Folge 82 – Spiegelbilder und Projektionen

Schau tief in den Spiegel! Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen der Figur, die man verkörpert und der Person, die hinter der Figur steht? Spielt man im Rollenspiel in letzter Konsequenz immer nur sich selbst? Wenn der Held, der ein Schwert trägt, fiktiv ist, wer führt dieses Waffe dann? Was sagen die Figuren, die ich spiele, über mich aus?

Cast: Martin, Tanja, Carsten, Dominik Länge: 47:28

Inhalt:
05:58 Charakter, Temperament und Markenschuhe: Was macht eine Persönlichkeit aus?
10:36 Eigenschaften und Verhalten einer Figur: Wer bestimmt hier wen?
16:16 soziale Dynamiken, Rederechte, die Hackordnung: Beifang im Projektionsprozess?
22:59 Konflikte zwischen den Figuren & Konflikte zwischen den Spielern – austauschbar?
25:35 Pädagogik und Psychologie im Rollenspiel – aber wir wollen uns doch amüsieren!
28:05 Ist Rollenspiel kompensatorisch? Ist Rollenspiel ein Schonraum?
37:25 Ach, Zeus! Katharsis im Rollenspiel – eine realistische Erwartung?
44:37 Spiegelt die Spielwelt die Seele des Spielers?

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenke: Beyond the Wall und andere Abenteuer (System Matters Verlag)
Mäzenaten: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte in den Kommentaren bis zum 10.12.2017, 24 Uhr, folgende Fragen: „Wieviel von dir steckt in den Figuren, die du spielst?“

Links:
„Persönlichkeit“ nach H.J.Eysenk
Robin D. Laws: Good Game Mastering
Katharsis
Der Big Mac – Index
Eskapodcast Folge 19: Problemspieler

[ Download der Folge als mp3 ] [ Archiv ]

28 Gedanken zu “Folge 82 – Spiegelbilder und Projektionen

  1. Schöne Frage

    bei Fantasy Systemen steckt nullkomma garnichts von denen in mir, aber grade als ich angefangen habe mit RPG und Cthulhu, war mein „Doktor“ eine Kopie von mir.

    der wurde mir aber dermaßen schnell langweilig, dass ich eben für zukünftige Helden und Protagonisten mich an Schauspielern orientiere oder Filme, die mir gefallen.

    zudem will ich auch herausgefordert werden und wenn ich mich selbst oder irgendeine „Kopie“ spiele, dann ist das nicht spannend

  2. „Wieviel von dir steckt in den Figuren, die du spielst?“ – 24,7 Prozent. ^^
    Ich überlege mir immer die direkten Unterschiede zu mir, daher alles was da nicht reinkommt, dürfte erstmal eine Gemeinsamkeit sein {z.B. Verständnis von Gut und Böse, Interesse an anderen Menschen, Mut, …}

    • Es ist tatsächlich schwierig einzuschätzen, wie viel von einem selbst in einem Charakter steckt. Unterschiede fallen mehr auf.

      Ich habe schon esoterische Tests von fragwürdigen Internetseiten für Charaktere gemacht, z.B. um Ideen für ein Seelentier zu gewinnen. Das heißt, ich habe so geklickt, wie der Charakter es tun würde. Das waren schon deutlich andere Antworten als ich für mich geben würde.

      Andererseits scheint mir noch der abgedrehteste Charakter näher als die japanischen Kollegen. 😉

  3. Am Anfang habe ich Charaktere gespielt, die eher das hatten was ich nicht hatte, aber gerne gehabt hätte. Also kompensatorisch und das dort Gelernte konnte ich gut mit ins normale Leben mitnehmen. Also den Schonraum gut genutzt. …

    Nun plane ich zwar immer komplexe, andere Figuren, deren Andersartigkeit mich reizen und am Anfang einer Kampagnie spiele ich diese anderen Elemente wohl gut, aber man verschleppt das schnell alles und verfällt in alte Muster.

    • VIelleicht sollte man diesen kompensatorischen Ansatz aktiv und voll ausreizen (obwohl er ja immer nach Unvermögen und Defiziten im echten Leben klingt). Also mal wieder ganz gezielt danach suchen, was man irgendwie im echten Leben vermisst und das auf die Spitze treiben.

      Ich denke, das probiere ich mal aus, und bin gespannt, ob das dann super ist oder ernüchternd. 🙂

      • Zwei Beispiele:
        LARP: Unsere fiese, derbe Söldnergruppe mit einem Sack voller Vorurteile und krimineller Energie, bestehend aus lauter Dummköpfen wurde komplett von Pädagogen jedweder Art dargestellt, da haben wird sehr viele Verhaltensweise aus dem beruflichen Alltag NICHT angewandt. Das war sehr spaßig und auch reinigend.
        Und es war am Anfang wirklich nicht leicht für mich von der Heldenattitüde zu lösen und kleinen Kinder den Bonbon der Oma den letzten Taler zu stehlen.

        PEN& PAPER: Am Anfang der RSP – Karriere war ich noch schüchtern und habe quasi den Face der Gruppe gemimt. Nicht gut, aber das war eben das Lernfeld.

  4. Also von mir steckt ziemlich viel in meinen Charakteren. Es ist eher ein Realitätsspiel, das Rollenspiel hab ich die komplette Woche auf der Arbeit 😉
    (sogar mit Verkleidung).
    Aber im Ernst, meist spiele ich Charaktere, in die ich schon einen gewissen Teil von mir selbst einfließen lasse. Da können aber auch komplett gegensätzliche Ergebnisse herauskommen, z.B. wenn ich bei einem Charakter eher einen witzigen chaotischen Aspekt betone oder bei einem anderen Charakter meine sadistisch hinterhältigen boshaften Elemente aus den Untiefen meines Ichs ausgrabe.
    Einen Charakter zu spielen, der so gar keine Schnittmenge mit mir hat, würde mir glaub nicht so viel Spaß machen oder er würde sich schlussendlich doch in eine Richtung entwickeln, die einen Teilaspekt meiner selbst widerspiegelt.

  5. Mal mehr mal weniger. Oft finde ich es gut einen Charakter zu spielen, der mal die „Sau raus lassen kann“ (kompensatorisch). Was heißt das konkret: mal nicht vernunftbegabte Reaktionen auf Provokationen, Unrecht etc., sondern jemanden mal für seine Tagen, Worte „an die Wand nageln“.
    Aber viele meiner Chraktere haben auch stillere Seiten.
    Ganz allgemein ist es bei mir eher ne Mischung aus so bin ich und das würde ich gerne tun.

  6. Schöne Folge!

    Meine liebsten Charaktere waren immer ein stückweit von mir entfernt, um interessant zu sein. Aber auch nicht so extrem entfernt, dass es sehr viel Konzentration erfordert, in Rolle zu bleiben.

    Die Unterschiede werden dabei oft ein wenig überzeichnet. Es entstehen noch keine Persiflagen, aber die egozentrische Dame ist sehr egozentrisch, der trübsinnige Mann sehr trübsinnig. Komischerweise gelingen mir Crossgender-Charaktere stimmiger, vielleicht weil ich weniger aufpassen muss, nicht doch mich selbst zu spielen.

    Krasse Unterschiede machen Spaß in Oneshots. Ich habe mit Vergnügen eine Blinde gespielt, einen Emotionslosen, Jemanden ohne Kenntnis der einheimischen Sprache, ein Schwarmwesen, … Aber ich bin zu sehr interessiert an einer spannenden Geschichte und zu extreme Charaktere bremsen.

    • „Krasse Unterschiede machen Spaß in Oneshots.“

      Das trifft es glaube ich gut, wenn man mal was ganz anderes spielen will. Kurze Zeit geht das und ist reizvoll, aber lang ist es wohl schwer durchzuhalten, ganz anders zu spielen als man wirklich ist.
      Zumal der Reiz des Gegensatz zu seiner eigentlichen Person wohl auch schneller verloren geht.

    • Dankeschön Faras!
      Du hast völlig Recht – Oneshots bieten da noch ganz andere Möglichkeiten, Spaß an völlig anderen und extremen Rollen zu haben. Gerade bei Oneshots mit vorgefertigten Charakteren ist jedoch weitaus mehr schon vorgegeben, sodass hier die Projektionsfläche kleiner ist, als wenn man sich selbst frei einen RSP Charakter erschafft.

  7. Hallo liebe Podcastbesatzung,
    eine außerordentlich spannende Folge, der ich mit Genuss zuhören konnte. Ich konnte all die wunderbaren Wesen ins Gedächtnis rufen, denen ich zu einer Phantasieexistenz verhelfen konnte. Und bei jedem habe ich mir gedacht, „Mensch das war doch richtig geil und unterhaltsam“.
    Es wurde mir auch klar, dass Charaktere zwar in meinem Verstand entstehen, aber durch Interaktion mit anderen SC oft zu etwas sehr anderem werden, als sie es sein wollten. So gesehen führt der „Hero’s journey“ manchmal weit weg von einem selbst und in psychische Gegenden, die mitunter nicht beabsichtigt oder gar unvorstellbar waren. Um die Frage nun zu beantworten, ja, zu Beginn sind wir zu einhundert Prozent unsere Figur. Wenn wir uns aber auf eine Reise einlassen,werden die Charaktere immer mehr zu Kollektivkonstrukten.
    Welche Frage bei mir nun so aufkam ist, wo denn in unserem Hirn all die Informationen und Emotionen über und vor allem von unseren RPG-Charakteren aufbewahrt werden. Das sollte einmal ein Professor der Rollenspielologie untersuchen.
    Projektive Grüße
    David

    P.S.
    TRIGGERWARNUNG!

    Vor einigen Jahren gab es in meinem entfernten Bekanntenkreis einen RL-Mord, dessen Motiv sich aus einem LARP Konflikt ergab. Ich halte das Killerspielargument für Quark, aber es ist auch klar,dass labile Menschen, die ohnehin oftmals Schwierigkeiten mit Emotionen oder Konsequenzen von Handlungen haben, nicht immer geeignet sind Niederlagen in Fantasiewelten zu ertragen. Das muss man schon ein bisschen abschätzen können als Master. Finde ich zumindest.

    • Ich versuche das zu Rekapitulieren, soweit ich mich erinnere.
      Der eine hat wohl seine herrschaftliche Rolle durch eine geglückte Intrige (die Spielwelt ließ so etwas zu) verloren. Dann hat er den anderen zu einer Aussprache irgendwohin eingeladen. Dazu kam es dann und als der andere, in Begleitung eines Mitspielers (meine ich mich zu erinnern), aus dem Auto stieg, ging der Täter auf ihn zu und schoss ihn auf offener Straße über den Haufen. Sein Kumpel war kein Ziel.
      Es kam zur Verhandlung und zur Verurteilung.
      Als er dann im Knast war, hat er seine Rollenspielsachen verkauft. Ich habe ein bis zwei Bücher von ihm erhalten. Und jedes Mal, wenn ich die zufällig in Händen halte, denke ich an die Sache.

  8. Von mir landet sehr viel im Charakter.
    Das ist auch der Grund, warum ich meist einen ganz speziellen Archetyp spiele, der natürlich in den Details, Persönlichkeit und Feinheiten variiert. Was sie alle gemein haben, sind bestimmte Wesenszüge, die sie mir sympathisch machen.
    Komplett von mir entfernte Charaktere kann ich durchaus auch mal spielen. Die haben dann das Problem, das sie mir oft zu unsympathisch sind, um sie lange und mit Freude zu spielen.

    Eigenheiten, Sprüche, eine bestimmte Art zu lachen – das reist auch manchmal in die umgekehrte Richtung. Das hyänenhafte Auflachen meiner furchtlosen Vargr-Pilotin Ace zum Beispiel. Oder das ikonische „Ich war das nicht!“ von Lizzy May.

  9. Das ist ganz unterschiedlich, aber da ich eigentlich immer SL bin, steckt in einigen Figuren vieles von mir drin und einigen fast gar nichts.

    Meine Spielerfiguren waren mir immer sehr ähnlich, sie hatten ähnliche Wertevortellungen und Trinkgewohnheiten. 😉

  10. Hallo erstmal, mal wieder ein schöner Podcast, wie ich es gewohnt bin.
    Jedoch muss ich bei Minute 13 einen Einspruch erheben. Denn auch wenn man vielleicht etwas um die Ecke denken muss, kann man durchaus seinen IT (In-time) Interlekt über seinen OT (Out-time) Interlekt erhöhen. „Interlekt“ bezeichnet schließlich so etwas wie deine Bildung, also das Wissen, das du besitzt. Also wenn dein Charakter in z.B. einem Fantasy Rollenspiel, an einem Tisch in einem Schankraum sitzt und sich mit den anderen über den Aufbau und die Funktionsweise (zeitgemäßer) Schusswaffen unterhält, da er ein wirklich weltgebildeter Mann ist, du aber keine Ahnung davon hast, wie das mit dem Schwarzpulver und all sowas funktioniert, kannst du ja trotzdem OT Medien wie Quellbücher oder das Internet zur Hand nehmen, um so genau den Bildungsgrad abzubilden, den dein Charakter besitzt. Sicher ist das nicht die feine englische Art des Rollenspiels, jedoch würde ich als langjähriger SL niemals einem Spieler, der einen Wissenschaftler spielt und sich dafür ein kleines Glossar mit wissenschaftlichen Ausdrücken, Phänomenen und Erklärungen zusammengestellt hat, niemals verbieten dies zu benutzen.
    Würde mich interessieren was ihr dazu meint.
    Liebe Grüße Onno.

    • Danke für Dein schönes Feedback und Deinen Einspruch! Das ist ein wichtiger Punkt und eine treffende Argumentation. Dazu fällt mir auch eine Studie ein, wonach Leute, die sich vorstellen ein Professor zu sein und sich in seine Gedankenwelt herein versetzen, danach in Wissenstest bessere Ergebnisse erzielt haben sollen. Habe diese Studie nur leider nie im Original gelesen.

    • Hm, ich hätte Intellekt an der Stelle eher als die logische Intelligenz verstanden, wie’s um Minute 20 rum genauer diskutiert wird.
      Es ist sicher ganz richtig, dass man einen Bildungsgrad „faken“ kann – das dürfte zum Spielen von so ziemlich jeder magischen Figur gehören 🙂 Aber interessant ist natürlich, was man so kompensieren kann und was nicht.
      Wir hatten mal eine Situation, in der eine eher introvertierte Spielerin einen adeligen Offizier gespielt hat. Nun kam es zu einer Situation, in der beim Patrouillengehen vor einem Feldlager ambushmäßig eine Gruppe Gegner auftauchte. Die Rolle hätte eine irgendwie geartete „Führungsreaktion“ erfordert, mit der die Spielerin vollständig überfordert war. Letztlich kam dann dieser StarshipTroopers-Moment: Gegner stürzen auf die Gruppe zu. Offizier vollkommen hilflos:“Was soll ich denn jetzt tun?“ Total-untergeordneter-Laufbursche-ohne-jegliche-Führungstalente: „VORWÄÄÄÄÄRTS! FÜR DEN KAISER!“ und stürzt vor, gefolgt von allen anderen.
      Andererseits hab ich in der Theaterszene schon erlebt, dass introvertierte Leute total überzeugend extrovertierte Rollen spielen, wobei da zugegeben meistens der Text vorgegeben ist.

    • Schön, wenn jemand das P&P nicht nur zum Trinken und sich bespaßen lassen nutzt, gibt einen SL Daumen nach oben.
      Wie vielleicht schon einige mitbekommen haben, mache ich das extrem gerne, weil es für mich zu einem überzeugenden Spiel dazu gehört. Für meinen Kyuubido ( Gnom Heiler Splittermond) habe ich 2 Bücher über TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) überflogen und mir ca 5 Youtube-Videos angeschaut, in Verbindung mit dem Quellenband hat sich dann ein nach außen sicheres Auftreten ergeben. Ohne diese Ausstrahlung ist es finde ich schwer etwas richtig rüberzubringen oder würdet ihr in ein Fluggerät steigen, das von einem Erfinder gebaut wurde mit den Worten „Jaja, ich weiß schon, wie das geht. Ok, was brauche ich alles, dass das Ding fliegen kann?“.
      Schönes und fundiertes Spiel entlastet euren SL und bereichert eure Gruppe (aber seid keine Kniebohrer wenn etwas nicht ganz passt, lasst die Statikberechnung für ein 2 Mann Zelt ohne Funda
      ment bitte sein)
      Viel Spaß beim Zocken !

  11. Ich schaue vor allem darauf, was ich gerne spielen möchte. Der einzige Faktor der zusätzlich eine Rolle spielt, ist, dass ich ungern zwei ähnliche Charaktere in parallelen Runden spielen möchte, da die Grenzen dann schnell vermischen. Allerdings verändert sich das Konzept im aktiven Spiel sicherlich deutlich und verschwimmt bestimmt mit meiner Persönlichkeit. In dem Fall vermutlich je hektischer und unüberlegter die Aktion.

  12. Meine Figuren sind oft etwas, was ich persönlich nicht sein will. Eher Außenseiter, eher Haudraufs, eher großmaulige Assis die kein Blatt vor den Mund nehmen und lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zuschlagen (sowohl im körperlichen als auch im übertragenen Sinne). Ich finde es einfach spannend im Spiel aktiv zu erleben, was einem im wirklichen Leben ernsthaft gegen den Strich geht.

    Wieviel davon nun mein sublimiertes Ich ist? Gute Frage. Vermutlich mehr, als mir manchmal lieb ist.

    Ich bin auf jeden Fall davon überzeugt, dass man abseits des regelgeleiteten Powergamings keine Figur spielen kann, durch die nicht auch zu einem guten Teil die eigene Persönlichkeit scheint. Im engen Regelkorsett mag dies denkbar sein, aber ausgespielte soziale Interaktion erfordert Weltwissen und Erfahrung, die vor allen Dingen aus den persönlichen Lebenserfahrungen des Spielers gespeist werden müssen. Da ist Martins Magier das beste Beispiel.

    • Es gibt die Theorie, dass man genau das an anderen Leuten am meisten hasst, was man selbst als größte persönliche Macke hat – dass das quasi alles Projektionsfehler sind.

      Da wirds einem gleich unheimlich, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, finde ich. 🙂

  13. Ich spiele gerne Rollen, die so gar nicht meiner Persönlichkeit entsprechen, glaube aber auch, dass man das nie ganz abschalten kann, also immer etwas von einem selbst in der Rolle steckt, obwohl man das selbst eventuell gar nicht mehr bemerkt. Ich schätze aber mal, das hängt auch von dem Setting und der Situation ab. Stecke ich in etwas, das unbekannt oder surreal für mich als Spieler ist, fällt es mir wahrscheinlich unterbewusst leichter mich beim Spielen weiter von mir selbst zu entfernen, weil es einfach neu ist und ich daher selbst nicht weiß, wie ich reagieren würde. Da spielen dann natürlich auch gemachte Erfahrungen eine Rolle, egal ob aus dem wirklichen Leben oder innerhalb der Rollenspielkarriere. In eher bekannten Situationen, also z. B. dem typischen Tavernenabend, wird mein wahres Ich sicher eher herausstechen.

  14. Der Eskapodcast in all seiner wissenschaftlichen Pracht. Ich bin begeistert. Von solchen Folgen könnt ihr gerne mehr machen.

    Da ich vor allem spielleite, verkörpere ich so viele Figuren, dass ich mich zumindest bemühen muss, sie anders als mich zu gestalten. Das ist in der Praxis natürlich nur begrenzt möglich. Ich kann gut Aspekte von mir übernehmen oder das extreme Gegenteil. Ich bin z. B. sehr extrovertiert und kann daher auch gut sehr Introvertierte verkörpern (ich muss nur immer das Gegenteil tun, was ich sonst täte).
    Der Mittelweg ist für mich die Kunst. Extreme kann jeder, Normalität ist schwieriger. (Deswegen sich extreme Bösewichte so platt und simpel, und nachvollziehbare Antagonisten ein Zeichen guter Literatur.)
    Deshalb fand ich das DSA-Produkt „Krieger, Krämer und Kultisten“ so gut. Das war eine NSC-Sammlung, die auch viele Normalbürger enthielt. Leider war ich wohl einer der Wenigen, die das zu schätzen wussten. Das hagelte Kritik und die Nachfolger wurden dann verändert. Schade eigentlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.