Folge 83 – Was machen eigentlich normale Leute in ihrer Freizeit?

Was Sie schon immer wissen wollten, aber sich nie zu fragen getraut haben: Wie kommt man über den Tag ohne personalisierten W20? Wie erträgt man es, wenn man nicht weiß, welches Jahr nach Bosparans Fall gerade ist? Hat das Leben einen Sinn, wenn man die Details von Dunkelzahns Testament nicht kennt? Wir gehen aufs Ganze und unternehmen eine Expedition in die geheimnisvolle Welt der Nichtrollenspieler.

Cast: Martin, Holger, Carsten, Dominik Länge: 50:42

Inhalt:
07:33 Clash of Cultures: Die Nichtrollenspieler tun so, als gehört ihnen die Welt!
14:09 Hochleistungseskapismus: Leistungsrollenspiel in der Leistungsgesellschaft
19:05 exzessives Rollenspiel: Fröhliches Hobby oder unproduktiver Zeitfresser?
25:49 Jetzt aber: Was machen die normalen Leute, während wir Pen&Paper spielen?
30:54 Die Bude aufräumen? Prokrastinieren? Entspannen?
38:33 Vielleicht irgendwas mit der Familie? Feiern? Irgendwelche Ehrenämter?
43:11 Ständig Spazierengehen? Oder haben die anderen nerdige Hobbys?
48:54 Megathema der Postmoderne: die Vereinbarkeit von Beruf und Rollenspiel

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Drachenwerk und Räuberpack (Ulisses Spiele)
Mäzenaten: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte in den Kommentaren bis zum 24.12.2017, 24 Uhr, folgende Fragen: „Welchen Stellenwert hat das Hobby für dich? Was machst du, wenn du nicht Rollenspiele spielst?“

Links:
Dungeons & Workouts
Harry Potter LARP
My Little Pony – Tails of Equestria
Die Abseitsregel (GRW Echtwelt)
Abenteuermodul: „Endspiel“ (Call of Cthulhu)
Abenteuermodul „Esche und Kork“ (DSA4)
Sehkraft verbessern durch Headshots
Schlauer werden durch Handy-Gefiddel
Eskapodcast #10: Gamer ShameEskapodcast #10: Gamer Shame
Eskapodcast #11: Haben die Spieler eine Bringschuld?

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33 Gedanken zu “Folge 83 – Was machen eigentlich normale Leute in ihrer Freizeit?

  1. Lieber Eskapodcast,

    ich wollte mal die Gelegenheit nutzen, euch für euren Podcast zu danken. Ich selbst kann mich darin zu 100% wiederfinden (mein erstes Abenteuer war tatsächlich auch „Das Grabmal von Brig-Lo“ :)).
    Mittlerweile spiele ich aber schon lange kein Rollenspiel mehr (bis auf eine kurze Runde „Beyond the Wall“) vor etwa einem Jahr. Der Gründe dafür sind vielfältig:
    Zum einen war es immer so, dass ich der am meisten begeisterte Rollenspieler der Runde war und die anderen nicht so richtig Feuer gefangen haben. Das machte die Sache oft sehr mühselig. Ein Brettspiel ist dagegen sehr viel einfacher auf den Tisch zu bekommen.
    Zum zweiten habe ich als Lehrer einen Job, in den man beliebig viel Zeit versenken kann.
    Zum dritten programmiere ich in meiner Freizeit, sofern welche übrig ist.
    Zum vierten und wichtigsten: Ich habe zwei wunderbare kleine Kinder, mit denen ich natürlich alles an Zeit verbringen möchte, was übrig ist. Über die Kinder ist mir auch bewusst geworden, weshalb viele Menschen z.B. in der Stadt Zeit „verbummeln“, was ich früher nie begreifen konnte und als Zeitverschwendung angesehen habe. Mit Kindern ist man manchmal froh, wenn man einfach Zeit gut füllen kann.
    Meine Rollenspiel-Lust, die mich regelmäßig überkommt, befriedige ich aktuell vor allem über Podcasts wie den euren.
    Das mache also ich als „normaler“ Mensch: Brettspiele, Posaune spielen in einer Big Band und in einem Orchester, viel Zeit mit den Kindern verbringen, am Haus herumschrauben, ab und an Joggen gehen, Hörbücher hören (eignen sich hervorragend für nächtliche Spaziergänge mit dem Kinderwagen), Programmieren, …

    Vielen Dank noch mal an euch und macht bitte weiter so!

  2. Okay, mit dem Thema hatte ich in einem RSP-Podcast nun ehrlich nicht gerechnet. Ihr seht mich überrascht.

    Ich werfe hier gleich mal die unhöflichste These ein, die vermutlich in der Kommentardiskussion auftreten wird:
    Durchschnittliche Menschen sind nur deshalb normal, weil ihnen das Potential fehlt, besonders zu sein.

    Ich weiß allerdings nicht, ob das Klischee, Rollenspieler hätten keine „normalen“ Hobbys, so richtig ist. Rollenspiel braucht viel Zeit und dann bleibt nicht viel für andere Sachen, aber möglich ist es schon.

    Seltsam, dass ich das schreibe, wo ich wie ein Gegenbeispiel wirke. Ich bin nämlich Vollblutrollenspieler. Für mich ist Rollenspiel einfach das Geilste. Es gibt einfach kein anderes Hobby, das solche Freiheiten, solche Immersion, solche Vielfalt bietet. Wenn ich keine Rollenspiele spiele, dann schreibe ich Artikel oder Bücher dazu oder höre Actual Plays.
    Dazu kommt eigentlich nur noch meine Aktivität als Populärwissenschaftler. (Sport handle ich darüber ab, mit dem Fahrrad zu pendeln.)

    Der Grund dafür, ist aber tatsächlich nicht, dass ich keine anderen Hobbys will. Ich habe nur etwas, womit ich mich noch lieber beschäftige: Ehefrau und Tochter.
    Und seit ich Vater bin, muss ich mich halt auf ein Hobby beschränken. Da war gar nicht erst die Frage, welches das würde.

    P. S.: Was ich nie verstand, ist Fußball o. Ä. zu gucken. Warum schaut man Sport, anstatt ihn selbst zu machen?

    • Das mit dem Sport ist vielleicht das Gleiche wie bei den Let’s Plays. Ich tu mich aber auch mit den Let’s Plays irgendwie schwer, ich kann nur nicht genau sagen, warum.

  3. Ich finde ja komisch, wie schrecklich normativ das Wort „normal“ bei euch verankert ist. Wertfrei und deskriptiv betrachtet ist „normal“ erstmal nur das, was die meisten Menschen tun. Und gerade beim Thema Hobbys wirds da halt dann eh schnell schwer „normal“ zu definieren. Es gibt also keinen Grund, sich für irgendein wie auch immer geartetes Hobby zu schämen, bloß weil es nicht der großteil der Gesellschaft verfolgt. Quantitativ betrachtet ist Rollenspiel wohl nicht „abnormal“er als Angeln gehen.

    Mein Problem mit dem Rollenspiel ist, dass es enorme Ansprüche an die Stetigkeit des eigenen Lebens stellt. Ich denke, dass ein Videospiele, Lesen oder im Internet surfen oder Assi-TV kucken so verbreitete Hobbys sind, weil sie weitestgehend Raum-, Zeit- und Sozialgefüge-unabhängig sind. Rollenspiel stellt als gesellschaftliche Tätigkeit die nur gelingt, wenn alle am selben Strang ziehen, meiner Meinung nach viel größere Ansprüche an die Stetigkeit des Einzelnen als viele andere Hobbys. Es macht erst wirklich Spass, wenn die Spieler sich kennen, sich mögen und gemeinsam eine geteilte Vorstellung bereisen können. Als konkrete Hilfe – z.B. der Fußballplatz, der allgemeine Wettkampfgedanke im Sport, oder Sofa und Fernseher – steht den Spielern dabei nur ihre Sozialkompetenz, Wissen über die Spielwelt und der Wille gemeinsam einen kognitiven Raum zu schaffen, der erlaubt alleine durch Worte sinnvoll miteinander zu interagieren ohne die Welt zu brechen. Und dabei bricht dieser Raum eben oft schon alleine deswegen zusammen, weil es mal wieder ein halbes Jahr gedauert hat, bis man wieder zum spielen kommt. Andere Hobbys helfen da nicht; und so wird Rollenspiel teilweise zum Alles-oder-nichts Hobby.

    Ich bin aktuell leider eher auf dem „Nichts“-Gleis angekommen. Halbjährliche Umzüge und ständige Pendelei machen es zu einem besonderen Kraftakt, sinnvoll Rollenspiel zu betreiben und Onlinespiel ist für mich eher eine Art Methadon: Es nimmt den Schmerz aber wirklich high wird man davon selten.

    Es bleiben: Internet, hin und wieder Klampfen (sinnvoll musizeren erlaubt dieser Lebenswandel ja auch nicht so recht) und wann immer es geht Brettspiele spielen, welche denen die Schwierigkeit des beständigen sozialen Rahmens wenigstens etwas entschärfen. Und übrigens, Dominik, die 70er haben angerufen und wollen ihre Brettspiele zurück. Es gibt heute eine unüberschaubare Menge an Spielen die es schaffen wirklich Geschichten zu erzählen, auch wenn die Spielmechanik natürlich Konstruktionsbedingt immer stärker im Vordergrund stehen wird als bei einer Fate-Runde. 😉

    • Danke Andreas für Deine differenzierten Ausführungen! Sehr gut gefällt mir Dein Satz „Wertfrei und deskriptiv betrachtet ist „normal“ erstmal nur das, was die meisten Menschen tun“. Sinngemäß haben wir das übrigens auch in der Folge gesagt und ich hatte glaube ich noch ergänzt, dass sich die Einordnung eines vormals nicht der Norm entsprechenden Hobbys allein dadurch ändern kann, dass auf einmal viele Leute das machen. So gesehen haben die Tolkien- und Harry Potter-Verfilmungen sowie die Serie „Big Bang Theory“ sicher einiges dafür getan, dass die Beschäftigung mit Phantastik normaler geworden ist.

  4. Welchen Stellenwert hat das Hobby für dich? – Es ist mein Hobby No. eins, welches ich hege und pflege. Und natürlich gibt es Sachen, die wichtiger als Hobby sind, aber nicht viele.

    Was machst du, wenn du nicht Rollenspiele spielst? – Brettspiele, Tabletops, Kino, aber auch mal gemütlich ne Krimiserie gucken mit meiner Mutter.

  5. Das Hobby Pen & Paper Rollenspiel hat einen hohen, wenn nicht gar den höchsten Stellenwert als Hobby für mich. Ich habe viele Sachen ausprobiert und bin einigen Hobbys nachgegangen. Aber kein anderem Hobby habe ich solange gefröhnt als dem Rollenspiel. Und ich glaube, dass zeichnet es gegen über dem anderen Hobby aus, die ich inzwischen aufgegeben habe. Viele haben ihren Reiz verloren, während RSP immernoch reizvoll ist.

    Immer wenn ich umgezogen bin, konnte ich über RSP schnell neue Leute kennenlernen. Man hatte einen immer einen gemeinsamen Punkt, an den man anknüpfen konnte, der irgendwie intensiver war, als wenn man der gleichen Sportart nachkam. Vielleicht weil man auch immer irgendwo zu jemanden nachhause eingeladen wurde, also ein Gast war…oder weil man ja gleich ein ganze Gruppe Menschen kennelernte.

    Was mache ich neben dem RSP. Also das was ich jetzt noch als Hobby und nicht als Freizeitbeschäftigung (Freude, Familie, Kino, Lesen) betreibe: Ich spiele Theater, eigentlich länger als RSP, aber mit größeren Pausen und Gartenanbau und -pflege . Sport betreibe ich leider nur aus Vernunft und nicht aus Leidenschaft.

  6. *hihih* die Kommentar Funktion ist mir ja bisher entgangen ;-), bei der Folge hat Tanja gefehlt, ihr habt ein ganz großes Frauen Hobby vergessen – Shoppen ich kenne einige die ihre kompletten Wochenenden damit (in meinen Augen) verdödeln. Rollenspiel hat jetzt bei uns(Angus&mir) würde ich sagen als Hobby den größten Stellenwert. Wir haben keine Kinder die denke ich einen haufen Zeit in Anspruch nehmen, und Arbeitsbedingt hat Angus selten unter der Woche Zeit und ich bin Arbeitsbedingt öfter an den Wochenenden unterwegs so das das Thema „Hobby“ irgendwann tatsächlich in Stress ausgeartet ist, da haben wir beschlossen okay man muss Prioritäten setzten. Also unter der Woche wo es passt dann Sport und eventuell mal den ein oder anderen Brettspiele Abend ( aber dann um Himmels Willen kein Monopoly 😉 ) Aber als Zeitaufwendiges Hobby dann nur noch Rollenspiel. Wenn ich nicht Rollenspiele dann Zock ich tatsächlich glaube ich am meisten an der Xbox ( öhöhö da dann natürlich gerade Tides Of Numenera^^ ) oder Lese. Ich muss jetzt gerade echt überlegen welche Hobbys ich habe die nicht in irgendeinen Zusammenhang mit Rollenspiel stehen. Ich glaube am ehesten noch Reiten oder ins Kino gehen.Ich kann den Martin übrigens gut verstehen, es ist nicht mal der „Gamershame“ aber ich hab viele Freunde die weiter weg vom Rollenspiel sind als man sich Vorstellen kann. Klar die wissen was wir machen, aber mit denen rede ich auch nicht gerne darüber weils einfach anstrengend ist wenn man so ewig ausholen muss. Da ich Beruflich viel mit Kunden zu tun habe und auch bei denen daheim bin – es irritiert mich jedes mal das bei fast allen die Glotze im Hintergrund mit läuft ( Hauptsächlich bei den Leuten zwischen 30-50). Ich glaube übrigens das der Holger einen Schrebergarten hat.

    • Hey Sabrina, schön Dich nunmehr auch hier als Kommentartorin zu zusehen und Danke für Deine schönen Ausführungen und für die Ergänzung des ganz wichtigen Hobbys Shoppen, wobei sich das ja sogar noch je nach Art des Kaufbegehrs noch gut weiter differenzieren lässt 🙂
      Schön und erschreckend ist zugleich, dass Du meine Einschätzung, was den im Hintergrund laufenden Fernseher anbelangt, bestätigen kannst…

      • Auch wenn ich das nur bedingt aus eigener Erfahrung schildern kann, halte ich das permanente Laufenlassen des Fernsehers für eine extrem unangenehme, zugleich aber weit verbreitete Unsitte.
        Und wenn es um das Thema Freizeitverunstaltung geht vielleicht auch für die effektivste. Man könnte manchmal glauben das Fernsehen verwandele den modernen Menschen in regelrechte Teilzeitzombies.

  7. Ich hab die Folge grad im Fitnessstudio gehört  
    Mein Freundeskreis ist auch teilweise mit Nicht- oder Ex-Rollenspielern durchsetzt, aber auch diese wissen von meiner Passion und nur die wenigsten haben keinen irgendwie gelagerten Nerd-Background. Außerdem bin ich ebenfalls in der glücklichen Situation meine Frau (Sabrina aka Morgi) im Jahr 2000 im GMX-Chat in einem Rollenspiel-Chatroom kennen gelernt zu haben, d.h. ich habe die Liebe-meines-Lebens(tm) überhaupt erst durch das nerdige Hobby kennen gelernt  
    Tatsächlich ist der Bewegungsmangel gepaart mit einem Überangebot an Leckereien auf dem Spieltisch das größte Problem an dem Hobby. Wenn ich mir nicht vor ein paar Jahren eingestanden hätte, dass mehrere Hobbies parallel nicht funktionieren, würde ich jetzt mehr fotografieren, bogenschießen und bouldern.

    • Ach wie nett, eine Chatroom-Bekanntschaft. Ja, um den Jahrtausendwechsel war Chatten eine große Sache, das weiß ich noch. 🙂

      Ist Bogenschießen cool oder eher ein bisschen lahm? Ich hatte auch mal damit geliebäugelt.

  8. Also mein Hobby ist mir extrem wichtig und nimmt auch einen großen Teil meines Lebens ein (zumindest dessen der noch frei ist, neben Frau und Kindern).
    Ansonsten würde es mich interessieren wie viele Stunden Martin schon in Civilization versenkt hat.
    Bei mir sind es laut Steam (und Teil 5 und 6 zusammengefasst) 423 Stunden, diese lassen aber die mindestens 3000 Stunden außer auch die ich bevor es Steam gab, in Teil 1, 2, 3 und 4 (und Alpha Centauri und Colonization) versenkt habe.
    Also wenn Martin sich so um die 3500 Stunden bewegt ist er noch vollkommen normal. Zumindest aus meiner Sicht. 😉

  9. Bei mir hat das Rollenspiel einen sehr großen Stellenwert: Als Vorstand eines Rollenspielvereins und als Con-Veranstalter und aktuell drei laufenden Runden (Star Wars, Titansgrave, Warhammer Fantasy 2nd) bleibt das nicht aus.

    Aber ich hab auch noch andere Hobbies, die ich nicht missen möchte: Zuerst wäre da unsere Jagdhündin mit der ich jeden Tag ~ 2 Stunden draußen bin. Und dann kommt da noch meine Dauerkarte für die Fußballregionalliga dazu. Außerdem sind bei mir das Spielen an Konsolen wieder im Kommen – da reite ich ein wenig auf der Retro/Arcade-Welle.

    Viel mehr lässt sich dann aber auch nicht mehr stemmen, sonst gibts einen Satz heiße Ohren von meiner Frau – die nämlich nicht spielt. Auf Konzerte und ins Kino (früher mindestens einmal im Monat, eher öfter) schaffe ich es kaum noch.

    Und wenn dann doch mal ausnamsweise nichts los ist, dann machen wir entweder Ausflüge ins Umland oder gammeln auf unserer Couch.

  10. Auf die Frage hin, was wir denn so in unserer Freizeit machen, habe ich die letzten drei Tage jede Minute notiert, die ich mich mit Rollenspiel beschäftige…

    Ich bin Pädagoge und leite eine Wohngruppe in einem Heim für Kinder mit stark erhöhtem Betreuungsbedarf. In der Freizeit, die ich habe, beziehungsweise, heißt es bei uns „Verfügungszeit“, bin ich sehr viel auf verschiedenen Ämtern, besuche Ärzte, führe Gespräche…
    Bin ich dann doch einmal zu Hause, dann bin ich meistens mit dem Hund unterwegs.
    (Ja das eine oder andere Instrument spiele ich auch, aber das ist vom Arbeitgeber gewünscht, zählt also nicht zur Freizeit.)

    Da bleibt für das Rollenspielen nicht viel Zeit übrig, deswegen hatte ich auch bei meinem Vorstellungsgespräch gesagt, dass ich JEDEN Montag ab 14:00 Uhr frei haben WILL. (Nur bis zum nächsten Tag)
    Unsere Gruppe trifft sich nämlich seit über sieben Jahren jeden Montag.

    Ausgefallen tut dieser Termin nur, wenn es Weihnachten oder anderer Blödsinn ist.
    Klar kann mal ein GM krank sein, wir haben aber mehrere Leute, die verschiedene Systeme leiten. Was heißt, dass wir uns relativ regelmäßig abwechseln, bzw. fast immer spontaner Ersatz vorhanden ist.
    Auf jeden Fall war dass eine meiner Bedingungen bei meinem Vorstellungsgespräch, Montag Abend frei, um DSA/SR bei meinen Jungs und Mädels zu leiten.

    Um zum Anfang zurück zu kommen, wenn ich mit dem Hund unterwegs bin, oder bei irgend einem Arzt hocke… ertappe ich mich sehr oft, dass ich die Leute studiere, denen Werte gebe und das auch manchmal aufschreibe, um sie als NPC irgendwann einfließen zu lassen.
    Die Wache, die meine Gruppe nicht in die Bibliothek lassen wollte, da sie im Moment (ab der Boronsstunde war sie zu) nicht geöffnet hatte, ist aus der Beobachtung von einer super nervigen Kieferorthopädieempfangsdame entstanden, die Gruppe ist verzweifelt; bis ich dann gnädig war 😀

    Bin ich mit dem Hund draußen und er finden einen Hasenkadaver (der blöde Köter hat sich natürlich drinnen gewälzt(gut ich hätte schneller sein können(ja, er hätte an der Leine laufen können(mimimimi)))) dann spinnt sich schon in meinem Kopf eine Geschichte, wofür ich einen zerfetzten Hasen einsetzen könnte (Ritual, Opfer, wildes Tier, irgend eine Krankheit, die das Opfer in die Fänger seiner Fressfeinde treibt…)

    Ich halte im Grunde den ganzen Tag über meine Augen und Ohren offen, nach Inspirationensquellen.

    Und wenn ich dann einmal Ferien habe, dann fahre ich sehr gerne Motorrad (meistens aber zu einer Con oder zum Tabletop spielen :/)

    • So eine Leidenschaft für das Hobby ist großartig. Welche anderen Hobbys gibt es denn noch, die einen derart in ihren Bann schlagen?

      Ich denke, du bist da bei Weitem nicht der einzige, ganz im Gegenteil.

      • Ich denke viele. Aber wie will man darüber Urteilen wenn man sich diesen anderen Hobbies nicht voll und ganz verschrieben hat?

        Ich kenne zum Beispiel Leute die voll und ganz im klettern aufgehen, ihren Wohnort nach kletterregionen ausrichten, ihren nenbenjob aufs Klettern konzentrieren. Die ehrenamtliche Arbeit aufs trainieren von Kindern und Jugendlichen konzentriert.

        Ich bin für meinen Teil bin zb viel in der deutschen (Web)ComicSzene unterwegs. Auch wenn ich nicht mehr so aktiv bin. Für einige meiner Comiczeichner Kollegen dreht sich das Leben fast nur um Comics. Comic zeichnen. Comic schaffen. Comic festivals. Comic Lesungen. Comic Podcasts. Etc.

        So wie ihr im Pen & Paper aufgeht, gibt es unzählige andere Freizeit Gestaltungen in denen andere Menschen voll und ganz (ggf sogar beruflich) aufgehen.
        S

  11. Hi,
    wie ihr ja bereits quasi schon erwähnt habt, „normal“ ist relativ.

    Unter euch im Podcast sind nur Leute für die es normal ist viel Zeit mit Rollenspiel zu verbringen. Vielleicht hätte es dem. Podcast gut getan wenn ihr jemanden aus eurem Bekanntenkreis hinzu genommen hättet (oder im Vorfeld solche Leute gefragt hättet), der zwar um unser Hobby weiß, dessen/deren Hobby es aber nicht ist, für den es also nicht „normal“ ist.

    Wie gesagt, normal ist relativ.

    Interessant finde ich es wie sich das Leben wandelt. Wie sich Interessen verschieben, und man beginnt ab zu wägen wofür man wieviel Zeit einteilt, wie man dies gewichtet.

    Früher (als ich ~20-30 Jahre alt war) bestanden meine (24std) Tage aus 5-6std. Schlaf, ~8std arbeiten und ~10std Freizeit zu annähernd 100% für eigene „Lust“befriedigung (zocken, zocken, zocken, p&p, Webcomics, Comics, Serien, Serien, Filme, Freunde, Partys, Feiern & tanzen in Clubs, zocken,…).

    Heute (30+ J.) bestehen meine Tage aus 6-8std Schlaf, ~10-12 Std arbeiten (inkl pendelei).. Und die Rest Zeit mit und für meine Freundin. Die (leider) kein Nerd ist (im klassischen Sinne), sondern eher „normaler“ Mensch.
    Im nächsten Leben würde ich versuchen mich eher in eine Nerdin zu verlieben, aber irgendwie nahm das Leben hier nun einen anderen Lauf. Das Leben und lieben mit einer nicht Nerdin ist interessant und auch schön, aber es fällt natürlich schon schwerer seine nerdigen Bedürfnisse unter zu bringen. Bzw man lernt auch sich auf „normale“ Sachen ein zu lassen und ggf manche nerdigen auf zu geben oder andere nerd Pfade zu beschreiten.
    Das kann für manche ein Gewinn sein.

    Für mich war es sehr schwer das zocken (gaming) auf zu hören. Das kollidierte einfach zeitlich zu sehr. Aber im Nachhinein gesehen.. Hab ichs auch echt hart (Gesundheit schädlich) übertrieben. Für mich ist es ein Gewinn (besseres Gedächtnis, bessere Aufmerksamkeit) dass ich nicht mehr zocke. Auch wenn es manchmal fehlt. Und wenn ichs doch mal wieder anfange.. Gibt es mir nicht mehr so viel wie früher.. 🤔

    Ich nehme mit was mir das Leben bringt, lasse mich auf Neues ein und versuche das Beste daraus zu ziehen und zu lernen.

    Wie auch immer, was ich eigentlich sagen wollte ist: Leben und Leben lassen.

    Wir können uns glücklich schätzen in unsere Welt zu leben, die uns den Wohlstand und die Freiheit schenkt 1. Überhaupt Freizeit zu haben und 2. Die freiheit zu haben weitgehend frei diese verwenden zu können.

    Seid euch eures Glückes gewahr, lebt und genießt euer nerdy Leben.. 😉

  12. Was es bedeutet?
    Nun, Hadmar Wieser pflegt immer zu sagen kein anderes Hobby würde Menschen über einen so langen Zeitraum (=ihr ganzes restliches Leben) so intensiv beschäftigen und dabei so glücklich machen. Auch wenn das vielleicht nicht immer stimmt, so finde ich mich doch darin wieder.

    Was machen normale Menschen?
    Witzige Frage. Nachdem ich Schlafen, Essen und Arbeiten abgezogen habe bleibt nur noch eher wenig Zeit. Das allermeiste wird in meine Familie und lebenswichtige Dinge wie Einkaufen, Kochen, den Müll rausbringen etc. investiert. Beiträge wie dieser sind auch nur möglich, weil ich meine sechs Wochen alte Tochter dabei in den Schlaf wiegen kann. Tippen mit einer Hand dauert natürlich drei mal so lange aber egal. Zeit für mein Hobby erlange ich so eigentlich nur, indem ich praktisch keine Zeit für Fernsehen, netflix und co., soziale Medien (facebookverweigerer), Musik, und kaum für die Konsole oder Computerspiele erübrige. Menschen, die sich noch irgendwelche anderen Hobbies wie Garten, soziales Engagement, Zeitung lesen (oder was heute so als entsprechender Medienkonsum durchgeht), Ausgehen (also das was man sich mit drei kleinen Kindern längst abgewöhnt hat) widmen, wird sicher auch nicht so schnell langweilig. Um ehrlich zu sein ich wundere mich oftmals für welche Dinge die angeblich normalen Leute so alles Zeit finden. Normal erschiene es mir eher praktisch keine Zeit für solchen Luxus erübrigen zu können.

  13. „Welchen Stellenwert hat das Hobby für dich?“
    Es schwankt ziemlich, vor ein paar Jahren als DSA 4 rauskam war ich relativ regelmäßig am DSA 3 spielen. Als wir auf 4.1 umstiegen wurde es immer weniger. Vor ein paar Jahren dann wieder mit Shadowrun und Pathfinder zurück zum Pen and Paper gekommen als Spieler. Dank DSA 5 bin ich seit diesem Jahr auch wieder nach Aventurien gekommen, wo ich nun regelmäßig eine Runde leiten werde. Also würde ich schon sagen das es zumindest im Moment einen relativ hohen Stellenwert hat in meinem Leben.

    „Was machst du, wenn du nicht Rollenspiele spielst?“
    Internet, Videospiele, Filme, Serien, Comics oder Romane konsumieren.

  14. Zuerst einmal möchte ich Euch für den Eskapodcast bedanken. Ich wußte nicht, dass ich das Bedürfnis hatte, ihn zu hören, bis ich es tat. Ich fahre jeden Tag 45 Minuten Bus. Recht oft mit Euch im Ohr. Schön, dass Ihr wieder da seid!

    Was ich außer Rollenspiel mache: Texte schrieben, Lesungen und mein eigenes Kneipenquiz veranstalten, als DJ Auflegen (früher Clubs, jetzt immer öfter Hochzeiten und Geburtstage).

    Was andere machen: Fitness, Solarium, sich häßlich tätowieren lassen, häßlich Klamotten kaufen. Die Freunde der Realität eben. Halten sich dabei für Battle-Mönche.

    Zum Fußball gucken:
    1.“Fußball gucken? Da spiele ich doch lieber selber Fußball.“ In die Oper? Da singe ich doch lieber selber vor 500 Leuten! Ski-Springen? Platz da, das kann ich auch! Einen Kriegsfilm schauen? Ne, da meld ich mich doch erstmal bei der Fremdenlegion! Einen Erotik-Film angucken? Nein, mein Schatz wir machen einen Porno und laden den überall hoch!
    Fußball gucken ist eine aktive Handlung, keine passive.

    2.Einmal haben Freunde und ich mit einem Psychologie-Studenten Fußball geguckt. Der hat die ganze Zeit nur auf unsere Gesichter geachtet und nicht auf das Spiel. Haben ihn dann nie wieder eingeladen.

    Macht es gut und schöne Weihnachten,
    Alexander

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