Folge 66 – Der göttliche Funke

Wen die Götter lieben, der stirbt jung: In der heuten Folge sprechen wir über die Himmlischen und ihre Diener im Zeichen der Würfel. Wie peppt man sein Rollenspiel mit Religionen ordentlich auf? Wie spielt man einen Kleriker, der die anderen nicht total nervt? Wie attraktiv sind theologische Themen am Spieltisch? Wie fein ausformuliert müssen Religionen, Kulte und Pantheons sein und welche Freiheiten, die man sich dabei herausnehmen kann, sind besonders süß?

Cast: Martin, Holger, Gernot, Carsten Länge: 51:49

Inhalt:
00:43 wenn der Host eine Geißelung anordnet: Bekenntnisse eines Casts
11:43 Übermacht, Unergründlichkeit, Schöpferkraft etc.pp.: das kleine 1×1 der Göttlichkeit
13:52 ganz reizend: was den Reiz ausmacht, einen Kleriker zu spielen
19:32 fiktive Religionen und fiktive Welten: Chancen und Grenzen religiöser Narrationen
23:21 Zeus in tausend Varianten vs. göttlicher Grünkohl: Originalität und Abklatsch
30:16 Pantheon-Beschreibungen, dicker als die Bibel: Wie ausformuliert darfs denn sein?
33:06 wenn die Götter leibhaftig auf Erden wandeln: Theodizee, jetzt aber hardcore!
34:55 die ewigen Nervtüten: Gerechtigkeitsfanatiker, heilige Krieger, Durchgeknallte
37:08 innerer Friede oder Gewandtheit +2: Kleriker passabel belohnen
39:24 Wunder vs. Magie: Kleriker = Magier mit Weltanschauung?
42:00 gute Götter gegen böse Götter: Kitsch oder Evergreen?
46:21 Aventurien: Wieso kennt sich kein Mensch mit den Liturgien aus?

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenk: Schwarzer Kreuzzug – Die Chronik des Blutes (Warhammer 40K)
Mäzenatin: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte bis zum 19.11.2016, 24 Uhr, folgende Frage in den Kommentaren zu dieser Folge: „Welche Kleriker gibt oder gab es in deiner Spielgruppe und wie gut haben die funktioniert? “ Viel Erfolg! 🙂

Links:
Statistiken zur Verteilung der Konfessionen in Deutschland
Nudelsieb auf dem Ausweis
Imperial Cult
Wish (D&D)
Sundered Skies (Prometheus Verlag)
Book of Nod
Hadmar von Wiesers CD
Caiden Cailean

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11 Gedanken zu “Folge 66 – Der göttliche Funke

  1. Wie gut seid ihr denn 😀 ich frag nach Warhammer und zack… Da ist die Folge.
    Bin grad auf dem Teamtreffen der Drachenzwinge und hörs mir gleich im Auto an.
    Bei DSA finde ich das Thema Götter leider bisschen augelutscht und die Götter existieren daher hat das nichts mit Glaube zu tun wenn man sowas weiss…

    Bei Cthulhu finde ich es extrem reizvoll einen Priester oder generell gläubigen Menschen zu spielen des Geist am Schrecken zerbirst und sein Gottvertrauen verliert.
    Bei Warhammer wäre es Häresie nicht an den großen Gottimperator zu glauben. Ketzer!

  2. Kurze nachträgliche Korrektur des Beitrags von mir: Ich habe die Gewinnspielfrage noch einmal vereinfacht, die ursprüngliche Frage schien mir etwas zu verworren. Frostgeneral nimmt natürlich trotzdem an der Verlosung teil. 🙂

    • 😀 du sagst per Twitter ein Frühaufsteherpodcast und dann rechnest du nicht mit Nerds, die um 8 Uhr wach sind aufm Sonntag ^,^

      Kleriker:
      Bei DSA hab ich quasi schon alle Geweihte gesehen. Bei Warhammer gibts nur einen wahren Kult um den Gott-Imperator… ich liebe diesen Fanatismus 😀

      je heftiger der Fanatismus im RPG desto besser
      und das sag ich als Naturwissenschaftler im RL

  3. Also in unserer Arcane Codex Runde spiele ich einen etwas fanatischen Kriegspriester,der neben der spirituellen auch eine weltliche exekutivmacht für sich beansprucht. Ich kann nur sagen, es funktioniert blendend, weil wir ja immer die guten sind. Unser sandbox-Spielleiter hat dafür alle Hände voll zu tun, neue NSC zu entwerfen 🙂

  4. Ich muss mich beschweren, über die Darstellung des Zaubers Wunsch im D&D.
    Das klingt zwar toll aber er hat viele Einschränkungen und noch wichtiger der Spielleiter wird von Regelwerk dazu angehalten ihn möglichst negativ auszulegen, siehe Wünsche an Dschinns oder den Leibhaftigen.

  5. Vor Jahren habe ich eine Ravenloft Kampagne (D&D 3.5) mit zwei Spielern (und mir als SL) gespielt und einer der Spieler, spielte einen Waldläufer und hatte vorher noch nie was mit Klerikern zutun und wollte auch niemals einen spielen, da er persönlich eine Abneigung gegen Religionen hatte.
    Nun begab es sich, dass unsere zwei Helden sich in ein Geisterhaus begeben hatte und dort ziemlich eins auf die Mütze bekommen hatten. Der Waldläufer war eingeschlagen sein Kriegerkamerad fast tot.
    Sie lagen in einer Ecke und starben so vor sich und waren sich sicher sie würden sterben, da hatte ich plötzlich eine Idee wie ich ihnen vielleicht ein wenig unter die Arme greifen könnte.
    Laut dem Ravenloftbuch gibt es eine Gottheit, den Morgenherrn, welche für das Gute in der Welt steht. Also habe beschreibe ich wie die Sonne draußen aufgeht aber nur schwer durch die verschmutzten Fenster zu erkennen ist. Doch plötzlich bricht durch ein Fenster ein kleiner Lichtstrahl und trifft den Waldläufer am Kopf, dieser kann nun sich und seinen Freund heilen und so schaffen es tatsächlich in dem Geisterhaus aufzuräumen (eigentlich wollte ich ihnen nur zur Flucht verhelfen, aber was will man machen?).
    Daraufhin steigen die beiden einen Level auf und der Spieler sagt wie aus heiterem Himmel „Das war einfach super cool, ich gebe meine Waldläufer nun eine Stufe Kleriker des Morgenherrn. Die Situation hat ihn so berührt, dass er einfach den Glauben des Morgenherrn verbreiten will!“
    Und es war einer der besten und überzeugensten Kleriker die ich je erlebt habe.
    Auch heute messe ich Klerikerspieler immer an ihm und leider versagen die meisten in Vergleich doch deutlich.

  6. Also bei DSA ist es ja kein Glauben im Sinne von ‚existieren die Götter‘, sondern ein ‚was ist die Essenz der Götter‘. Ein Peraine-Geweihter glaubt, dass er durch die Arbeit auf dem Acker seine Herrin erfreut. Und die gute Ernte ist wiederum ein Zeichen seiner Herrin. Davon ist er so überzeugt, wie Gläubige irdischer Religionen von ihren Göttern. Der Umstand, das du für Ketzterei verbrannt wirst, wenn du sagst ‚ist doch alles Magie‘ (was ich mir von manchen Rur und Gror-Gläubigen vorstellen kann, oder vom Rastullah-Gläubigen), ist lediglich eine gesellschaftliche Konvention.
    Was die Frage angeht, Kleriker reizten mich irgendwie schon immer, Glauben am Spieltisch liefert einfach Stoff für schönes Spiel. Auch zu Lesen ist es deutlich interessanter, als die profane Magie.(Deshalb freue ich mich ja auch über den Golarion-Götterband, obwohl ich ((möglicherweise) noch) kein Pathfinder spiele, nochmal danke dafür^^).
    Das sind wohl mit die Hauptgründe, warum ich jetzt in 4 Jahren immerhin schon 3 Geweihte(Peraine, Rondra, Nandus, +geplant: Praios), bis dato aber noch keinen einzigen Magier gespielt habe(einer geplant). Davon waren zwei leider nicht sonderlich langlebig (der Rondra-Mann hatte einen Dungeon-Klischetod in der Schlangengrube, der Nandusmann warf seinen Körper mitsamt des bösen Paktierers in die Niederhöllen). In der Gruppe habe ich zudem einen Phexgeweihten erlebt (welcher durch Würfelpech bei jedem Einbruch aufgeflogen und aus dem Fenster gestürzt ist, letztlich beim Schlösserknacken an einer Giftfalle und einem F-Heiltrank verging), einem Aves-Geweihten, Boron und nochmal Rondra. Und letztlich hat das meistens gut funktioniert(der Grabräuber freute sich über den Rondramann in der Schlangengrube). Aber auch hier haben wir eher eine Abneigung gegen Akademie-Magier die zu schnell verheizt werden und sowieso alle gleich sind. Ich denke, das Glaube und Götter in einer Spielwelt ein zentrales und sehr einfaches Mittel sind, um dem ganzen Farbe einzuhauchen. Mit den Göttern kommt ein Moralkodex und sehr viel Lore über Heilige, die alle mit einem Hook versehen werden können. Die Moralkodizes sind mal freier, mal restriktiver und bieten oft Platz zum Auslegen. Dazu sind Priester eben auch nur Menschen in der Spielwelt, die Frage warum du zum Priester wurdest muss man dann immer beantworten, die Frage, warum eigentlich nicht nie.
    Abseits vom P&P mochte ich allerdings insbesondere damals noch bei Neverwinter Nights die Kleriker, wohl einfach weil sie besser waren. Schwere Rüstung+schwere Waffen+Zauber^^

  7. Tolle Folge. Bevor ich dazu komme, muss ich noch zwei Vorbemerkungen loswerden:

    1) Ich werde euch in eurer Pause sehr vermissen, aber ihr habt euch eure Pause wirklich verdient.

    2) Ich will nicht zu tief in die Erkenntnistheorie einsteigen, aber es gibt keinen Kontrast zwischen Glauben und Wissen. Wissen ist eine Form von Glauben. Wir sprechen davon, etwas zu wissen, wenn wir es mit sehr hoher Sicherheit glauben.
    Etwas zu glauben, bedeutet nur, dass es ein Teil unseres mentalen Modells der Welt ist.
    Ich glaube, dass der Himmel blau ist, dass die Erde sich um die Sonne dreht und dass meine Tochter meine leibliche Tochter ist. Ich glaube auch, dass das 1,3,5,7-Cyclooctatetraen ein Antiaromat ist.
    An letzterem Beispiel sieht man übrigens, dass es einen Unterschied gibt zwischen etwas nicht glauben und glauben, etwas sei falsch. Die meisten Leute glauben nicht, das 1,3,5,7-Cyclooctatetraen sei ein Antiaromat, sie glauben aber auch nicht, es wäre kein Antiaromat. Sie haben einfach überhaupt keinen solchen Eintrag in ihrem Weltbild.
    Im Kontext von Relgion ist das der Unterschied zwischen Theist (glaubt an Gott), schwachem Atheist (glaubt nicht, dass es einen Gott gibt) und starkem Atheist (glaubt, dass es keinen Gott gibt).

    So, jetzt zum Rollenspiel und der wertvollen Folge, die ihr besprachet.
    Ich finde Religion sehr wichtig im Rollenspiel, vor allem in Fantasywelten. Ich persönlich bevorzuge es, wenn es in solchen Welten eindeutig göttliche Wunder gibt, aber niemand genau weiß, wie die göttliche Mächte aussehen, damit es weiterhin religiösen Zwist geben kann.
    Ich freue mich auch immer, wenn einer meiner Spieler einen Relgiösen spielt. Interessanterweise waren Ungläubige Spieler in meinem Rollenspielleben verantwortlich für die schlechtesten und für die besten Darstellungen. Vermutlich weil sie mit mehr Distanz rangehen und es deshalb reflektierter spielen können. Oder eben total versieben, wenn sie diese Reflektion nicht betreiben.
    (Das mag aber auch ein Basisratenphänomen sein, weil die allermeisten Spieler, mit denen ich bisher Kontakt hatte, Atheisten waren.)

    Ich selbst spiele auch gerne ab und zu einen Priester oder Kleriker – gerne auch von Gottheiten, die auf den ersten Blick unspannend wirken (Göttin der Familie, Gott der Seelsorge…).
    Mir ist dann die gute Tat Belohnung genug. Hier ist aber vorsicht geboten. Ich spiele durchaus schon mehrfach unter Spielleitern, die völlig überfordert waren, einen SC zu motivieren, der nicht nach Geld und Macht strebt.

  8. Pingback: Aus dem Limbus: Götter, Kaiser Answin, Rieslandwerkstatt | Nandurion

  9. Bruder Jeraine, vom Orden der Flamme, stets im Dienst von Lathander. Aus Fernberg – weil mich der Name des Ortes immer faszinierte. Der ruhende, ausgleichende Pol der Gruppe, die einen Drachen besiegte, aber sich bei der Verteilung von dessen Schatz aufspaltete … Im Zuge dessen konnte ich erst- und letztmals einen anderen SC wiederbeleben.

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