Folge 63 – Choose Your Own Adventure!

Vom Leser zum Helden werden: Abschnitt für Abschnitt die Handlung eines Romans nach eigener Lust und Laune vorantreiben. Spielbücher und Soloabenteuer sind nicht nur eine arg abgedrehte Literaturform sondern auch ein phänomenaler Spaß. Sind die Bücher unterm Strich nur noch ein antiquierter Blinddarm des Rollenspiels oder sind sie auch heute noch konkurrenzfähig? Warum sind Solos so cool, wann fetzen sie richtig? Darf man Spielbücher zerstören? Nicht zuletzt: Darf man bei Spielbüchern mogeln?

Cast: Martin, Holger, Robert, Carsten Länge: 41:57

Inhalt:
01:03 Kult: der einsame Wolfhexenmeister der flammenden Insel der tausend Gefahren
05:30 bizarres Genre, endloses Geblättere: Romane mit Leserempowerment
10:15 Gratulation, sie dürfen das Buch früher weglegen: Programmierungen & Paradoxien
18:20 blättern, sterben, blättern, mehr sterben: vom Leben in Zeiten der Abschnittswahl
20:47 Mogeln und Mogelprävention: die Rüstungsspirale zwischen Leser und Autor
24:18 die Mimik des unsichtbaren Spielleiters erraten müssen: sich verschaukelt fühlen
27:37 Wille & Wege: Freiheit oder Scheinfreiheit, kleine Freiheit oder keine Freiheit?
31:09 Regelwelten: Stift und Zettel, Radiergummi, 12 Bände DSA-Regelwerk (hardcover)
34:09 Bugs in Büchern: wenn der interaktive Romane wie ein Kartenhaus zusammenfällt
37:08 in Büchern herumkritzeln: verwerflicher Frevel oder fröhliche Frivolität?

Geschenkaktion: Loote den Eskapodcast! (detaillierte Teilnahmeregeln)
Geschenk: Malmsturm (Fate)
Mäzenatin: Tanja (Emporion of Games)
Beantworte bis zum 29.10.2016, 24 Uhr, folgende Frage in den Kommentaren zu dieser Folge: „Wie ist deine persönlich Erfahrung mit Spielbüchern? Hast du Geheimtipps oder möchtest du von bestimmten Werken abraten? “ Viel Erfolg! 🙂

Links:
Trial of the clone (Ebook)
Steve Jackson (UK)
Steve Jackson (USA)
Ewig ist nur Satinav (Das Schwarze Auge)
Die verbotene Kammer (Myranor)
Der Mantikore-Verlag
Choice of Games (Computer-Textadventures)

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40 Gedanken zu “Folge 63 – Choose Your Own Adventure!

  1. Hi, ich bin mit den Einsamer-Wolf-Büchern „aufgewachsen“, die wir heimlich während des Schulunterricht gespielt haben. Aus nostalgischen Gründen habe ich mir die kürzlich noch einmal alle in der Neuauflage beschafft und stecke momentan bei Band 3 ;-). Was soll ich sagen: es macht immer noch Spaß! 🙂

    Liebe Grüße

  2. Huhu,
    ich habe überhaupt keine Erfahrung mit Spielbüchern.
    Das „Phänomen“ ist komplett an mir vorbei gegangen.

    Vielleicht hatte ich auch einfach immer genug Freunde um „richtiges“ Rollenspiel zu spielen. ;P

    • @Zwart, vielleicht magst Du ja doch mal ein Soloabenteuer bzw. ein Spielbuch ausprobieren. Es ist keinenfalls ein Ersatz für eine Rollenspielrunde, vielmehr aber eben eine schöne literarische Möglichkeit alleine Rollenspiel zu betreiben.

  3. Du bist Alrik, der unerschrockene Podcaster und dies ist Dein Abenteuer!
    Nachdem Du den Tatzelwurm vorm Gewölbeeingang mit List und leisen Schritten umgangen hast, ist Dir aber doch die alte Gittertür lautstark zugefallen. Vom Lärm aufgestachelt huscht die keifende Bestie jetzt immer wieder an der verklemmten Tür hin und her. Du mußt einen anderen Ausweg finden, sonst wird Dich das Untier zermalmen. Lies weiter bei 1.

    1)
    Du befindest Dich in einem alten Kellergewölbe. Es riecht modrig und in einer dunklen Ecke rennt quieckend eine Maus schnell in ihr Loch zurück. Die spärliche Beleuchtung reicht gerade noch aus, um die Schnitzereien zu erkennen, die grob in die drei Türen vor Dir geritzt wurden. Durchschreitest Du die linke Tür, auf der ein kleiner Schuljunge mit einem Buch gezeigt wird, dann lies weiter bei 2. Willst Du es bei der mittleren Tür probieren, auf der „Notausgang“ steht (weiter bei 3), oder bei der rechten, in die ein großes Ausrufezeichen geritzt wurde (weiter bei 6).

    2)
    Vorsichtig öffnest Du die knarrende Tür zu Deiner Linken. In der Mitte der kleinen Kammer steht ein alter Steinaltar. Auf ihm befindet sich ein vergilbter Foliant, der von mehreren Kerzen flackernd beleuchtet wird, die daneben stehen. Möchtest Du einen Blick riskieren (weiter bei 5), oder willst Du den raum lieber wieder verlassen, weil Du schon schlechte Erfahrungen mit alten Büchern gemacht hast (z.B. Stabilitätsverlust), dann lies bei 1 weiter.

    3)
    Schnellen Schrittes eilst Du zur mittleren Tür und willst sie aufreißen, als Du feststellen mußt, daß sie abgeschlossen ist. Wenn Du einen Schlüssel gefunden hast und diesen probieren willst, dann lies weiter bei 7, andernfalls trittst Du verzweifelt ein paar Schritte zurück und mußt Dir erstmal etwas anderes einfallen lassen (weiter bei 1).

    4)
    Noch einmal blickst Du zurück und denkst Dir was für ein seltsamer Ort. Du fragst Dich, ob Du wohl all seine Geheimnisse gelüftet und verstanden hast. Optimistischen Schrittes gehst Du auf das einfallende Tageslicht am
    Ende des Ganges zu – in die Freiheit. Lies weiter bei 8.

    5)
    Mit dem Handrücken wischst Du den Staub vom Folianten und schlägst ihn
    behutsam auf. Er scheint sich um eine Art Tagebuch zu handeln. Es geht um einen Jungen, der Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre immer wieder gerne in die Stadtbücherei gegangen ist, um sich dort die damals, bei seinen Kameraden ebenfalls, sehr begehrten Spielbücher auszuleihen. Einige Exemplare nennt er sogar sein Eigen:
    Der Forst der Finsterniss,
    Der Hexenmeister vom flammenden Berg und
    Die Zitadelle des Zauberers.
    Mit Freude hat er damals Stunden damit verbracht – und gelegentlich auch mal geschummelt und nochmal zurück geblättert. Ja sogar eigene kleine Abenteuerspielhefte hat er damals angefertigt. Heute versprühen sie für ihn zwar noch einen nostalgischen Charme, aber bereiten ihm nichtmehr die Freude wie einst, da er mittlerweile völlig dem Rollenspiel verfallen ist.
    Etwas verwirrt, über die sonderbaren Informationen, die Du dem Folianten
    entnehmen konntest willst Du ihn gerade wieder schließen, als Dir ein Schlüssel in die Hände fällt, der zwischen den Seiten versteckt war. Du nimmst ihn an Dich (schreibe Dir diesen Gegenstand im Inventar auf) und gehst zurück ins Gewölbe (weiter bei 1).

    6)
    Vorsichtig öffnest Du die morsche Holztür. Dahinter befindet sich ein kleiner Raum mit einem angestaubten, aber gemütlich aussehenden Ledersessel. Er knartscht, als Du Dich für eine kurze Verschnaufpause hineinsinken läßt. Da fällt Dir das Buch auf, daß auf dem Beistelltisch daneben steht. Es scheint noch in recht gutem Zustand zu sein. Der Titel lautet „STADT DER DÄMONEN“. Ein gewisser Uwe Anton hat es geschrieben. Du überfliegst die Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite. Es scheint ein spannendes Abenteuerspielbuch zu sein, welches von H.P.Lovecraft inspiriert ist und in dem man es mit einen Dagon-Kult in Innsmouth zu tun bekommt. Auf der Innenseit steht eine Widmung: „Viel Spaß beim Spielen,
    wenn Du noch eins der wenigen exemplare ergattern kannst :-)“
    Welch abstruse Widmung denkst Du Dir und raffst Dich wieder auf, um den Raum zu verlassen (weiter bei 1).

    7)
    Behutsam steckst Du den Schlüssel in das schon leicht vom Rost angefressene Schloss. Er passt! Mit einem erleichterten Lächeln auf den Lippen öffnest Du die Tür und betrittst den Gang dahinter. Lies weiter bei 4.

    8)
    Erschrocken zuckst Du zusammen, als ein Pfeil über Deinen Kopf hinweg fliegt und an der gestählten Brust des heraneilenden Barbaren abprallt, der gerade mit seiner blutverschmierten Axt ausholt, um den Schützen hinter Dir zu spalten.
    „Bei den Göttern, wo bin ich hier nur gelandet?“ denkst Du verzweifelt.
    „Etwa in MALMSTURM?“

    • Klasse! Habe es ohne schummeln durchgespielt! 😉
      Meine Erfahrung beschränkt sich da leider nur auf ein paar sehr wenige DSA Solo-AB’s. Wie in der Witzko-Folge schon geschrieben, kann ich da vor allem den Maraskan Zweiteiler „Am Rande der Nacht“ und „Die Ungeschlagenen“ sehr empfehlen. Als Zeitvertreib für Zwischendurch machen Solo-AB’s durchaus Spaß. In unserer Gruppe bekommen die Helden von unserem Meister bisweilen Solo-AB’s empfohlen, wenn diese gut in die Geschichte passen. Dabei spielen die Helden natürlich unterschiedliche AB’s, so dass sich die jeweiligen Erfahrungen am Spieltisch gut ergänzen, wie in unserem Fall bei der G7.

  4. „Der Hexenmeister vom Flammenden Berg“, ausgeliehen aus dem örtlichen Bücherbus, war mein Einstieg, der letztlich bis zu den komplexen Rollenspielen von heute geführt hat. Die „Einsamer Wolf“-Reihe war auf jeden Fall auch ganz groß! Und während eines Auslandsaufenthalts mit Rollenspiel-Mangel hat mich u.a. dsa-games.de ein wenig vor dem kalten Entzug gerettet.

  5. Ich glaube angefangen habe ich mir den ganz alten D&D-Spielbüchern, die gab es in der Bücherei. Muss etwa zeitgleich mit DSA gewesen sein. Und ja: Wir haben auch untere Gruppencharaktere durch Solo-Bücher geschickt. Das war halt so!

    Mittlerweile haben diese Solobücher ja oftmals einen deutlich höheren Umfang, wie Legenden von Harkuna, Weg der Wachtel (kostenlos als PDF) oder Reiter der schwarzen Sonne.

    Was ist wiederrum auch ganz gerne mag ist das „Didaktische Soloabenteuer“, also kleine Solos, die in die Regelmechanik oder das Setting einführen. Das haben wir damals mit „Herr der Ratten – Solo“ für Dungeonslayers versucht. Leider ist das verloren gegegangen und existiert nur noch als imperfekte Beta-Version.

      • Ich meine das ist zur Version 3.5 entstanden und lag dann ewig in meiner Dropbox rum. Zum erscheinen der Version 4 haben wir es wieder rausgekramt und gemerkt, dass irgendwie die Quelldatei verloren gegangen ist. In keiner Sicherung mehr zu finden. Tja, Schicksal der modernen Daten-Gesellschaft.

        Eigentlich hab ich genug Ideen, nur keine Zeit mehr, da ich DS einfach nicht mehr spiele.
        Warum sich niemand dran gemacht hat, das in die Alpha zu bringen? Vermutlich, weil es schon etwas Übung erfordert ein Solo-Abenteuer zu schreiben. Das ist nicht mit einem normalen One-Pager zu vergleichen 😀

  6. Pingback: Aus dem Limbus: Videos, Podcast, Berichte und Wunschzettel | Nandurion

  7. @Lachi: Schöner Beitrag. 😀

    Zum Thema:

    Mein erstes Abenteuerspiel war ein Asterix-Buch als Grundschüler lange bevor ich Rollenspiel kannte.
    http://www.comedix.de/medien/lit/abenteuerspielbuch_alea_jacta_est.php

    Soloabenteuer waren aber nie mein Medium, ich lese lieber Romane oder erlebe PnP-Rollenspiel. Wenn überhaupt, dann mag ich sie zu zweit spielen: Einer ließt vor, der andere entscheidet. „Legatin des Bösen“ hat so lange Autofahrten überbrückt.

    Dieses Soloabenteuer möchte ich auch deshalb erwähnen, weil man hier einen bösen Charakter spielt, was Spaß gemacht hat.

    Ebenfalls empfehlen möchte ich die DSA-Browser-Spiele bei http://www.dsa-games.de/ mit über 30 DSA-Soloabenteuern, davon einige kostenlos. Qualität und Stil sind unterschiedlich, aber mir haben sie Spaß gemacht.

    DSA-Handyabenteuer sollen jetzt auch wieder erscheinen http://www.chromatrix.com/wordpress/mond-des-blutes-trilogie/
    Die habe ich noch nicht ausprobiert.

    • Vielen Dank für die Ergänzungen und Links. Legatin des Bösen erwähnen wir zwar in der Folge, aber ohne Nennung des Abenteuertitels, der hiermit nachgetragen sein sollte. Das Praktische an dem Soloabenteuer ist ja, dass ohne Regeln geschrieben wurde, sodass es für Euch ja auch gut während der Autofahrt spielbar war 🙂

  8. Ich war nie ein großer Freund von Spielbüchern und Soloabenteuern. Ich fühle mich da immer zu eingeengt. Aber wie von euch angesprochen haben wir die bei DSA früher gerne zum Leveln benutzt. Damals waren ein Großteil unserer Runde eben schon mit hochstufigen Charakteren ausgestattet und einfach auch mit einem hochstufigen Char starten kam nicht infrage – da blieb das als einzige Möglichkeit nicht total bei Null zu starten.

    Doof wars dann nur als sich herausstellte, dass wirklich alle Mitspieler die auch gespielt hatten und alle hatten das Gleiche magische Schwert *g* Aber ich komme nicht mehr drauf welches Soloabenteuer das war… Ich weiß nur noch dass das Schwert „Triff“ hieß, aber bitte nicht darauf festnageln.

    Ansonten hab ich ein paar Mal spielbücher aus der „Einsame Wolf“-spielreihe geschenkt bekommen, bin aber nie damit warm geworden. Die hab ich dann verschenkt. Für mich sind die halt wirklich die unnötigste Mischung aus Roman, Computerspiel und Rollenspiel.

  9. Spielbücher können schon sehr cool sein. Früher hatte ich ein paar wenige unbekannte, die allerdings recht mau waren, auch im Sinne von ‚links oder rechts? links. du bist tot‘. Oder noch schlimmer: ‚links oder rechts? links. Norden (–> tot), Süden (–> tot), Westen (–>tot), Osten (–> tot)?‘
    Erst mit Dsa bin ich auf einige gute gestoßen, darunter das angesprochene ‚Ewig ist nur Satinav‘, wobei dort die Lösung auch etwas sehr crude war. Ansonsten bin ich dann auch abseits vom schwarzen Auge auf einige coole Sachen gestoßen, beispielsweise habe ich the Wizard Choice sehr genossen (bis auf den seltsamen Abstecher gegen Ende der Handlung (oder auch ein sehr cooles Zombie Survival Game mit 2 Teilen, dessen Name ich leider vergessen habe). Ausgehend von meinen Erfahrungen würde ich daher sagen, es ist schon interesanter einen vorgefertigten Helden zu spielen, der evtl mit variierenden Ressourcen starten kann. Es ist ohnehin schwierig einen eigenen Helden so zu spielen, wie man möchte und dann aufgrund fehlender Eigenschaften zu verlieren ist umso frustrierender. Zudem wird dann die Interaktion interessanter, da sie besser auf den Charakter angepasst ist.

  10. Nostalgie! Der Hexenmeister vom flammenden Berg!
    Meine Einstiegsdroge in die Rollenspielsucht.
    Das erste Spielbuch aus der Stadtbücherei entliehen, als danach ein Freund die DSA-Box zu Hause hatte, ging es richtig los. 🙂
    Kann mich noch erinnern, als wir die ersten DSA-Gruppenabenteuer (Schiff der verloren Seelen etc.) durch hatten, habe ich mir den HvfB nochmals ausgeliehen und ausgeschlachtet. Raum für Raum, Monster und jede Falle durchforstet und eine Karte angefertigt, um mein zweites Gruppenabenteuer draus zu erschaffen.

    Einsamer Wolf war natürlich durch seinen fortlaufende Geschichte prima, habe auch die Neuauflage und stecke noch im zweiten Band.

    Habe noch ein paar Endless Quest Spielbücher von TSR (Dungeon of Fear etc.), zum Englisch üben mit Motivation. 🙂

    Die DSA-Solos hatte immer ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis und inhaltlich stellenweise auch echter Schrott. Das Format der alten Spielbücher habe ich da schon immer vorgezogen. Warum gab´s keine DSA-Spielbücher in Romanform und für die Hälfte des Preises eines Gruppenabenteuers?

  11. Mein allererstes Spielbuch war Mitte der 80er „Im Lande der Ungeheuer“ aus der Reihe „Merlins Zeitmaschine“. Man wurde in die Zeit der Dinosaurier zurückversetzt und musste versuchen, ein Foto von einem echten Archeopteryx zu machen!

    Wenn ihr in zukünftigen Casts bestimmte Reihen besprechen wollt, epfehle ich ganz stark folgendes:
    – „Sorcery!“ (auf deutsch: „Die Analand Saga“). Diese Tetralogie aus der „Fighting Fantasy“ gehört definitiv zum schwierigsten aber auf besten, was je in dieser Literaturgattung veräffentlicht wurde. Und die Reihe kann sogar mit einem ECHTEN Erfahrungssystem (also in- und out-game) aufwarten!
    – „Fabled Lands“ (auf deutsch: „Sagaland“). Diese Reihe zeichnet sich durch ein nicht-lineares Spiel aus. Man bewegt sich mit Hilfe der Bücher mehr durch eine Welt, als linear an Plotfäden entland. Jeder Band ist ein Kontinent. Die Reihe wird gerade über Kickstarter weitergeschrieben.

    Viee Grüße und weiter so!
    Rupert

  12. Mit Spielbüchern habe ich noch keine Erfahrung, dafür aber wohl oder übel demnächst mit Deponia! Vielen Dank lieber Eskapodcast für den wunderbaren und völlig unerwarteten Gewinn!

    Jetzt muss ich mir nur erstmal ein paar Fatewürfel besorgen…

  13. Ein klasse Thema! Leider kommen Spielbücher m.E. in Blogs, Foren und Podcasts viel zu kurz. Um so schöner, dass ihr das Thema nun aufgreift.
    Ich habe 1993 mit dem Einsamen Wolf angefangen und kann seit dem nicht mehr mit Spielbüchern und Soloabenteuern aufhören 🙂 Habe sicher schon an die 70 Spielbücher gespielt, einige davon sogar mehrfach mit ein paar Jahren dazwischen.
    Mein persönlicher Liebling ist Fabled Lands (Legenden von Harkuna). Eine geniale Sandbox-Spielbuchreihe über 12 (geplante) Bände. Dürften am Ende an die 10.000! Spielabschnitte werden, wenn die Autoren damit fertig sind (sechs Bände sind bisher veröffentlicht).
    Das Besondere an der Reihe ist die nicht-lineare Handlung und die große Freiheit. Man kann neben den typischen Quests in einer Fantasy-Welt, auch Intrigen schmieden, Schiffe kaufen und ferne Länder bereisen, Handel treiben, Häuser kaufen, leveln, sich verschiedenen Organisationen und Geheimbünden anschließen, verschiedenen Gottheiten folgen etc.
    Zudem ist es möglich, Bücher-übergreifend eine riesige Welt zu erkunden und sogar von einem Teil der Welt in die andere reisen. Wenn man bspw. im ersten Band ganz nach Süden reist, liest man in Band 3 weiter. Reist man von Band 1 in den Norden, geht es in Band 4 weiter u.s.w.
    Hierüber lohnt es sich eine eigene Podcast-Folge zu machen!
    Ein Geheimtipp ist die Reihe allerdings nicht, in der „Szene“ (wenn es denn sowas gibt) ist sie sehr bekannt.

    Daher habe ich noch zwei „richtige“ Geheimtipps in peto. 1. das große Chicago Spielbuch von Robert Wolf. Ein Spielbuch in Chicago in der Zeit der Prohibition. Schöner Flair, klasse Krimigeschichte mit zahlreichen Wendungen und unterschiedlichen Enden. Sollte man sich anschauen, wenn man denn noch gebraucht ein Exemplar ergattern kann.
    2. Ebenso die Spielbuch-Abenteuer Weltgeschichte vom Mantikore Verlag sind ein kleiner Geheimtipp, auch wenn die Serie nach zwei Bänden leider eingestellt wurde. Hier können original Ereignisse unserer Weltgeschichte als Soloabenteuer nachgespielt werden.

    Wäre klasse, wenn ihr noch einige weitere Folgen zu Spielbüchern machen würdet! Mich würde das brennend interessieren, da ich finde, dass über Spielbücher noch nicht ausreichend berichtet und gesprochen wurde…

      • Also ich find´s gut 🙂 Einen Stammhörer habt ihr gewonnen, muss nämlich gestehen, dass ich euren Podcast vorher noch nicht kannte und nur durch einen Facebook-Post von Swen Harder auf euch gekommen bin.
        Zurzeit plane ich übrigens einen Blog rund um Spielbücher und Soloabenteuer zu erstellen, um meinen Erfahrungsschatz in die Welt zu tragen. Geplant sind News, Spieltipps, Downloads mit viel eigenem Material, Forum, Gewinnspielen etc. Bin mir aber noch nicht sicher, ob es dafür genügend Interessenten gibt, die regelmäßig vorbei schauen würden. Ist schon ziemlich „nischig“ das Thema…

        • Super, dann halte mich auf dem Laufenden, wie sich der Blog entwickelt! 🙂

          Und auch was den Sven angeht, lohnt es sich auf jeden Fall, erst mal noch bei uns dran zu bleiben. Wer weiß, was da noch kommt. 😉

  14. Mal ganz ab von richtigen Rollenspiel-Soloabenteuern gibt es aktuell einige sehr geile Spielbücher zu alten Klassikern. Ryan North hat z.B. über Kickstarter schon zwei Shakespeare-Spielbücher veröffentlicht. Einmal Hamlet und einmal Romeo und Julia. Beide Werke sind genial und ich ziehe sie immer wieder mal aus dem Schrank um mir eine neue, abermals coole Geschichte zu konstruieren. Seine Bücher sind sowohl grafisch als auch textlich allererste Sahne und bieten sowohl dem Kenner als auch dem Neuling dieser Stücke eine ganz andere Beschäftigungsmöglichkeit mit dem Stoff, die nicht unhäufig ganz tragödienüblich mit dem Tod aller Beteiligten endet. 😉

    Ich empfehle also:
    Ryan North. To Be or Not To Be
    Ryan North. Romeo and/or Juliet

  15. Hm, ich frage mich, ob die Einstellung zu Spielbüchern sehr davon abhängt, woher man kommt. Als jemand, der vom Gruppenrollenspiel kommt, fand ich Soloabenteuer immer zu begrenzt und mit wenig Entscheidungsfreiheit.
    Meine Schwester dagegen liebte in ihrer Jugend Spielbücher, weil sie von Romanen kam und für sie plötzlich viel mehr Freiheit da war.

    Meine Sicht mag aber auch daran liegen, dass die einzigen Soloabenteuer, die ich bisher spielte, zwei Einstiegsabenteuer (MERS und Star Trek) waren. Insofern nicht unbedingt Hochkultur.

    • Weißt Du noch was für ein Star Trek Spielbuch das war? Ja, das was Du über den Hintergrund sagst, mit welcher Erfahrung von Vorliebe man Spielbücher entdeckt, das hört sich plausibel an! Versuche vielleicht nur doch mal ein modernes Spielbuch. Klar kann es einem nicht die Freiheit bieten wie ein Rollenspielabenteuer, das von einem Spielleiter präsentiert wird. Dafür bietet es andere Vorzüge und Lesefreuden.

      • Äh… ich versuche mal, in meinem Gedächtnis zu kramen.

        Im alten Fasa Star Trek gab es einen Teil, der einem mit geringer Einstiegshürde das Konzept Rollenspiel vorführen sollte. (u. A. konnte es mit W6 gespielt werden, wenn man noch keine W10 hatte)
        Ich bin mir nicht mehr sicher, aber entweder war da auch ein Soloabenteuer drin oder jemand hatte auf diesen Einstiegsregeln ein Soloabenteuer aufgesetzt und ich kam da irgendwie ran. Insofern war dieses schlechte Soloabenteuer vielleicht ein Fanprodukt.
        Hätte aber eh keinen Unterschied gemacht, weil diese Einstiegsregeln völlig unbrauchbar waren, weil sie nicht wirklich funktionierten und so winzig waren, dass der Übergang zum eigentlichen System alles andere als fließend war.

  16. Klar, habe ich die alten DSA-Soloabenteuer gespielt. Ich habe sogar mal eines geleitet. Wir hatten es in unserer Runde untersagt. Der Spieler des Magiers in der Runde hatte aber gerade seinen Stab verloren und brauchte einen neuen. Nun wollte er „Ein Stab aus Ulmenholz“ spielen, weil er meinte, da würde es einen richtig guten Stab geben. Ich las es mir durch und riet ihm davon ab. Er lies sich davon nicht beirren, also spielten wir es sozusagen gemeinsam durch. Was soll ich sagen, er hat es bereut. 😉

    Ansonsten habe ich ein paar Einsamer Wolf-Bücher zuhause und auch schon ein paar elektronische Spielbücher ausprobiert. Zu zweien der Versuche habe ich ein wenig geschrieben (und sogar gesprochen):
    > http://www.teilzeithelden.de/2014/09/20/lone-wolf-spiel-ohne-buch/
    > http://www.teilzeithelden.de/2014/11/27/rezension-abenteuerspiele-app-die-zwerge-die-dritte-expedition/
    > https://youtu.be/qXQRWQV2Kqk

  17. Ich mag Spielbücher und Solo-Abenteuer. Mein erstes Spielbuch war klassischer Weise „Der Hexenmeister vom flammenden Berg“ und auch irgendwie mein Einstieg in Fantasy und Rollenspiel. Dann gab es auch noch die D&D Spielbücher wie „Die Rache der Regenbogendrachen“ oder „Die Säulen von Pentegarn“.
    Dann hab ich natürlich auch die DSA Solo-Abenteuer gespielt (Ich weiß nicht wie oft ich Nedime befreit habe, nur damit mein Held den coolen Ringelpanzer am Anfang bekommt). Die Qualität der DSA-Solos haben leider sehr geschwankt.
    Sehr geliebt habe ich die Einsamer Wolf Reihe, weil man hier eine ganze Kampagne solo spielen konnte.

    Solo-Abenteuer werden ja gern dazu verwendet, Leute an die Methodik von Rollenspiel heranzuführen. Die D&D Redbox hatte ein Kurz-Solo, die DSA-Einsteigerboxen bis zur 3. Edition hatten eines und mit der Splittermond Einsteigerbox gab es nach langer Zeit auch mal wieder ein Einsteiger-Solo.

    Ich finde es toll, dass das Genre vom Mantikore-Verlag auch heute noch gepflegt wird.

  18. Pingback: Interview mit Eskapodcast – Metal Heroes – and the Fate of Rock

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