im Rollenspiel „Engel“ (übrigens wohl die Inspirationsquelle für das von Martin vorgestellte „Codex Monstrorum“ bei Myranor) und die drei „Braunen Bände“ bei DSA liefern tolle Kreaturen und Beschreibungen mit Abenteueranregungen.

    2) Als fertige Werteblöcke
    In dem Punkt bin ich ganz bei Martin, denn ich bin im Ater faul geworden. Als Schüler musste bei mir noch jeder Gegner selbst entworfen werden, jedes Monster immer ein paar eigene Werte bekommen etc.. Heute setze ich beim Leiten nie irgendwelche eigenen Werte und ziehe alles, was irgendwie geht, aus Bestiarien. Ich will da also fertige Werteblöcke mit allem, ewas ich dazu brauche. Und da es je nach Rollenspiel ja oft mehr als nur ein Bestiarum gibt oder es gibt nur eins, aber das ist sehr dick, bin ich da ganz froh über PDFs: Entweder drucke ich mir die Seite für den Abend dann einmal aus oder ich habe Laptop / Pad bereitstehen. Sehr gut in dieser Hinsicht sind bei DSA 5 die Kreaturenkarten, weil man da die Werte jeweils auf einer Karte hat und sich für den Spielabend dann die Karten einsteckt, die man voraussichtlich benötigt.

    3) Als Bereicherung von Abenteuern je nach Umgebung
    Wenn ich Abenteuer leite oder schreibe, steht irgendwann fest, in welcher Umgebung sie spielen: In nördlichen Wäldern, in Wüsten, auf oder unter dem Meer, in einem Feenwald oder oder oder. Da ist es super, wenn Bestiarien einen Überblick haben, in welchen Regionen es welche Wesen gibt, so dass ich einschränken kann, was den Charakteren plausiblerweise so begegnen kann. Aus dem was verfügbar ist, versuche ich dann, spannende Begegnungen zu kreieren. Eine Verortung ist mMn also ein riesen Plus bei einem Bestiarium, am besten nach Klimazone oder ähnlichem (Ewiges Eis, Dschungel, Wüste, …)

    Meine Lieblingskreatur ändert sich immer mal, aber ist aktuell der Laserwolf aus „FATE – Masters of Umdaar“. Es ist ein LASERwolf! Muss man da noch mehr sagen? 🙂

  11. Ich benutze das Bestiarium in erster Linie als Werte- und Regelquelle. Wenn die Illustrationen schick sind, kopiere ich sie auch schon mal als Handouts. Positiv ist mir letzter Zeit das uralte Warhammer Fantasy Rollenspiel von ca. 1990 oder älter aufgefallen. Da sind sämtliche Regeln und eine guter Teil der Monster mit im Grundregelwerk. Das ist mir alles zu kampflastig, aber man braucht für den Anfang wirklich nur ein Buch.
    Mein Lieblingsmonster entstammt aus einem anderen Universum. Das possierliche Tierchen hält in der Abgeschiedenheit der Nadelwälder des Orklandes Ausschau nach lohnender Beute. Erblickt es diese, lässt es sich mit seinem nadelspitzen Horn voaran aus mehreren Metzer Höhe auf sein ahnungsloses Opfer fallen um es möglichst in einem Stoß zu erlegen. Die Rede ist hier vom Todeshörnchen.

  12. ich benutze sie nur dann, wenn ich wirklich mal was draus brauche.
    Stundenlang Werte recherchieren und miteinander vergleichen hat mich noch nie gereizt, vor allem muss ich als Dauer-SL ja eh wenig wissen.

    Als Spieler ist es wesentlich interessanter zu gucken, ob ich überhaupt eine Chance mit dem aktuellen Powerlevel habe.

    Die Ausnahme bildet das aktuelle Cthulhu Büchlein mit hübschen Bildern der Kreaturen… solche Flufftexte mit „Fotos“ drin habens mir angetan

  13. Ich schreib mir die Kreaturen vorher raus die ich brauche, das ist handlicher und reicht für das was die Spieler wissen müssen/wollen. Zum rumblättern und schauen dürfen die Spieler das schon außerhalb der Runde haben, man merkt ja ob sie es schaffen Spieler- und Figurenwissen voneinander zu trennen im Spiel.
    Achja ich bin Fan vom großen Schröter, die Vorstellung das Leute statt mit einem Hund mit einem riesigen Hirschkäfer spazieren gehen ist einfach grandios.

  14. Ich liebe Monster Handbücher und stinknormale Viecher haben darin nix zu suchen. Witzigerweise finde ich aber auch völlig abstruse Monster doof. Der schon genannte Mopshirsch hat mich auch total rausgehauen.

    Und ja – alles muss Werte haben. Wenn ich ernsthaft die Welt abbilden will, ist das notwendig.

  15. Moin!
    Kurze Frage mal von mir. Ist es beabsichtigt, dass die Folgen immer mehr aus den Archiven von Podcastplayern wie „Podcast Republic“ o.ä. verschwinden? Ist ziemlich unpraktisch, da es jetzt ein unnötiges hin- und hergewuchte von Datenmassen zwischen diversen Geräten wird, wenn man einfach nur am Smartphone auf „download“ drücken muss und es in 10 Sekunden fertig ist. Wäre schön wenn das aufhören würde 🙂

    • Hi!

      Danke für diese Rückmeldung, das ist für uns ein super wichtiger Input.

      Wir haben mit den Podcastplayern tatsächlich rein gar nichts zu tun. Die organisieren sich unsere Folgen eigenständig. Kannst du das Problem vielleicht noch ein bisschen spezifizieren?

      Wir hatten vor drei Jahren mal den Fehler gemacht, die Menge an Folgen auf iTunes zu limitieren (war kein aktiver Fehler, das hat WordPress von selbst gemacht), wodurch dort immer nur so die vierzig aktuellsten Folgen wahrgenommen werden. Meinst du vielleicht das? Das ist ziemlich schwer zu beheben.

  16. Auch diesem Mal habe ich viel Freude am Hören der Episode gehabt. Weiter so, ihr 20HD-Podcastkreaturen!

    Ich sage es ganz ohne Umschweife, Bestiarien sind einfach ganz wunderbar. Wenn ich nur ganz wenig Zeit habe, um etwas vorzubereiten, dann schlage ich einen Bestienband auf, lese mir ein passendes Wesen durch und habe sofort einen Abenteueraufhänger. Was kann es besseres geben?
    Ich gebe zu, dass für mich atmosphärische (älterer Physiologus) bis süße Illustrationen (Babybestiary), ein unwiderstehliches Kaufargument darstellen. Ja, ich nutze Bestiarien häufig, aber nicht ständig. Sie sind sicher auch ein gutes Mittel um Spielern das ganze Entsetzen eines Dunklen Jungen (Petersen’s Field Guide), oder die eher humoristischen Eigenschaften einer Mundharmophie (D&D) näher zu bringen und eine noch tiefere Immersion in die Spielwelt zu ermöglichen. Manchmal ist aber auch die Phantasie besser angeregt, wenn man nicht sofort zur Bebilderung greift.
    Mein Lieblingsbestiarium ist bislang das „Hacklopedia of Beasts“. Gute Güte, haben die sich Mühe gemacht, die Wesen zu beschreiben, in allen möglichen Facetten. Definitiv Rollenspielpremiumsiegelverdächtig.
    Knapp folgend ist „Veins of the Earth“. Klar, da ist auch einiges an unmöglicher Absurdität dabei, aber schon der Antiphönix (oder wie der heißt, habe es gerade nicht griffbereit), hat für ziemliche Furcht bei den SC und auch deren Spielern gesorgt.

    Ganz gelegentlich nutze ich die Regeln in Bestiarien auch, um neue Monster zu basteln. Bei einem Abenteuer, in dem unsere Helden einen merkwürdigen Zirkus auf wundersame, interplanare Reisen führten, erschuf jede Sitzung ein Spieler ein neues, bizarres Wesen, welches Teil der Shows wurde. Das hat ganz wunderbar funktioniert und später auch zu noch mehr sonderbaren Kreuzungen zwischen den Tieren geführt. Wir hatten jedenfalls Spaß. Zumindest bis es zu einem verhängnisvollen Patzer bei einer Dressurvorführung kam. Ethnam, Gnomenmagier, du bleibst unvergessen!

    Ein Mitspieler nimmt bei seinen Charakteren übrigens immer einen Spiegel und einen Sack Mehl auf die Inventarliste. Er scheint traumatisiert von einer garstigen unsichtbaren Medusa.
    Ein weiterer Mitspieler hat panische Angst vor Rostmonstern.
    Herrlich, was wäre das Rollenspiel ohne Monster, und die Bücher in denen sie zu finden sind.

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